Zitat von Kaetzchen:Haha, so ging es mir auch bei dem Buch
Das Buch kenne ich nicht, habe nur den Film gesehen. 1988 sagte mir auch der noch nicht viel. Aber mehr als 30 Jahre später finde ich ihn richtig gut gemacht.
Keine Ahnung, wie die Hauptperson im Buch rüberkommt. Im Film fand ich sie alles andere als arrogant.
Der Mann hat eine vollkommen andere Vorstellung von "Liebe" als seine Frau. Während 6 für sie ein Intimerlebnis mit einer ganz besonderen Person ist, ist es für ihn ein metaphysisches Ereignis - daher sucht er sich immer neue Gespielinnen dafür. Ja, er wirkt egoistisch mit all seinen Affairen; also wie er sie fortsetzt - wohlwissend wie sehr seine Frau das verabscheut.
Aber er folgt seiner Frau auch über die Grenze - von Westen nach Osten, wohlgemerkt. Es kostet ihn nicht nur Freiheit und Wohlstand, sondern auch seine(n) Arztberuf(ung), dies zu tun. Er hätte im Ausland alles haben können - einschließlich seine Lieblingsgeliebte - doch seine Frau bleibt ihm letztlich wichtiger. Er hätte sich darauf zurückziehen können, daß sie freiwillig über die Grenze ist, daß es ihre eigene Entscheidung war, die sie ohne vorherige Absprache mit ihm traf. Jeder hätte es verstanden, wenn er sein Leben im Westen weitergelebt hätte. Doch er entscheidet sich für sie - mit allen Konsequenzen.
Ob er sie geliebt hat - stimmt, das ist eine Definitionsfrage. Meines Erachtens zeigt Liebe sich weniger in Worten, dafür umso mehr in Taten. Sein Tun ist ambivalent - einerseits jagt eine Affaire die nächste, andererseits gibt er seine Frau unter keinen Umständen auf - auch nicht, als er es könnte.
Sind Affairen wirklich so wichtig?
Für ihn ist das Leben leicht - je mehr, desto schwerer wird es für sie.