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Diskussion: Wenn plötzlich der Kontakt abgebrochen wird

FrühAmMorgen

76888
Guten Morgen,

mir (29 Jahre alt) ist jetzt schon mehrere Male aufgefallen, dass viele Geschichten hier damit endeten, dass der andere Partner plötzlich den Kontakt abgebrochen hat, ohne Aussprache. Es gab keine Erklärung und auf Nachfragen und SMS, Emails etc. wird auch gar nicht mehr eingegangen.
Kurzum, die Person ist einfach weg und wie vom Erdboden verschluckt. Für immer.

Für die Verlassenen ist es einfach ein Schock, so lese ich es.

Der Grund warum ich darüber reden möchte ist der, dass ich im Moment Single bin und eigentlich glücklich bin, dennoch fehlt mir manchmal ein Freund.

Aber aufgrund dieser Geschichten war ich schockiert und möchte niemals in so eine Situation geraten, in der der andere plötzlich wortlos weg ist!

Nun, ich könnte mir auch nicht vorstellen, dass mein Freund aufeinmal den Kontakt zu mir abbricht und nicht mehr mit mir spricht. Es sei denn natürlich, ich habe ihn schlecht behandelt und bin in der Beziehung nicht gut mit ihm umgegangen. Das wäre für mich evtl. schon ein Grund.

Das ist für mich die einzig logische Erklärung, wieso man so etwas tun könnte.

Deshalb an die Verlassenden: Seit ihr euch wirklich sicher, dass ihr nichts übersehen habt? Ihr schreibt, dass ihr euch so zerrissen fühlt und das alles nicht verstehen könnt. Aber war wirklich immer alles in Ordnung? Oder verdrängt ihr nur den eigentlichen Grund?

Oder gibt es wirklich solche Menschen die eiskalt sind und ganz ohne Grund so reagieren?

Ich würde mich über Antworten freuen!

16.10.2015 08:10 • #1


FrühAmMorgen


76888
Zitat:
Deshalb an die Verlassenden

*Sorry, es sollte natürlich Verlassenen heißen*

16.10.2015 08:12 • #2



Diskussion: Wenn plötzlich der Kontakt abgebrochen wird

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Sureone

Sureone


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hallo FrühAmMorgen,

ja diese Personen gibt es, leider.

Es ist heute so einfach, per WA oder FB eine Beziehung zu beenden ohne dem Anderen in die Augen sehen zu müssen.

Dies zeugt von Feigheit und Charakterschwäche.

Es ist verdammt grausam. Ich habe nun sehr sehr harte 3 Monate hinter mir, in denen ich immer wieder grübel was ich denn falsch gemacht habe. Dieses nicht Wissen und diese Ohnmacht ist ganz schwer zu ertragen. Was eben auch schlimm ist, man kann keinen Frieden mit sich und dem Anderen schließen. Ich fürchte ich kann ihr niemals mehr normal begegnen, denn inzwischen baut sich Hass gegen sie auf - eben weil man wie ein Stück Dreck weggeworfen wurde.

Das schlimme am Hass ist, dass dieser einen wiederum zerfrisst. Ein Teufelskreis.

Natürlich ist irgendwas schief gelaufen, aber dennoch zieht man sich nicht einfach so aus der Affäre.
Gut wenn, Betrug, Gewalt oder sonst schlimme Dinge passiert sind, kann ich das verstehen.
Dies lässt sich hier aber aus den Beiträgen selten raus lesen.

Hab Mut, ich hoffe das es auch noch Menschen mit Charakter gibt.

16.10.2015 08:32 • #3


FrühAmMorgen


76888
Hallo sureone,

genau wegen solchen Geschichten wie von dir habe ich diesen Thread eröffnet!

Mich würde interessieren - gab es vorher wirklich keinerlei Anzeichen?

Bei mir ist es so: Ich bin ein einigermaßen sensibler Mensch und ich könnte niemals einem anderen Menschen so etwas antun.

