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Die Bundeswehr ist ihm wichtiger

CJ22

Liebes Forum,
ich habe durch das Forum schon zwei Trennungen gut überstanden und da es leider wieder soweit ist, hoffe ich hier etwas Trost zu finden.
Zumindest kann ich mir alles von der Seele schreiben.

Ich bin gerade echt am Boden zerstört und verstehe die ganze Situation nicht.
Vor ein paar Monaten habe ich ihn übers Internet kennengelernt, alles startete als Affäre( sicher nicht die beste Vorraussetzung für eine Beziehung), aber wir haben schnell gemerkt, dass wir uns auch darüber hinaus super verstehen. Wir hatten gleiche Ansichten und Interessen und so wurde langsam mehr zwischen uns. Da wir beide nicht allzu romatisch sind haben wir dem ganzen lange keinen richtigen Namen gegeben.
Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl ein Gegenüber gefunden zu haben, bei dem ich mich frei fühle und trotzdem geborgen.
Er ist ein sehr lockerer Mensch und wir haben so viel Spaß zusammen gehabt, ich habe mich in seiner Nähe so wohl gefühlt.
Ich habe seine Freunde und Familie kennengelernt und ich kam gut mit allen zurecht.
Auch in meinem Freundeskreis fanden ihn alle sehr sympathisch.
Wir haben viel Zeit zusammen verbracht, denn ich wusste von Anfang an, dass er sich für die Bundeswehr verpflichtet hatte und ab Oktober eine große Distanz zwischen uns liegen würde.
Aus diesem Grund hatte er zu Beginn auch keine Beziehung gesucht, aber er hatte nicht damit gerechnet sich zu verlieben. Zumindest waren das seine Worte.

Bei seinem Abschied waren wir beide sehr berührt, da uns klar war, dass jetzt vieles schwieriger werden würde.
Aber wir hatten uns vorgenommen es zu versuchen.

Das war vor zwei Wochen. Seit er da angekommen ist, hat er sich kaum noch gemeldet, war distanzierter und kühl.
Mittwoch kam dann eine Nachricht von ihm, dass es dort schwieriger wäre als er gedacht hätte, er sehr unter Druck steht und die Anforderungen ernorm seien und dann kam eben, dass er nicht glaubt, dass es funktioniert und es besser wäre, wenn wir uns nicht mehr sehen würden, er aber weiterhin Gefühle für mich hätte.
Ich habe dann versucht mit ihm zu reden, aber er hat abgeblockt und seitdem ignoriert er mich.

Ich versuche die ganze Zeit zu verstehen was passiert ist.
Es ist, als ob er ein anderer Mensch wäre.
Zuvor war er liebevoll und hat mir oft gezeigt wie wichtig ich ihm bin.
Und das ist innerhalb von zwei Wochen verändert? Er hat uns nicht mal die Chance gegeben, sofern ihm wirklich etwas an mir lag und diese Feoigheit von ihm kannte ich bisher nicht.
Ich frage mich, ob ich mir alles nur eingebildet habe was zuvor war, ob ich Zeichen nicht gesehen habe oder wollte.
Es fühlt sich so an, als hätte es diesen Menschen vor der Bundeswehr nicht gegeben.
Ich hab so viele Fragen, aber ich werde darauf keine Antworten erhalten.
Wenn mir ein Mensch wichtig ist könnte ich ihn nicht einfach links liegen lassen.

Es schmerzt gerade sehr, da ich mich bei ihm zu hause gefühlt habe und plötzlich fühle ich mich haltlos. Von einem Tag auf den andern ist alles anders. Ich frage mich, ob ich mich wirklich so täuschen konnte.
Diese Unverständnis macht mir sehr zu schaffen.

Ich weiß, dass diese Gefühle nicht für immer bleiben werden, aber dass ist gerade ein schwacher Trost.
Ich bin immer sehr realistisch in der Liebe, aber bei ihm dachte ich es könnte etwas mit Zukunft werden.
Davon muss ich mich nun trennen.

Vielleicht habt ihr einfach ein paar liebe Worte oder andere Ratschläge wie ich am besten mit der Situation umgehe und das ganze akzeptiere.

Lg
CJ27

11.10.2015 18:53 • #1


Hey

Hey


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Ich kann mir vorstellen, wie traurig du bist und wie schwer das jetzt für dich ist

Das einzige, was ich dir raten kann, ist, mit mehr Verständnis auf ihn zu reagieren, denn das ist fast wie ein Paradigmenwechsel, bzw. Identitätswechsel, was ihm da jetzt bevorsteht, wenn er beim Bund bleiben sollte. Das ist keine Kleinigkeit, und ich kann seine Anspannung und seinen Schweißausbruch ja schon fast bis hier her spüren, was das jetzt für ihn bedeutet, dass alles irgendwie anders und schwerer, sprich unschöner ist, als er es sich vorgestellt hatte. Immerhin hängt am Beruf seine gesamte Zukunft mit dran, und da vergeht einem schon einmal das Lachen. Er ist unter Druck. Sehr! Und du tust gut daran, dich selbst jetzt einmal zurück zu stellen. Damit bleibst wenigstens Du noch eine "Insel" für ihn, auf die er sich in Gedanken flüchten kann. Aber für Interaktion mit dir fehlt ihm mit Sicherheit jetzt die Substanz, da er gerade keinen Boden unter den Füßen haben dürfte.

