Serafine
Gast
Ich schreibe diese Zeilen weil ich nun wieder in Gefühlen wandere, die ich lange Zeit glaubte nun zu kennen, doch dann kamst Du .
Gestern erst habe ich überlegt ob ich Deinen beiden Töchtern einen Brief schreiben werde, ich weiß es noch nicht, doch sind da diese Gedanken das ich mich dafür entschuldigen muss und möchte, geglaubt zu haben , ein Anrecht darauf zu besitzen zu glauben, ein Teil Eurer Familie zu werden.
Noch immer sehe ich vor meinem inneren Auge das Unfassbare, wie ich damals, vor 14 Jahren an der Verkaufstheke stand und Du die Tür von innen aufmachend und Füsse abtretend den Kopf gehoben hast um mir direkt in die Augen zu schauen.
Gerne wüsste ich warum Du es warst und bist - dieser eine Blick, der uns beide verbunden hat.
Du wusstest nicht das ich damals eine der schwersten Zeiten meines Lebens überstehen musste, Du wolltest nicht wissen wer ich bin, oder woher ich komme, Du wolltest mich nur ansehen - deshalb haben Deine Kollegen Dich immer damit geneckt wenn ich wieder in die Werkstatt kam und Du kamst blitzschnell um die Ecke, nur um Hallo zu sagen.
Ein paar Sätze die wir dann tauschten, bis ich für 14 Jahre kein Wort mehr von Dir hören sollte, Dich nicht wiedersehen sollte und dann tauchst Du auf, einfach so.
Du fährst mir nach und als mir klar wurde wer Du bist, dass Du es warst der mich damals so innerlich berührt hat wurde ich natürlich unsicher, denn Männer machen mir Angst - nur Du nicht ...
Du hast mich in unserem letzten Gespräch gefragt ob ich nun auch vor Dir Angst haben würde, ob ich nun auch zittern würde wenn Du mich berühren würdest, ich habe "ja" gesagt ; weil ich Dich abschrecken wollte und Dir sagen wollte das Du mich tiefer verletzt hast als Du weisst, aber es würde nicht so sein, Das weiß ich...weil da was ist was uns verbindet und ich weiß nicht was...
Wie Du das 1. mal meine Hand genommen hast, noch vorher sagtest das ich nicht erschrecken soll, weil Du das jetzt tun würdest und mir nichts passiert...wie Du mich das erste Mal an Dich gezogen und so sanft geküsst hast, ohne darauf zu achten das ich hin und hergerissen war in meinen Gefühlen, die Sicherheit die Du mir gegeben hast , zu wissen was gut für uns beide ist...es fehlt mir.
Es sind Gefühle, nichts weiter, ich weiß - aber Du hast mir binnen weniger Wochen mehr gegeben als die ganzen Männer in meiner Vergangenheit und deshalb möchte ich auch nie mehr über sie sprechen oder schreiben, auch nicht mehr über sie nachdenken, denn es ist vorbei...aber Du und ich, wir hatten was ganz Grosses.
Viele Jahre die uns im Stillen verbinden, in denen wir beide unsere Geschichten geschrieben haben und ich habe eine Zukunft mit Dir gesehen.
Nicht in Abhängigkeit oder Unterdrückung, nicht in Wut und Verletzung, sondern in gegenseitiger Achtung, Liebe und Fürsorge für den Anderen.
Diese ganzen kleinen Dinge die für mich so gross waren, ich bin froh darum, dass ich mich immer bei Dir bedankt habe, auch wenn Du es vielleicht albern empfunden hast, aber es war mir so wichtig Dir zu sagen das ich es sehe !
Sehe wie kostbar diese Momente waren und das ich im Hier und Jetzt sein wollte und ich habe es ernst gemeint, deshalb melde ich mich auch nicht mehr...als ich sagte, dass dieser Mensch der ich war, in diesen Momenten, Dich geliebt hat und es immer tun wird, einfach weil Du und ich gut miteinander waren und sind.
Ich lebe nicht mehr in der Vergangenheit, auch wenn Viele das noch immer nicht glauben können, ich bin im Jetzt angekommen, doch Du bist nicht mehr da...
Während ich diese Zeilen schreibe schüttelt es mich vor Kummer, Tränen und Schmerz und ja ich bin sehr viel emotionaler als Du es erwartet hättest, aber Das ist auch der Grund, warum ich diese Nähe und das was Du so sehr genossen hast , erzeugen konnte.
Das bin ich.
Hochsensibel...alles andere als leicht, aber Das was Du geliebt hast, in diesen Momenten....
oder auch nicht, ich weiß es nicht mehr.
Doch dieser Moment in der Eisdiele, als Du sagtest das Du am ganzen Körper vibrierst und Du nicht weißt was da passiert, wir im Dom standen und die Kerzen angezündet haben, der Kuss vor dem Brunnen, der nie enden würde, bei dem Dein Atem zu meinem wurde....
wie wir wie die Teenager auf der Rückbank in Deinem Auto gekuschelt haben, weil Du Deinen Kindern noch nicht von mir erzählen konntest und die Küsse auf den Parkplätzen, Deine Arme um mich , obwohl es so heiß war, am See....
alles......vorbei.....hast Du es vergessen ?
So schnell ?
Ich werde diese Bilder nicht los und ich will es auch garnicht, denn es ging um meine Zukunft, die ich so gerne mit Dir teilen wollte....es ist noch so vieles mehr was ich Dir sagen will, doch darf ich es nie mehr....ich habe es Dir nie gesagt, oder es Dir direkt gesagt das ich Dich liebe...weil ich immer die Angst hatte das Du gehst....und ich wusste nicht wie ich Dich halten soll ...

