NoOne
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In Südkorea ist Ehebruch nun nicht mehr strafbar, ich habe die Nachricht gelesen und hab mich nur gefragt, warum ist Ehebruch in Deutschland eigentlich nicht strafbar?
Dies soll, sofern möglich, eine Diskussion werden, wo jeder seine eigene Meinung dazu sagen kann, dabei bin ich der Meinung, dass es kein Richtig und kein Falsch gibt. Es geht hier auch nicht um ganz schlimme Strafen, es geht um die Strafbarkeit selbst. Weiterhin muss man auch aufpassen, dass man nicht von eigenen Erfahrungen in dieser Hinsicht gesteuert wird.
Ich bin gerade hin- und hergerissen, daher auch dieser Thread und ich neige gerade ein wenig zu der Aussage: Ja, es sollte strafbar sein - egal, ob es nur zwei Wochen Hausarrest bedeutet.
Das Gericht in Südkorea argumentierte, dass es zwar moralisch bedenklich ist, aber der Staat kein Recht hat sich in das Privatleben einer Ehe einzumischen.
Argumentationsversuch:
Warum sollte es denn strafbar sein? - Gesetze regeln das Zusammenspiel in der Gesellschaft, ein Ehebruch wird in unserer aktuellen Gesellschaft immer noch als moralisch verwerflich angesehen. Eine Gegenargumentation, dass es gang und gäbe ist, kommt meiner Meinung nach zu kurz, denn Mord, Diebstahl, Körperverletzung, Verleumdung usw. sind an sich auch strafbar und sind auch nicht selten.
Nein, ob etwas strafbar ist, hat nichts mit der Anzahl zu tun, es geht wohl immer darum, die Gesellschaft selbst und die Mitglieder vor einigen Individuen zu schützen. So ist Sex mit Tieren, glaube ich, nun auch wieder strafbar (ab 1969 (liberale Phase) war es nicht strafbar mit der Begründung, dass sich das Strafrecht aus Moralfragen besser heraushalten sollte).
Okay, anscheinend soll das Strafrecht nichts mit Moral zu tun haben. Das erschließt sich mir nicht ganz, wobei ich durchaus der Meinung bin, dass Moral relativ ist - eine Gesellschaft an sich aber eine Grundmoralvorstellung hat. Der Missbrauch von Kindern ist in keinster Weise akzeptabel und ist strafbar, weil Kinder kein Leid zugefügt werden darf, bzw. minderjährig, Schutzbedürftig usw.. - aber das ist eine Entscheidung der Gesellschaft (mit ihren Werten und Normen, was dann doch zur Moralvorstellung führt).
Kinder sind der Nachwuchs, schützen wir Sie, schützen wir unsere Gesellschaft, das erscheint logisch. Allerdings sind Familien auch oft Hort und Ursprung der Gesellschaft, demnach ebenso schützenswert.
Die Argumentation aus Südkorea passt in unsere Zeit, aber ich finde sie nicht passend, denn der Staat mischt sich bei anderen Dingen durchaus in private Angelegenheiten ein (z.B. Adoptionsrecht, Aufenthaltsrecht usw.. - und auch, was ich mit meinem Hund, meinem Nachbarn, meinem Kind mache.)
Warum ist es dann egal, was ich bei meinem Ehepartner mache? (Eine Argumenation, dass dieser keine wirklichen Schäden davon trägt, greift zu kurz, denn man weiß es nicht und oben wurde u.a. auch dargestellt, dass es an sich anscheinend nicht um den Ausmaß des Schadens geht, ob etwas strafbar ist.
Vielleicht diskutiert ja jemand mit, ich wurde halt wegen Südkorea darauf gestoßen und kann mir die Frage selbst nicht beantworten. Es steht außer Frage, dass der Staat irgendwo eine Grenze ziehen muss - nicht alles kann strafbar sein, keine Frage, aber warum ist Ehebruch darunter?
Gruß
NoOne
