Die Liebe reicht nicht mehr für ein ganzes Leben

Münchnerin

Ich habe hier viel gelesen und die Ratschläge gesehen die den betroffenen Personen gegeben wurden. Ich hoffe jemanden zu finden der die Situation in der ich mich befinden vll. schon durchlebt hat.

Ich bin mit meinem Freund seit 5 Jahren zusammen. Es gab eine Unterbrechung letztes Jahr im März, bis zu diesem Zeitpunkt haben wir bereits über ein Jahr nicht mehr funktioniert und wollten es uns nicht eingestehen. Die körperliche Anziehung ist verschwunden und wir hatten seit über einem Jahr nicht mehr miteinander geschlafen. Ich frage mich bis heute wie er das ausgehalten hat, da ich auch sehr abweisend war. Ich war zu feige die Beziehung zu beenden weil ich unendliche Angst hatte das gewohnte zu verlieren und alleine zu sein.

Letztes Jahr im März kam dann die Trennung, er erzählte mir das er betrunken eine sehr gute Freundin von mir geküsst hatte. Ich erfuhr das sie schon länger zuvor geschrieben hatten und er sich damit besser fühlte, da unsere Beziehung so aussichtslos war. Heute weiß ich das mein Stolz damals mehr verletzt war als mein Herz. Nach zwei Monaten kamen wir wieder zusammen, da wir uns fast jedes Wochenende über den Weg liefen. Wir haben einen zweiten Anlauf gestartet, der bis vor einiger Zeit auch funktionierte.

Nun ist der Punkt an dem das körperliche wieder nicht funktioniert, da ich mich nicht mehr von ihm angezogen fühle. Ich weiß das es an der Zeit ist einen Schlussstrich zu ziehen, denn ich weiß das wir keine gemeinsame Zukunft haben. Er hat mich gefragt ob wir zusammen ziehen und ich habe mit der Ausrede geantwortet, dass ich noch einige Zeit alleine wohnen möchte.

Ich weiß wenn ich die Beziehung nicht beende bin ich irgendwann an dem Punkt an dem ich mich fragen werden "war es das jetzt?". Das soll nicht passieren. Ich nehme ihm genauso wie mir die Chance die eine Person zu finden die uns glücklich machen kann.

Ich stecke fest obwohl ich weis das es an der Zeit ist zu gehen. Der Gedanke daran das eine Andere ihn irgendwann so gut kennt, wie ich ihn, schmerzt. Es klingt sehr egoistisch das weiß ich.
Die größte Angst ist meinen besten Freund zu verlieren der immer für mich da ist wenn ich ihn brauche, denn wir sind die besten Freunde und vll. sogar etwas mehr. Aber für ein ganzes Leben reicht die Liebe nicht mehr aus.

16.04.2019 12:39 • #1


UnexpectedLove


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Wie wäre es einfach mal über alles zu reden und schauen, ob eure Ziele und Interessen gleich oder in etwa gleich sind?
Kommunikation ist das a und o, und bei euch läuft das derzeit wohl mehr als schlecht.
Wenn du die Beziehung nicht mehr willst, dann beende sie hart aber fair.

Ihr seid beide seit 7 Jahren zusammen, selbst wenn die Luft raus ist, führe ein Gespräch mit ihm und lass ihn gehen.

16.04.2019 12:55 • #2


DieSeherin

DieSeherin


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wie alt seid ihr denn?

16.04.2019 13:01 • #3


regenbogen05


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Liebe Münchnerin
Ich finde, Du klingst sehr reflektiert und stehst mit beiden Beinen fest im Leben. Und deshalb weißt Du auch, was Du jetzt tun musst: nämlich mit ihm offen reden.
Wenn hier kein gemeinsamer Nenner mehr zu finden ist, weißt Du auch um die einzige logische Konsequenz; die Trennung. Ich wünsche Dir, dass ihr Eure Probleme in den Griff bekommt.