Ich meine...immerhin hat dich doch dein Freund mal geliebt? Ok, wenn er dich jetzt nicht mehr liebt ist das eine Sache. Aber wenn der Fall eintritt, kann er das doch sagen?

Also: Hallo, ich liebe dich nicht mehr und ich weiß nicht warum - es ist einfach so, deshalb will ich die Trennung.

Ich weiß nicht ob das nun falsch rüber gekommen ist, aber ich meine auch keine Leute die per FB oder Whatsapp Schluss machen, sondern die sich gar nicht melden.

Übrigens möchte ich nur etwas zum Thema Schlussmachen per SMS sagen. Weil es mir doch was sauer aufstößt gelegentlich, dass das so verteufelt wird: Ich habe 6 Monate gebraucht um die Trennung gegenüber meinem Ex auszusprechen, in Form einer Email. Ich habe es mündlich nicht geschafft, denn jedes Mal wenn ich mir das vornahm, brach ich innerlich zusammen und habe es nicht geschafft. Er liebte mich nicht mehr, aber ich liebte ihn über alles und ich konnte nicht mehr. Ich bin dann sogar zum Psychologen gegangen und habe viel Geld ausgegeben für ein paar Sitzungen, und das Ergebnis war, dass er mir riet die Trennung nicht persönlich auszusprechen - dem Rat bin ich dann auch gefolgt.

Es ist also keineswegs so, dass es mangelnder Courage liegt, wenn man sich nicht persönlich von jemandem trennt!
Er hat es mir im Übrigen auch nie Übel genommen und heute sind wir gut befreundet.

16.10.2015 09:24 • #4


Sureone

Sureone


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hallo FrühAmMorgen,

nein, es gab leider keinerlei Anzeichen. Nicht für mich, noch für Ihre Familie noch für irgendwelche Freundinnen.

Wir wollten ja zusammenziehen, und haben in der Woche davor noch gemeinsam Möbel ausgesucht. Sie hat ihren Freundinnen freudig berichtet, dass wir nun zusammenziehen. Die Kinder haben sich auf ihr neues zu Hause gefreut.
Und dann plötzlich innerhalb einer Woche - Ende.

Niemand konnte sie es erklären - mit mir wollte sie nicht sprechen - den Kindern hat sie es nicht erklärt.
Vielleicht hat sie Panik bekommen und dazu ein schlechtes Gewissen, weil ich mein Haus für sie umgebaut habe. Keine Ahnung aber darüber hätte man reden können, hab ich auch hinterher versucht, aber leider keine Antworten bekommen.

Nun in Deinem Fall ist es schon zu verstehen. Du trennst Dich obwohl Du liebst, aber diese Liebe nicht erwidert wird. Dass es Dir dann schwer fällt, kann ich schon verstehen. Du hast aber sicher eine ausführliche E-mail geschrieben und versucht zu erklären. Also ihn nicht mit seinen Fragen alleine gelassen - wenn da überhaupt welche waren, da er dich ja anscheinend nicht geliebt hat.

16.10.2015 09:37 • #5


jiry


76888
@FrühAmMorgen

Es ist also keineswegs so, dass es mangelnder Courage liegt, wenn man sich nicht persönlich von jemandem trennt!

- Das ist ja auch ok, weil Du starke Gefühle für ihn hattest. Dann brauchst Du Dich nicht angegriffen zu fühlen.

Wenn sich hier Leute darüber beklagen, denen aus mangelnder LIEBE und Loyalität vom Expartner per SMS der Schlussstrich gesetzt worden ist, dann ist aber aber auch nur allzu berechtigt. Da ist dann soviel emotionale Distanz vorhanden, dass man das von denen erwarten kann und muss, sich in einem 4 Augen -Gespräch zu verabschieden, insofern man denn die Möglichkeit hat (Distanz).

Ich werde deswegen, und das habe ich mir vorgenommen, schon aus Prinzip, mit meinem Ex kein Sterbens Wörtchen mehr reden.

