Zitat von SilentOne78:Mmmhh... mir geht das hier ein bisschen zu schnell mit der "Pathologisierung".
Zum besseren Verständnis: wie oft seht ihr euch denn, wieviel Zeit verbringt ihr zusammen?
Was war die längste Zeit am Stück die ihr mal zusammen wart?
Angenommen ihr habt drei ganze Tage zusammen... zeigt er dieses Verhalten dann durchgehend gleich intensiv - oder ist es am Anfang besonders stark und flaut dann am zweiten, dritten Tag ab?
Wie ist seine Kommunikation in der Zeit wo ihr euch nicht seht? Meldet er sich da sehr oft, erwartet er dass Du Dich meldest? Ist er kontrollierend, will er immer wissen wann Du was, wo, mit wem machst wenn er nicht dabei ist?
Wir wohnen gut 100 km auseinander und sehen uns jedes Wochenende. Hin und wieder besuche ich ihn auch unter der Woche. Bin in meinen Arbeitszeiten wesentlich flexiber. Er kann unter der Woche nicht zu mir kommen.
Das Problem begann als wir zusammen im Urlaub waren. Die Zeit war im Grunde sehr schön, ich war aber immer wieder genervt, weil er ständig um mich rum war. Das ist zwar normal im Urlaub, aber ich meine diese Fixiertheit. Der Gipfel war, dass er mir in meinen Geldbeutel griff, als ich bezahlen wollte mit einem Schein Auslandswährung, weil er es für "richtiger" hält kurz vor Ende des Urlaubs nur mit Münzen zu zahlen. Das war im wahrsten Sinn des Wortes übergriffig.
Und angeblich alles nur "um mir zu helfen".
Ich komme mir langsam schon etwas wie der Erfüllungsgehilfe seiner persönlichen Bedürfnisse vor.
Ähnlich wie sashimi sehe ich es als das größte Problem, dass ich nicht mit ihm reden kann.
Erwachsen über Beziehungsprobleme zu reden ist schlichtweg nicht drin. Sich selbst kritisch zu sehen ohne sich abzuwerten kann er nicht. Dann kommt eben die Nummer "immer mach ich alles falsch". Opferrolle...
Wohingegen er seine Interessen knallhart durchzieht. Und ich finde das eben gut und auch sehr wichtig und rede ihm nicht rein.
Bin eben gerade ziemlich ratlos. Er ist emotional und beziehungstechnisch völlig infantil, das stimmt. Davon abgesehen haben wir eine super Zeit und verstehen uns.
Die gemeinsamen Unternehmungen machen viel Spaß, er will mich wirklich, usw. Deswegen hoffe ich, dass ich ihm künftig mehr Sicherheit vermitteln kann, weiß nur noch nicht so richtig wie. Ich denke am ehesten wird es funktionieren wenn ich meine Grenzen hart setze und ihm trotzdem zeige wie sehr ich ihn liebe.
Bin davon überzeugt, dass es verbal nicht lösbar sein wird.
Zu mir hat er mal gesagt, er hätte noch nie so eine "starke" Partnerin wie mich gehabt. Empfinde das nicht so und fragte nach.
Er meinte seine anderen Freundinnen hätten sich wesentlich stärker an ihm orientiert und schnell einen Aufstand gemacht, wenn er mal nicht 3x täglich angerufen hat oder Bikinibildchen auf seinem PC von irgendwelchen Sportlerinnen.
Habe mich zwar geschmeichelt gefühlt, finde das aber recht normal... Frag mich mittlerweile schon ein bisschen ob ich im Schnitt vielleicht wirklich was gefühlskalt bin. Oder eben zu cool und er denkt eben ich würde nicht genug empfinden und deswegen der Stress.