Falls er dort nicht bleibt, wird er dann vielleicht gerne und mit wehenden Fahnen zu dir zurück kommen. Und falls er dort doch bleibt ... Na jedenfalls wäre ich an seiner Stelle doppelt ernüchtert, wenn du dich als so egozentrisch und verständnislos entpuppst. Keine leichte Zeit, die er momentan erwischt hat.

Aber ich verstehe natürlich auch deinen Kummer

11.10.2015 19:26 • #2



Hallo CJ22,

Die Bundeswehr ist ihm wichtiger

x 3#3


Sowiedu


@CJ22

ich bin mit einem Berufsoffizier verheiratet und ich kann dir nur sagen, dass die ständigen Versetzungen, Einsatz im Ausland und extremer Leistungsdruck, einem Soldaten schwer zu schaffen machen. Hinzu kommt, dass Auslandseinsätze manchmal stark traumatisierend sind. Oft überlegen sich Soldaten ob sie das einer Frau antun wollen und trennen sich lieber.

Auch die Umwelt mit ihren Vorurteilen und Vorhaltungen gegen Soldaten machen einem das Leben schwer.

Mein Rat an dich, mache dir bewusst wie wichtig dir diese Beziehung ist. WEnn du willst halte Kontakt zu ihm. Wenn er es auch will, wird er dir antworten. Bedränge ihn nicht, er muß sich wirklich auf den Dienst konzentrieren.

Sei wirklich die 'Insel' für ihn auf die er sich zurückziehen kann. Hey hat das wirklich treffend beschrieben.

Viel Glück euch beiden.




H

11.10.2015 20:16 • x 1 #3


CJ22


Hallo,

danke für eure Antworten.
Eure Worte haben mich wirklich zum nachdenken gebracht.
Ich habe ihm jetzt nochmal eine Nachricht geschrieben und jetzt liegt es an ihm, was er daraus macht.
Wenn er mich jedoch weiterhin ignoriert werde ich versuchen ihn zu vergessen.
Aber danke für den Richtungswechsel meiner Gedanken, egal ob das jetzt mit Erfolg gekrönt ist oder nicht.

Lg

11.10.2015 22:25 • x 1 #4


CJ22


Hallo liebes Forum,
ich hab zwar gedacht, ich bekomm das alles alleine hin, aber ich habe das Bedürfnis nochmal hier zu schreiben.

Der letzte Stand war ja, dass ich ihm geschrieben hatte.
Daraufhin meldete er sich tatsächlich wieder bei mir.
Er meinte er wäre sich nicht sicher, ob es mit der Distanz funktionieren würde.
Nach dem Gespräch meinte er jedoch, es hätte ihm gut getan mit mir zu reden.
Die folgenden Tage hat er sich wirklich mehr Mühe gegeben, sich öfter gemeldet und ich habe ihm tatsächlich mehr Verständnis entgegen gebracht.
Ich hatte wieder etwas Hoffnung, dass wir es wirklich schaffen können.

Heute vor einer Woche ist er dann wieder nach hause gefahren, da er nur noch alle zwei Woe kommt und ist auch bei mir zu Besuch gewesen.
Tagelang habe ich diesem Moment entgegen gefiebert, ihn wieder zu sehen nach über einem Monat.

Als er dann hier war, hatte ich vom ersten Moment an das Gefühl, ein anderer Mensch steht vor mir.
Ich hatte an ihm seine Entspanntheit so geschätzt, dass er optimistisch und fröhlich war.
Dieser Mensch war vollkommen anders.
Gereizt, fast schon agressiv, seine ganze Körpersprache zeigte Ablehnung und Härte.
Allein beim Schreiben kommen mir wieder die Tränen.
Da war nichts mehr von dem Menschen, den ich kennengelernt hatte.

Er hat dann sicher über eine halbe Stunde pausenlos von der Bundeswehr erzählt, fast schon fanatisch.
Dann meinte er plötzlich, dass er mir persönlich sagen wollte, dass er keine Beziehung mehr möchte und es für ihn hiermit vorbei wäre.
Das war wie ein Schlag ins Gesicht, nachdem er die Tage davor so positiv verändert wirkte.
Ich habe dann angefangen zu weinen, vor ihm nicht zum ersten Mal, beim ersten Mal hatte er mich in den Arm genommen und getröstet, da saß er nur mit verschränkten Armen neben mir und hat stumm geradeaus gesehen.
Im Gespräch ist er dann auch laut geworden und beruhigte sich erst, als ich ihm sagte, dass er sich vollkommen verändert hätte und er inne hielt und meinte, dass er das gerade nicht zum ersten Mal hört.