16.10.2015 09:41 • #6


Dramaking


76888
Hallo,

leider ist es so. Nach Aussen wirkt es immer unglaubwürdig. Es ist aber wahr. Jeder sagt, da musst doch was gewesen sein. Du hast nicht richtig zugehört, interpretiert oder du warst blind.

Ich lebe nicht in der Partnerschaft zusammen, um dem Partner seine Sätze zu interpretieren gar zu erraten was der Partner mir den sagen möchte. Auch die Mimik, Gestik und das allgemeine Verhalten deuten nicht daraufhin, dass der Partner solche radikalen Schnitte machen würde.

Sie leben mit dir bis zur letzten Sekunde so wie immer. Sie reden, sie lachen , sie kuscheln. Sie planen das nächste Wochenende. Sie machen Insiderwitze bei gemeinsamen Frühstück. Sie sind sogar bis zum Ende in.im.
Du merkst gar nichts. Null.

Nach der Schlacht kann jeder General spielen. Du sitzt da und suchst nach den Gründen, weil der Verlasser Dir keine auf dem Tisch legte. Du sitzt da und findest nichts. Du reflektierst, du wechselst die Perspektiven, du wechselst die Seiten.

Was habe ich falsch gemacht? Das ist die häufigste Frage, die du dir dann stellst. Und zwischen drinnen verreckst du an dem Schmerz, der Enttäuschung, dem Ungewissen.

Und die größte Sauerei: der Partner sagt dir nicht mit was er unzufrieden war, was hat ihn bewegt, was hat ihm gefehlt. Was ihn unglücklich gemacht hat.

Es ist als ob du einen Stein in den Brunnen wirfst und darauf wartest bis dich der Klang des Aufpralls erreicht. Aber da passiert nichts. Du hörst nichts. Du wirfst noch paar Steine nach. Es bleibt aber still.

Diese Menschen geben keine Antworten. Sie schweigen. Sie haben nichts zu sagen. Sie sind wie dieser Brunnen, tief und dunkel. Was sich in ihnen verbirgt, wer sie sind, was sie wollen, weiss keiner.
Das Tragische ist, dass du denkst, dass du jahrelang frisches und sauberes Wasser aus diesem Brunnen geschöpft hast.

Es war bereits vergiftet.

16.10.2015 09:45 • x 1 #7


der alte


76888
Hallo FrühAmMorgen!

In Bezug auf das SMS - Schluss - Machen und den Therapeuten muss ich doch was schreiben.

Ein guter Therapeut gibt niemals Ratschläge. Dies ist ein Zeichen von Hilflosigkeit seitens des Therapeuten. Seine Aufgabe besteht darin, den Klienten dahin zu bringen, dass der seine psyschiche Verstrickung so weit entwirren kann, dass er selbst seine Entscheidung treffen kann. Es geht ja um die Stärkung von Autonomie des Klienten und nicht darum, dass er jemanden bekommt, der ihn an die Hand nimmt.

Warum es zu Trennungen von Beziehungen kommt, hat vielerlei Gründe. Und oftmals bahnt sich das Ganze schon recht lange vor der eigentlichen Trennung an.

Aber dies hat sowohl gesellschaftliche als auch individuelle Gründe. Wobei ich Wert auf die Feststellung lege, die Gründe sind immer ausserhalb der Sache gelegen, sie begründen sie nur.

