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Gast
Seit der Trennung gab es nur drei persönliche Gespräche mit meinem Noch-Mann, die gut waren. Leider musste ich diese erbetteln, was ich nach unserer langen gemeinsamen Zeit als extrem demütigend empfunden habe. Der Rest lief nur über Mail, Telefon und SMS, was zu einigen Unklarheiten und Missverständnissen und damit zu immer neuen Verletzungen geführt hat. Er widerspricht sich immer wieder, sagt zum Beispiel, er wollte sich schon seit einem Jahr trennen von mir. In diesem Jahr hatten wir aber zum Beispiel die Situation, dass ich mich trennen wollte,obwohl ich ihn sehr geliebt habe, weil er so auf Abstand ging und ich mich neben ihm einsam gefühlt habe, vielleicht war es eher ein Hilfeschrei, damit er mich beachtet. Daraufhin weinte er und sagte, wie sehr er mich liebte und das er das nicht wolle. Heute kann er darauf keine Antwort geben, warum er das getan hat, warum er da nicht einfach gegangen ist. Ich weiß auch, dass er öfter den Kontakt abgebrochen hat, sie übrigens auch. Die letzte Pause war voll ab Mai letzten Jahres bis Herbst, wenn man nich alles glauben kann.
Es ist vieles total widersprüchlich. Ich weiß bis heute nicht, warum er in der Ehe so unzufrieden war, dass sie eine Chance hatte. Wir waren damals beim Hausbau, er sagt heute, es war alles so viel. Wenn ich ihn dann frage, warum er mir das nicht gesagt hat, sagt er, er hatte Angst, dass die Familie zerbricht. Außerdem sagt er, er hatte das Gefühl, nicht mit mir mithalten zu können. Ich bin absolut ratlos. Ich hatte immer gedacht, das ist eine Ehe kein Wettbewerb. Mittlerweile sind jetzt drei Monate vergangen, er ist mit ihr zusammen und will es auch bleiben. Und sagt mir, ich bin seine Vertraute, und er will weiterhin Freundschaft. In diesen drei Monaten hatten wir eigentlich täglich Kontakt. Das habe ich jetzt eingestellt, ich will jetzt trotz unseres Kindes eine Kontaktsperre, ich muss mich selber schützen. Ich habe in dieser Zeit 20kg abgenommen, grübbel ständig darüber nach, wie es dazu kommen könnte, was ich falsch gemacht habe, warum er mir das so lange antun konnte. Ich muss mich emotional von ihm lösen und weiß noch nicht wie. Hab Angst vor der Zukunft, Angst, nie wieder jemanden so zu lieben wie ihn, ja und Angst, niemals mehr zu vertrauen. Kann man so etwas jemals verarbeiten und verstehen? Wann ist das Herz endlich soweit, ihn gehenzulassen? Der Kopf weiß, dass es vorbei ist, dass es nach all dem, was passiert ist, kein Vertrauen gibt. Aber das Herz liebt noch. Und immer wieder die Frage, wie kann er nach so langer Zeit einfach so übergangslos in eine neue Beziehung gehen? Hat ihm das alles nichts bedeutet? Ich fühl mich so weggeschmissen und ausgetauscht...