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Diskussion - Kinder kriegen ?

CRaiMe

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Hallo,

wie ihr oben schon liest, geht es mir hier über das Thema Kinder.

Folgende Ausgangssituation: Ich lebe in einer lesbischen Beziehung, meine Partnerin (27) will unbedingt in den nächsten Jahren ein Kind kriegen. Ich dagegen (24) möchte keins. Gründe dafür sind folgende: mehr Verantwortung, weniger Freizeit, weniger Geld und weitaus mehr Streß. Zudem war meine Kindheit alles andere als schön.

Ich würde das Kind auch nicht adoptieren können, weil das viele Fragen aufwerfen würde und ich im Job mein Beziehungsleben mit einer Frau "geheim" halte. Natürlich stellt sich auch die Frage, wie das Kind "gemacht" werden soll - dies erfordert schon von Anfang viel Planung. Meine Freundin hat damit auch schon vor einiger Zeit angefangen, gegoogelt, Freunde befragt usw.

Mir geht das alles viel zu schnell - noch will ich keine Kinder und ich glaube auch nicht, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird.

Eine Trennung will ich auf keinen Fall - dafür bedeutet sie mir viel zu viel. Könnt ihr mir vielleicht helfen? Es vergeht kein Tag mehr ohne darüber zu reden und ich weiß nicht mehr weiter =(

Liebe Grüße

19.10.2011 12:33 • #1


PAMdirac

Hi CRaiMe!

Bevor ich meine Meinung kundtue, wollte ich nur anmerken, dass das Thema "Kinder" und mein Unvermögen darüber ordentlich zu reden der Grund für den Zusammenbruch meiner Beziehung war, und ich sehr vieles diesbezüglich bereue.

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Also. Erstens, würde ich das Gespräch suchen. Und damit meine ich nicht, mal kurz darüber sprechen - NEIN. Du musst die entsprechende Atmosphäre für ein solches, seriöses Gespräch schaffen - lass keine Hektik aufkommen, lass es ruhig etwas gefasster angehen, auch wenn es nach außen hin emotionslos aussehen mag. Es ist sehr wichtig, dass deine Partnerin sieht, dass es jetzt um etwas geht und dass nicht mehr durch die Blume geredet wird.

Schildere ihr deine Bedenken, deine Gefühle, deine Situation in jedem kleinen Detail. Dies ist wirklich nicht der Zeitpunkt um Scham zu zeigen. Warst du bis jetzt immer in der Defensive bei den Gesprächen? Wichtig ist, dass ihr euch nicht gegenseitig ins Wort fällt - also vorher klar ansagen!

Sprich auch wichtige Themen und ihre Konsequenzen an: würde sie die Beziehung beenden, wenn ihr mit den Kindern noch warten würdet? Klingt nach einer brutalen Frage - aber lieber jetzt stellen als nachher drüber weinen.

Das tragische bei mir war, ich habe erst zu spät die Erkennung gewonnen, dass ich gerne Vater gewesen wäre. Das ist kein schöner Gedanke, zu dem man täglich aufsteht.

Ich habe das Gefühl, bei euch beiden ist JETZT der Moment, in dem mal besonnen darüber geredet werden muss.

Zumindest ist dir die Tragweite der Diskussion jetzt schon bewusst, ich hab's leider voll verpennt..

19.10.2011 13:21 • x 1 #2


sanne

sanne

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Alle Meinungen zu diesem Thema werden sich ändern wenn die richtige Person vor einem steht. Man mag das nicht glauben...selbst ich habe es 20 jahre nicht geglaubt...

90% der kinderlosen Menschen über 60 würden sich wünschen, Sie hätten irgendwann mal Kinder gezeugt. Es gibt einem einfach eine Ruhe die durch nichts zu ersetzen ist.

Natürlich müssen Kinder nicht zum Glück gehören..man kann auch ohne Sie glücklich werden und bei vielen, welche sich nie die Chance auf Kinder ergeben hat, da einfach nicht der richtige Partner vorhanden war, halten sich fest die Meinungen, dass Kinder stressig sind usw.

24 wäre mir allerdings auch zu jung gewesen...wobei ich das mit dem heutigen Wissen über den passenden Partner nicht mehr so genau weiss ;)

19.10.2011 14:01 • #3


CRaiMe


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Hallo PAMdirac,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich bin meistens der defensive Part - habe ihr aber auch schon meine Gefühle, Bedenken und Situation erklärt.