Ein Grund hier und heute ist, dass Beziehungen knüpfen und lösen für die Individuen sehr leicht gemacht wird. Und weil es so problemlos geht, passiert es auch dementsprechend oft. Ein anderer Grund liegt darin, dass wir einem immer höher, immer größer, immer weiter unterliegen, wir leben halt in einer Leistungsgesellschaft. Und dieses Denken tragen wir in unsere Partnerschaften. Also wird der Partner beständig mit potenziellen Partnern verglichen. Und schneidet er dabei schlecht ab, wird er entsorgt. Das ist wie mit dem veralteten Auto. Hier blitzt ein weiteres Moment auf. Der Partner ist zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse da, dafür befriedigt man im Austausch seine. Mit seinem Partner gemeinsam das Leben zu meistern, tritt in den Hintergrund. Je tiefer der Einzelne diese Muster verinnerlicht hat, desto mehr sieht er sich als Individuum, nicht als Teil eines größeren Ganzen. Ein weiterer Grund ist die hohe Flexibilität, die den Menschen abverlangt wird. Flexibilität zersetzt Beständigkeit. Dies bedeutet auch ein mehr an Einsamkeit.

Ich möchte jedoch nicht so verstanden werden, dass ich einem konservativen Früher war alles besser das Wort rede. Veränderte gesellschaftliche Bedingungen bringen eben andere Probleme mit sich. Und wir müssen uns denen stellen.

Zitat: Ich bin ein einigermaßen sensibler Mensch und ich könnte niemals einem anderen Menschen so etwas antun.
Jede Trennung, egal wie sie erfolgt, hat mit Schmerz zufügen zu tun. Ob der Tod zuschlägt, beide einvernehmlich die Trennung vollziehen, oder einer sich einfach still entfernt.
Zumindest der Zurückbleibende erblickt ein tiefes Loch, wo gerade eben noch ein geliebtes Wesen stand.

16.10.2015 10:06 • #8


FrühAmMorgen


76888
Zitat:
Hallo,

leider ist es so. Nach Aussen wirkt es immer unglaubwürdig.


Hallo Dramaking,

nur kurz dazu, weil ich auf dem Sprung bin - versuche aber heute Mittag noch mal auf alles einzugehen: es hört sich tatsächlich unglaubwürdig an.
Ich meine, wenn ich doch in einer Beziehung lebe, ohne Streit, die gut läuft und beide sind glücklich - wie kann ich einfach verschwinden ohne eine Antwort?

So würde ich nicht mal reagieren wenn mich jemand geschlagen hätte - sondern ich würde der Person sagen: Du bist ein A*loch, genau aus diesem Grund, und das war es mit uns!

Aber so?
Ich meine...das kann ich alles nicht nachvollziehen..

16.10.2015 10:32 • #9


Sureone

Sureone


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hallo FrühAmMorgen,

Du hast es nicht erlebt, und kannst es nicht nachvollziehen.

Wir haben es erlebt, und können es auch nicht nachvollziehen. Es ist aber leider so.
Deshalb sind wir in diesem Forum.

Ich hatte in meinem Leben schon einige Trennungen hinter mir. Auch keine schönen Sachen, aber diese gingen auf anständige Weise zu Ende und man konnte sich hinter her noch in die Augen sehen.

Ich hatte damals auch kein Forum nötig, der Schmerz war zwar auch da aber er verging.
Nun aber diese Ungewißheit, diese Ohnmacht, die macht zu schaffen und läßt uns leiden und hindert beim Loslassen - eben weil so viele offene Fragen da im Raum stehen.

Klar könnte ich sagen: Du blödes A....loch, hast mir den Boden unter den Füßen weggerissen. läßt mich mit dem Scherbenhaufen alleine hier stehen, Du bist keine Träne wert

Aber dann kommen wir wieder zu dem Haßthema, und Haß zerfrisst ebenso wie Liebeskummer.

16.10.2015 10:48 • #10


Gast_25


76888
Ich meine, diese Thematik hat mit dem in der Kindheit erlenten Schema zu tun wie man Probleme bewältigt. Dieses schlägt sich dann auch unweigerlich in einer Partnerschaft nieder. Kann in der Partnerschaft die Problembewältigung nicht geschafft werden, diese erörtert und Lösungen herbei geführt werden, wie soll dies dann in der Phase der Trennung funktionieren können.

