Gecko
Gast
8 Monate beschäftige ich mich nun mit einer Frage, die mich sehr oft tagsüber und in der Nacht quält.
Kurz zu mir, ich bin 27 und gleichgeschlechtlich. Meine Trennung nach einer 1jährigen Beziehung ist jetzt schon fast 8 bzw. 3 Monate her. Ich habe vor 8 Monaten die Trennung ausgesprochen und erst vor 3 Monaten habe ich es geschafft mich auch in Form eines Kontaktabbruches zu lösen. Es war alles sehr hart und das Jahr 2014 werde ich niemals vergessen.
Nur damit es nicht falsch aufgefasst wird, weil ich hier schreibe, dass ich mich getrennt habe und dann Schwierigkeiten damit hatte/habe. Er hat die Gefühle für mich verloren und weil ich das nicht mehr ertragen konnte, habe ich die Beziehung beendet. Aber er wollte sie nicht beenden und hätte sie weiter geführt.
Nur ist es so, dass ich etwas für mich festgestellt habe:
Ich habe große Probleme damit wieder jemand anderem zu vertrauen. Denn ich frage mich, was soll man davon halten, wenn einem die berühmten Worte Ich liebe dich gesagt werden?
Zugegeben, er war meine 1. feste Beziehung und es hat soviel zwischen uns gepasst, und letztlich war er ja auch derjenige, der sich zuerst in mich verliebt hat meine Gefühle kamen erst später. Aus diesem Grund stellen sich für mich jetzt all diese Fragen, die sich vorher nie gestellt haben, weil ich bis zu meinem 25. Lebensjahr einfach kein Beziehungsmensch war.
Und dies ist der Grund für meine Frage, denn diese massive Verletzung hat mich dermaßen schockiert, dass ich einfach keine Antwort darauf finde, wie ich überhaupt wieder eine Beziehung mit jemand anderem haben kann.
Es ist schön und gut, dass ja niemand weiß wie lange eine Beziehung hält und dass es für nichts Garantien gibt, das braucht mir niemand zu erklären. Aber was nützt mir das?
Im Moment kommt es mir im Alltag so vor, als wäre ich der einzige Mensch, der überhaupt eine Lehre aus seiner Trennung gezogen hat. Überall sehe ich Menschen, die schon mal verlassen worden sind und sich dann erneut auf jemanden einlassen und dann vielleicht auch wieder fallen gelassen werden. Und dann denke ich mir oft Selbst Schuld warum hast du auch nichts aus deiner Erfahrung gelernt.
Die Frage nach dem Vertrauen lässt im Augenblick nur eine Antwort zu, die mich zutiefst schockiert. Ich meine, kann man diese Zeit des Schmerzes nach der Trennung einfach so vergessen? Es sind jetzt 3 Monate bei mir vergangen seit dem Kontaktabbruch und es geht mir deutlich besser. Es ist zwar so, dass es mir manchmal noch etwas schlecht geht, aber ich kann meine Tränen und meine Gefühle wesentlich besser kontrollieren als vor 3 Monaten. Und ich habe den Eindruck, dass viele diese Zeit einfach vergessen. Mir kommt der Gedanke, dass die Menschen dazu neigen den Schmerz von vor 2 oder 3 Jahren zu vergessen, wenn sie jemand neuen kennen lernen. Und dann denken sie doch tatsächlich, dass die Worte, die dieser neue Menschen ihnen da entgegen bringt, eine stärkere Bedeutung hätten als bei ihrem alten Partner, obwohl dies natürlich nur Wunschdenken ist.
Bin ich wirklich anders als andere Menschen, weil ich so denke?
Ja, eine guter Boden für die eigenen Wurzeln ist die Selbstliebe, von der Alena hier immer schreibt, ja, das sind die Wurzeln, die Dein Lebensbäumchen festhalten wenn die Liebe und der Schmerz ihn hin und her schütteln...ja aber lass trotzdem weiterhin an ihm schütteln und rütteln! Nur wer das Bäumchen schüttelt, kann die Früchte und die Träume auffangen, die dann herunter fallen