16.04.2019 13:05 • #4


mitsubi


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Ich war auch mal in einer Beziehung, die ich nach ca 3,5 Jahren verließ. Es passte einfach nicht mehr, die Anziehung war weg, mitunter auch der Respekt. Ich fand es furchtbar in dieser Beziehung zu verbleiben, es fühlt sich einfach nicht gut an und irgendwann überwand ich auch die egoistischen Gründe zu bleiben. Nach ca. vier Monaten kamen wir nochmal zusammen. Aber es wurde schnell wieder wie vorher, eigentlich sogar noch schlimmer. Nach einem weiteren Jahr trennte ich mich erneut. Es fühlte sich richtig und gut an.
In einer Beziehung zu bleiben, die eigentlich keine mehr ist, empfinde ich als sehr unangenehm. Vor allem wenn ich feststelle, dass es egoistische Gründe sind zu bleiben, wie Angst allein zu sein, die Vertrautheit zu verlieren. Alles in allem lässt sich das mit Gewohntheit bzw mit der Angst vor Veränderung zusammenfassen. Aber was tut man sich selbst damit an und auch dem Partner? Betrachtet man das umgekehrt, würdest Du es wollen, Dein Partner bliebe mit Dir aus den von Dir genannten Gründen zusammen?
Ich finde nicht, dass die Liebe für ein ganzen Leben reichen muss. Sie muss für das Hier und Jetzt reichen.

16.04.2019 13:06 • #5


Münchnerin


regenbogen05: Vielen Dank, ich werde mit ihm reden, das hab ich mir auch schon vorgenommen. Jedoch weiß ich dass, wenn ich das Gespräch beginne es nur in eine Richtung verlaufen kann. Und die würde zum Ende führen. Ein Lichtblick ist das ich heute viel ruhiger bin als damals. Letztes Jahr habe ich mich nicht einmal an ein Gespräch herangetraut weil ich wusste das es das Ende ist.

DieSeherin: Wir sind beide 24.

UnexpectedLove: Ich sehe es genau wie du, die Überwindung dazu ist mein Problem. Ich schiebe es schon lange vor mir her.

mitsubi: Das du schreibst es fühlte sich richtig gut an, macht mir ehrlich gesagt sehr Mut. Ich habe Angst davor mich nochmal so zu fühlen wie es bei der ersten Trennung der Fall war. Es kam mir vor als hätte ich den ganzen Tag einen Herzinfarkt so schlimm war der Schmerz. Wobei ich nun immer mehr glaube das es mein verletzter Stolz war, ich konnte nicht ganz verstehen warum er was mit einer Freundin angefangen hat, von der ich am Anfang unserer Beziehung vor 5 Jahren schon wusste das ich vorsichtig sein muss. Sie waren damals beste Freunde und nun ist sie auch schon fast fünf Jahre mit meinem Bruder zusammen.(Er hatte das mit den beiden rausgefunden)
Wie lange ist es bei dir her und wie bist du danach mit dem neuen "Leben" alleine umgegangen?

16.04.2019 14:03 • #6


regenbogen05


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Zitat von Münchnerin:
regenbogen05: Vielen Dank, ich werde mit ihm reden, das hab ich mir auch schon vorgenommen. Jedoch weiß ich dass, wenn ich das Gespräch beginne es nur in eine Richtung verlaufen kann. Und die würde zum Ende führen. Ein Lichtblick ist das ich heute viel ruhiger bin als damals. Letztes Jahr habe ich mich nicht einmal an ein Gespräch herangetraut weil ich wusste das es das Ende ist.

Du bist noch jung. Mit 24 Jahren liegt Dein Leben noch vor Dir. Wenn es für Dich keinen Sinn mehr macht, an dieser Beziehung festzuhalten, ist eine Trennung unumgänglich. Da Du eh (noch) alleine wohnst, ist es doch einfacher, als alles auseinander dividieren zu müssen. Und trotzdem wird Dir die erste Zeit allein schwer fallen. Aber das legt sich schneller, als Du jetzt glaubst.

16.04.2019 14:11 • #7


DieSeherin

DieSeherin


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Zitat von regenbogen05:
Du bist noch jung. Mit 24 Jahren liegt Dein Leben noch vor Dir.


oh ja! das finde ich auch! in dem alter solltest du gelassen und genießend durch das leben laufen. die liebe lieben und das leben leben!

interessanterweise war es (so ungefähr) in dem alter bei mir auch die schlimmste überwindung, das gespräch mit meinem damaligen freund anzufangen. auch ich wusste, dass es dann das trennungsgespärch werden würde. und ich habe lange mit mir gehadert und mich gefragt, ob ich noch an die beziehung glaube, oder einfach feige bin, ihm weh zu tun.

im endeffekt wusste ich genau, dass diese beziehung sich schon längst totgelaufen hatte und keine liebe mehr da war. und da ist mir dann bewusst geworden, dass ich uns beiden mal kurz wehtun muss, damit wir beide frei werden... frei für einen menschen, den wir dann aus tiefstem herzen lieben können und von dem wir unbelastet geliebt werden können.

und weißt du was? das erste gefühl nach dem gespräch und in der zeit danach war erleichterung!