Daher bin ich schon der Meinung, dass sich die Trennung schon lange vorher entwickelt hat. Mitunter nicht zwagsläufig durch Streit aber eben durch Unfähigkeit die Probleme und Nöte des Alltags gemeinsam zu lösen, welche mitunter nicht auf den ersten Blick sichtbar sein müssen.

Schaffe ich es nicht, bereits in der Partnerschaft auch unkonfentionelle Entscheidungen zu treffen, mich zu Positionieren und meine Gefühle offen und ehrlich mitzuteilen, auch wenn diese mal nicht Positiver Natur sind, dann werde ich dies in der Trennungsphase schon lange nicht können, der einfachere Weg ist quasi abzutauchen.

Und sind wir mal ehrlich, Gefühle und Liebe sind nicht kontinuirlich und geradlinig, diese unterliegen Schwankungen aber welcher Partner äußert solch eine Schwankung? Im Gegenzug, welcher Partner versteht diese Schwankung, akzeptiert diese und weiß diese einzuordnen? Hier kommen Ängste zum Vorschein, mal kleiner, mal größer, Angst vor dem Verlassen werden, Angst allein da zu stehen, Angst nicht geliebt zu werden...Ängste welche sich schon Jahre oder Jahrzehnte füher entwickelt haben.

Die Reaktionen bei einer Trennung sind also im Grunde nur ein Fortsetzen von Mechanismen welche schon unser ganzes Leben uns begeleiten, dies nun abzutun mit Feigheit und Charackterschwäche ist zu billig, letztendlich hat der Betroffende doch einen längeren Zeitraum genau mit diesen Mechanismen des Partners, des erlernten seines Partner, gelebt. Letztendlich muss man sich auch selber die Frage stellen, wie ist mein Umgang mit Ehrlichkeit meines Partners? Akzeptiere ich Sätze wie Schatz, ich habe heute nicht das Gefühl der Liebe für Dich, da usw. und sieht es als einen Zustand der jetzt und heute vorhanden ist, in 2 Stunden aber schon wieder ganz anders sein kann. Wir möchten immer kosnstante Gefühle, konstante Liebe und wundern uns am Ende, wenn der Partner nicht in der Lage ist, mitzuteilen das sich genau diese verändert haben.

16.10.2015 11:13 • #11


Gast678910


76888
Hallo an alle,

bin schon seit geraumer Zeit stille Mitleserin. Zu diesem Thema möchte ich aber etwas beitragen. Ich wurde sowohl schon einmal durch schweigen aus dem Leben verbannt als auch war ich selbst die Schweigende.

Ich kann damit beide Seiten verstehen. Ich gebe den Verlassenen dahingehend Recht, dass es wirklich grausam ist so behandelt zu werden. Wenn man selbst nicht genau weiß was vorgefallen ist und sich lange Zeit mit Grübeln und Schuld beschäftigt. Annäherungsversuche startet und diese im Nichts ändern.
Und dennoch gibt es manchmal keinen anderen Weg für den Akteur. Wenn Dinge schon hundertmal besprochen worden sind und einfach keine Änderung eintritt. Du weiter durch Verhalten verletzt wirst und die Kraft nicht besitzt nochmal alles durchzuarbeiten. Für mich wahr es damals Selbstschutz. Ich wusste, dass ich bei einer erneuten Auseinandersetzung eingeknickt wäre. Ich habe davor schon alles zig mal zur Sprache gebracht und dennoch würde ich von dieser betreffenden Person weiter und weiter verletzt durch die Art und Handlung. Ignoranz war zugleich mein Schild und meine Waffe.

Und letztendlich ist es so. Derjenige der sich ausschweigt ist in den seltensten Fällen nur die Person, die nur grausam jemanden von heute auf morgen fallen lässt.
Als ich damals von heute auf morgen ohne ein Wort verlassen wurde, wusste ich auch erstmal nicht warum. Fand das Verhalten unter aller x.. Warum konnte man nich wenigstens sagen warum. Ich fühlte mich Monate elend und wie Dreck behandelt. Aber trotzdem wusste ich, dass dem Verhalten von ihm was voran gegangen zu sein schien. In den seltensten Fällen ist man komplett unschuldig. Sicherlich gibt es solche Gefühlskälte oder Feigheit aber meistens steckt einfach nur Selbstschutz dahinter.
Das ist zumindest meine Erfahrung.