Sie würde wahrscheinlich nicht sofort Schluss machen aber ich gehe davon aus, dass, wenn es soweit ist, das Kind vor der Beziehung stehen wird - so schätze ich sie ein, weil sie meinte, dass ihr nichts wichtiger ist, als selbst irgendwann Mama zu werden. Daraus kann man die Schlussfolgerung ziehen, dass sie sich auch trennen wird.

Ein ruhiges Gespräch ist leider noch nie Zustande gekommen, weil sie auf dem Standpunkt "ohne Kind geht gar nichts" festhält.

Wenn ich ihr meine Bedenken erzähle (Streß, unruhige Nächte...) versucht sie diese immer zu besänftigen - dass ich ja nicht aufstehen muss (trotzdem werde ich immer wach, sie hat den festen Schlaf). Solche Sachen kriege ich dann immer zu hören. Zum Punkt Verantwortung sagt sie immer (sinngemäß): "Du hast doch auch geschafft, die Verantwortung bei den Katzen zu übernehmen, wieso dann nicht bei einem Kind?" Antwort: Katzen sind selbstständige Wesen, die brauch man nicht 24 Stunden am Tag zu pflegen. - Sieht sie nicht ein.

Sie versucht alle Probleme, die ich damit verbinde, mir simplen Erklärungen aus der Welt zu schaffen. Selbst wenn es stimmt, was sie sagt, habe ich Zweifel, dass wir es nicht schaffen.

Sie ist relativ unzuverlässig - wenn es auch nur um unwichtige Sachen geht (Termin vereinbaren oder etwas sauber zu machen o. ä.). Sie weiß auch, dass ich nicht mit Streß umgehen kann (ich habe psychische Probleme, Selbstverletzung, wenn ich nicht mehr weiter weiß) und ich denke einfach mal, dass ein neues, so verletzbares Wesen, in meiner Umgebung solche "Attacken" in mir auslösen würde. Ich bin seit fast drei Jahren ohne Selbstverletzung ausgekommen und auch verdammt stolz darauf - aber schon alleine der Gedanke an ein Baby ist für mich Panik pur. Nur wie soll ich ihr das nur erklären?

19.10.2011 14:01 • #4


PAMdirac

Na gut, dann habe ich die Situation eh ganz gut eingeschätzt.

Also die Panik vorm Kinderkriegen ist wohl etwas ganz natürliches. Dass man einen riesen Schiss hat davor, etwas falsch zu machen, ist mMn. kein schlechtes Zeichen, sondern zeugt davon, dass du dir der Verantwortung bewusst bist, die man für ein so schutzloses Wesen hat.

Mir kommt es vor, als ob sie deine Bedenken nicht ganz ernst nimmt oder nicht ernst nehmen will. Ihr dürft da momentan einfach auf zwei verschiedenen Schienen unterwegs sein.

Ich habe damit selbst zwar keine Erfahrung, aber das dürfte eigentlich ein klassischer Fall sein, in dem Paartherapie funktionieren könnte. Wärst du für sowas offen? Zumindest mal ein-zwei Stunden lang unter professioneller Begleitung dieses Thema angehen.

19.10.2011 17:40 • #5


sunshine_79

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hallo zusammen!

meine beziehnung ist u.a. auch wegen dem thema kinder gescheitert.
allerdings genau andersrum. ich wollte und er nicht. er hat aber auch schon 2.
ich hatte mich letztendlich mit dem gedanken angefreundet keine kinder zu bekommen aber er glaubt mir das nicht und meint, ich würde meine wünsche wegen ihm zurückstellen!
vielleich ist es so, ich weiß es nicht.
fakt ist, bevor ich ihn kennenlernte hatte ich mit kindern auch schon abgeschlossen.

nun zu dir CRaiMe:
ich denke, dass es bei der diskussion um kinder keinen mittelweg gibt. es gibt da nur ja oder nein. wenn jeder von euch beiden bei seiner meinung bleibt, ist der letzte schritt die trennung.
es gibt für mich keinen kompromiss in dieser situation.

viele grüße
sun

19.10.2011 17:57 • #6


CRaiMe


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Hallo,

ich weiß nicht, ob für mich eine Paartherapie in Frage käme, ich gehe nicht ein Mal wegen meinen eigenen Problemen zum Psychologen.