16.04.2019 14:34 • #8


mitsubi


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Im muss es relativieren. Bei der ersten Trennung fühlte ich mich frei, bereute nichts. Bis ich erfuhr, dass er drei Wochen später eine Neue hatte. Ab da war ich am Boden zerstört und litt vier Monate ziemlich. Dann meldete er sich, wir kamen wieder zusammen und es war schlimmer als vorher. Das hielt ich mit Mühe ein Jahr durch. Diese Trennung war 2014 und ich bereute es keinen Tag.

Heute würde ich es selbst so interpretieren: ich wusste lange, die Beziehung ist vorbei. Es war allerdings meine längste Beziehung und er eigentlich ein herzensguter Mensch (allerdings mit großen Problemen). Ich musste lange überlegen, ob es Gewohnheit ist oder verflogene Liebe. Als ich mich trennte und er so schnell eine Neue hatte, war ich enttäuscht, da ich dachte, so schnell ersetzbar zu sein. Einerseits war es das Ego, andererseits eine tief empfundene Kränkung. Es ist wie eine Bestätigung meiner Selbstzweifel, nicht gut genug zu sein. Nur dachte ich, bei ihm wäre es anders, dass ich gut genug wäre. Jedem hätte ich sowas zugetraut, nur ihm nicht.
Als wir wieder zusammenkamen, wiederholte sich schnell alles. Mir wurde klar, dass ich nicht so litt wegen empfundener Liebe zu ihm sondern weil mein inneres Kind verletzt wurde. Sehr oft passiert es, dass man leidet, wenn der Ex schnell jemand neuen hat. Meist liegt das am Ego bzw in einem selbst. Dies muss man hinterfragen und diese Baustelle für sich schließen. Ich bin dabei, dieses Thema für mich abzuarbeiten.

Der Grund nicht loszulassen und in einer unglücklichen Beziehung zu verharren, liegt in einem selbst. Meist ist es Angst. Man muss sich dieser stellen, es nutzt nichts. Die Alternative wäre, alles zu lassen wie es ist und Lebenszeit und Lebensfreude zu verlieren. Zudem wächst man an solchen Entscheidungen und Entwicklungen. Es gehört zum Leben dazu.

16.04.2019 15:48 • #9


Münchnerin


erstmal muss ich sagen das ich euch allen wahnsinnig dankbar bin das ihr eure Zeit opfert um mir Ratschläge zu geben, die kurz gesagt alle wahnsinnig gut sind und mich um einiges weiter bringen. Vielen Dank!

DieSeherin Deine Worte bauen mich wirklich auf und geben mir Mut mich an das Gespräch heranzutrauen. Es hört sich vll blöd aber ich ich finde es gut zu sehen das es Menschen gibt die in der selben Situation waren und es auch "überlebt" haben und wie ich vermute jetzt glückliche Beziehungen führen und/oder mit sich selbst zufrieden sind.

mitsubi: Ich bin sehr dankbar für deine Ehrlichkeit, dass es mir danach auch erstmal schlechter geht weiß ich und das ist auch in Ordnung. Davor das er schnell jemand neuen findet hab ich auch Angst und noch mehr Angst davor habe ich das ich dann an mir selbst zweifle. Aber ich vermute das ich damit auch lernen werde umzugehen. Er bedeutet mir sehr viel und ich wünsche ihm wirklich das auch er glücklich sein kann. Ich vermute das er so wie es im Moment ist auch nicht ganz zufrieden ist, jedoch ist er zu ängstlich um den ersten Schritt des Gesprächs zu machen. Ich bin in der Sicht schon immer ein bisschen direkter und ich hoffe das hilft mir jetzt.

16.04.2019 16:18 • #10


DieSeherin

DieSeherin


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Zitat von Münchnerin:
Ich vermute das er so wie es im Moment ist auch nicht ganz zufrieden ist, jedoch ist er zu ängstlich um den ersten Schritt des Gesprächs zu machen. Ich bin in der Sicht schon immer ein bisschen direkter und ich hoffe das hilft mir jetzt.


dann wünsche ich dir viel glück und hoffe, dass du es jetzt nicht mehr aufschiebst - und wer weiß, vielleicht seid ihr ja dann beide erleichtert und könnt eine richtig schöne und freundschaftliche trennung hinlegen

16.04.2019 16:22 • #11




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