Das sind zwar sehr intime Details, aber wir haben dann nochmal miteinander geschlafen, was von mir aus ging, da ich wissen wollte, ob es diesen Menschen, in den ich mich verliebt habe wirklich nicht mehr gibt.
Ich habe gespürt, dass Reste davon noch irgendwo verborgen sind, aber es fühlte sich endgültig für mich an.

Jetzt versuche ich jeden Tag rumzubekommen, ich habe seit diesem Tag nichts mehr von ihm gehört und melde mich auch nicht bei ihm.
Ich vermisse ihn sehr, er war auch irgendwie ein Kumpel und ich konnte mit ihm über alles reden.
Wenn er bei mir war, kam ein innerer Frieden über mich, den ich nicht in Worte fassen kann.
Gerade bin ich von einem inneren Frieden weit entfernt.

So, doch länger geworden als beabsichtigt.
Ich weiß nicht, ob jemand dazu etwas zu sagen hat, aber schreiben hilft mir oft schon.
Dafür ist dieses Forum wirklich sehr gut geeignet.

Lg
CJ22

31.10.2015 22:35 • #5


Seta


Heey
Mir geht es in etwa genau gleich.
Wir waren 1 1/2 Jahre zusammen und planten unsere gemeinsame Zukunft, dann plötzlich das aus weil er denkt das es weiterhin nicht funktioniere neben seinem Job noch eine Freundin zu haben.
Auf einen Schlag Pu. alles vorbei und kein umstimmen mehr möglich er bleibt bei seiner Aussage.
Das verletzte mich sehr da er es nicht mal versuchen wollte.
Ich meldete mich nicht mehr nur einmal da platze es aus mir heraus und ich konnte mich nicht mehr zurück halten und schrieb alles was mich belastet und bewegt.
Er schrieb nur kühl, ich solle es doch endlich verstehen und damit klar kommen sonst löscht er meine Nummer und blockiert mich.
Nach all dem was ich für ihn getan habe und ausgehalten hab.
Das schmerzt schon richtig.
Wieviel Distanz/ Weg hattet Ihr?

Liebe grüsse

21.12.2015 05:28 • #6


ManffredP


All das lässt sich pauschal nicht beantworten.

Ich möchte nun eine andere Sichtweise einbringen, nicht als Frau oder Freundin einen Soldaten, die ich auch gar nicht bin, sondern als ehemaliger Soldat.

10 Jahre bei der Truppe, als Wehrpflichtiger zunächst das beste Wirtschaftsmodell daraus gemacht und dann "nur noch" zweifache Verlängerungen - als Perspektive und Sprungbrett sozusagen. Schon vor dem eigentlichen Ausstieg Studium bei 100% Gehalt und danach Studium bei 90% des vorherigen Gehaltes beendet. Für mich also eine reine "Zweckehe", daran änderte sich auch nichts, als mir Planer mit der Möglichkeit des Berufssoldaten hinterher liefen, während andere es wollten und nicht genommen wurden.

Militär ist eine abgekapselte Welt! Es gibt eine Menge Menschen darin, die sich schwertun, ihre Richtung verlieren aber auch andere, die es offenbar lieben und ihren Sinn darin sehen.
Ich war auf zig Lehrgängen und hatte meine Priorität in der Familie gesehen, bin so oft es möglich war, dann auch gereist mit teils schon erheblichen Strapazen.

Das kann also kein Grund sein. Ebenso erkenne ich hier nicht den Auslandseinsatz, wie er an anderer Stelle indirekt gemutmaßt zu sein scheint.

Für mich ist es wie mit so vielen Dingen im Leben eher eine Typfrage und/oder eine Frage, wie ernst er es mit der Beziehung tatsächlich sieht.
Das ist nun einmal mit einigen Berufen so, dass es erschwerte Voraussetzungen für Bindungen gibt, dazu zählen beispielsweise auch Schichtdienste, nicht nur in der Medizin und bei der Polizei.

So leid mir das tut, aber da sind die Möglichkeiten nun einmal konkret für Deine Situation recht bemessen. Sieht man da keinen Silberstreifen am Horizont und bleibt es in einzelnen, kleinen Versuchen stecken, dann solltest Du Dir die Frage ganz ernsthaft stellen, ob Du damit dauerhaft glücklich sein kannst.
Alles andere bleibt unerfüllbare Wunschebene, ist sozusagen Träumerei oder Hoffnung an falscher Stelle.

21.12.2015 17:17 • x 1 #7




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