Und im Endeffekt kann ich auch nur sun zustimmen, leider gibt es keinen Kompromiss für diese Entscheidung.

Heute habe ich meine Freundin kaum gesehen, deswegen kam dieses Thema heute auch nicht zu Sprache (mal einen Tag nicht)

Ich werde mich aber mal am Wochenende mit ihr hinsetzen und versuchen, eine ruhige und sachliche Diskussion zu starten, und auch das Thema Therapie ansprechen. Aber ich bezweifle, dass sie da zustimmen wird, weil für sie ein Kind haben keine Nachteile mich sich ziehen wird, so hatte ich sie jedenfalls verstanden.

Für Tipps und Anregungen, wie ich das Gespräch anfangen / aufbauen kann wäre ich dankbar, da bin ich nicht gut drin =(

Wünsche euch noch einen schönen Abend
Liebe Grüße

19.10.2011 19:11 • #7


PAMdirac

Also nur um das einigermaßen klar zu stellen. Eine Paartherapie (oder Therapien im allgemeinen) sind bitte nicht zu verstehen als ein letzter Ausweg, oder weil jemand von euch Gaga / verrückt ist.

Ich habe von deinen Schilderungen her das Gefühl, dass ihr beide etwas aneinander vorbeiredet - und genau in solchen Fällen ist eine kontrollierte Diskussion unter Anleitung eines professionellen Mediators ein möglicher Lösungsweg.

Die Therapie wird dir keine Antworten liefern, aber (wenn sich beide drauf einlassen) sehr wohl Möglichkeiten und Methoden schaffen, wie ihr beide mit der Situation umgehen könnt - und dann eventuell gemeinsam eine Lösung erarbeitet. Ich habe kurz nach meiner Trennung einige Therapiestunden genommen - es war eine sehr lehrreiche Erfahrung für mich.

Und was die Einleitung zum Gespräch angeht .. immer nur raus mit der Wahrheit. Ich würde sagen, dass es mir scheisse geht und im Moment nicht weiter weiß - und auf alle Fälle ansprechen, was mich fertigmacht.


PS: Klar .. sowas wie "bisschen schwanger" gibt es nicht. Also Kinder ja oder nein ist eine ziemlich binäre Entscheidung. Allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass du Kinder zu 100% aus deinem Leben ausschließen möchtest - und selbst wenn, das gehört auch mal beredet. :)
Also ich werde mir vielleicht nie verzeihen, dass ich gewisse Erkenntnisse erst gewonnen habe, nachdem es zu spät ist. Vielleicht schafft ihr beide es ja!

19.10.2011 21:29 • #8


CRaiMe


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Hallo,

ich weiß nicht, ob es euch interessiert, aber leider kam es bis jetzt noch zu keinem richtigem Gespräch, am Samstag hatten wir Besuch und seit Samstag Abend liege ich nur noch flach, hab eine nette Erkältung..

Jedenfalls habe ich gestern versucht, halbwegs ein Gespräch anzufangen, es hat aber nichts gebracht, alle meine Sorgen / Probleme hat sie mit "ich glaube, du stellst dir das viel zu schwierig vor" bzw. bei Sachen wie spontan was unternehmen sagte sie "na dann brauch ich ja auch nichts mehr machen, ich habe ja meine Beschäftigung zu Hause". Als ich fragte, was sie tun würde, wenn ich Sie vor die Entscheidung Kind oder Ich stellen würde meinte sie: "Nicht ich muss mich entscheiden, sondern du gehst freiwillig und willst es nicht ein Mal versuchen". Als ich dann sowas sagte wie: "Nein, das ist eine Frage an dich, also, was würdest du machen?" meinte sie nur noch: "Ich will mein Leben nicht ohne Kind verbringen." - Na, nun gut, jetzt habe ich meine Antwort, tut weh, aber was soll ich machen? Warten, dass sich was ändert? Ein weiteres Gespräch ist meiner Meinung nach sinnlos, sie reagiert eh nicht auf das, was ich sage..

Vielen Dank für eure Hilfe :(

27.10.2011 09:05 • #9






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