Liebe Grüße Sandra.

16.10.2015 11:16 • #12


Isadora


76888
Dramaking, dem kann ich so nur zustimmen, der Vergleich mit dem Brunnen ist treffend.

Nach 33 Jahren zusammen leben meint man doch einen Menschen zu kennen.
Ich habe nichts gemerkt und er hat sich auch nichts anmerken lassen, niemand hätte das gedacht.
Weder unsere Tochter, noch seine oder meine Mutter. Es hat nie Streit gegeben, wir waren bis zuletzt eine Einheit, unsere Tochter meinte zwischen euch passt nicht mal ein Blatt Papier, so stimmig und liebevoll seid ihr zueinander.
Wie sehr man sich doch täuschen kann.

Am Vorabend noch telefoniert weil er Nachtdienst hatte und am nächsten Morgen kommt er heim und lässt die Bombe platzen, es gibt eine Andere und er verlässt mich, packt seine Sachen und weg war er.
Kein Gespräch nur die vollendete Tatsache, aber jemand der einem vor lauter schlechtem Gewissen nicht mal in die Augen sehen kann von dem hat man auch kein klärendes Gespräch zu erwarten.

Ich habe bis heute noch keine Erklärung bekommen die mir plausibel erscheint und es wird wahrscheinlich auch keine mehr kommen.

Menschen sind manchmal wie Raubtiere, einfach unberechenbar und sie schlagen zu wenn du es am wenigsten erwartest.

16.10.2015 11:24 • #13


Dramaking


76888
Zitat von FrühAmMorgen:
Zitat:
Hallo,

leider ist es so. Nach Aussen wirkt es immer unglaubwürdig.


Hallo Dramaking,

nur kurz dazu, weil ich auf dem Sprung bin - versuche aber heute Mittag noch mal auf alles einzugehen: es hört sich tatsächlich unglaubwürdig an.
Ich meine, wenn ich doch in einer Beziehung lebe, ohne Streit, die gut läuft und beide sind glücklich - wie kann ich einfach verschwinden ohne eine Antwort?

So würde ich nicht mal reagieren wenn mich jemand geschlagen hätte - sondern ich würde der Person sagen: Du bist ein A*loch, genau aus diesem Grund, und das war es mit uns!

Aber so?
Ich meine...das kann ich alles nicht nachvollziehen..


Das kannst Du nicht nachvollziehen. Versuche es gar nicht. Ich kann es auch nicht. Meine plausibelste Erklärung ist das nicht verarbeitete Trauma und dessen Folgen und damit werde ich leben müssen.

Dem Wasser aus dem Brunnen traue ich nicht mehr. In den Brunnen hinabzusteigen? Das sollten die Experten tun.

Was mich unendlich traurig macht: der letzte Kuss schmeckte wie immer. Das eingebrannte letzte Bild wie sie lächelnd die Treppe runterging...dann folgte die ekelhafte Stille.

16.10.2015 11:49 • #14


Chris_B


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Zitat:
Oder gibt es wirklich solche Menschen die eiskalt sind und ganz ohne Grund so reagieren?

Ja, es gibt diese eiskalten Menschen. Aber ohne Grund handelt NIE ein Mensch. Irgendwas ist, aber dass der Verlassene diesen Grund gegeben hat, ist eben nicht immer der Fall. Wie du ja auch hier lesen kannst. Manchmal kommen die Gründe woanders her und wenn man sich selbst nicht damit beschäftigen mag, blockiert man eben den Kontakt. Selbstreflektion? Ein Fremdwort.

16.10.2015 12:03 • #15



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