26

Ehe am Ende

T

Theo4590
Mitglied

Beiträge:
5
Themen:
1
Danke erhalten:
10
Mitglied seit:
Guten Abend.
Meine Name ist Theo und ich bin 42Jahre alt und hier ist meine Geschichte.
Ich weiß gerade nicht mehr, wohin mit meinem Leben und hoffe vielleicht auf ein paar ehrliche Gedanken oder Erfahrungen von Menschen, die etwas Ähnliches erlebt haben.

Ich habe meine heutige Frau 2013 kennengelernt. Wir waren sehr glücklich miteinander. Wir hatten beide bereits ein Kind aus einer früheren Beziehung. Zwei Jahre später sind wir zusammengezogen und haben versucht, uns gemeinsam ein neues Leben aufzubauen.

2016 haben wir Zwillinge bekommen. Eines unserer Kinder ist leider schwer krank und hat Pflegegrad 4. Von diesem Moment an war unser Alltag noch einmal eine ganz andere Herausforderung.

Meine Frau musste sich davor schon um ihre kranke Mutter kümmern, die bettlägerig war. Sie war eigentlich immer für alle da und hat versucht, aus jeder Situation das Beste zu machen.

Aber irgendwann hat uns das ganze Leben eingeholt.

Wir hatten beide mit Spielsucht zu kämpfen. Unsere Schulden wurden immer mehr und irgendwann habe ich die Reißleine gezogen. Ich habe mich für das Glücksspiel sperren lassen und angefangen, meine Schulden zu regeln. Meine Frau wollte diesen Weg leider nicht mitgehen. Sie hat ihre Schulden weiterlaufen lassen und mittlerweile liegen sie bei den Gerichtsvollziehern. Durch ihr P-Konto und den entsprechenden Freibetrag ist momentan nichts zu holen.

Und so vergingen die Jahre.

Drei Kinder, davon ein pflegebedürftiges Kind, Alltag, Arzttermine, Organisation, finanzielle Sorgen und ständig irgendwelche Probleme. Unterstützung von unseren Familien hatten wir praktisch nicht. Wir mussten alles irgendwie alleine schaffen.

Wir haben funktioniert.

Wir haben versucht, unseren Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen und immer weitergemacht. Aber dabei ist unsere Beziehung irgendwann auf der Strecke geblieben.

Zeit für uns als Paar gab es kaum noch. Zeit füreinander eigentlich fast gar nicht. Wir waren mehr Eltern, Organisatoren und Menschen, die irgendwie den Alltag bewältigen mussten, als Mann und Frau.

Trotzdem dachte ich, dass wir das gemeinsam durchstehen.

Bis ich jetzt erfahren habe, dass meine Frau seit zwei Jahren eine Affäre hatte.

Zwei Jahre.

Ich habe davon nichts gewusst.

Sie sagt mir, dass sie diesen Mann liebt. Und später sagt sie mir, dass er nicht zu ihr steht.

Ich sitze jetzt hier und weiß ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr, was ich denken oder fühlen soll.

13 Jahre gemeinsame Geschichte. Drei Kinder. Unzählige schwierige Situationen. Gute Zeiten, schlechte Zeiten, Schulden, Krankheit, Sorgen und alles, was wir gemeinsam durchgemacht haben.

Und plötzlich steht alles infrage.

Was mich zusätzlich völlig fertig macht, ist die Frage, warum sie diese Entscheidung getroffen hat.

Sie weiß genau, dass sie vieles alleine kaum bewältigen kann, wenn ich ausziehe. Gerade wegen unseres pflegebedürftigen Kindes und unserer gesamten finanziellen Situation. Ich verstehe einfach nicht, wie sie sich für diesen Weg entscheiden konnte, obwohl sie doch weiß, was danach auf uns alle zukommt.

Ich will ihr ihre Gefühle nicht absprechen. Wenn sie mich nicht mehr liebt, kann ich niemanden zwingen, bei mir zu bleiben.

Aber ich verstehe nicht, warum sie zwei Jahre lang ein Doppelleben geführt hat.

Und ich weiß gerade auch nicht, was ich tun soll.

Soll ich versuchen, zu bleiben und um unsere Familie zu kämpfen?

Soll ich gehen?

Soll ich überhaupt noch versuchen, diese Ehe zu retten, nachdem es diese zweijährige Affäre gab?

Oder ist das alles schon so kaputt, dass es keinen Sinn mehr macht?

Ich habe selbst Fehler gemacht. Auch ich habe meine Probleme gehabt, insbesondere mit der Spielsucht. Aber ich habe irgendwann gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann, und versucht, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Jetzt habe ich das Gefühl, dass mir der Boden unter den Füßen weggezogen wurde.

Ich liebe meine Frau trotz allem noch. Und gleichzeitig bin ich unglaublich verletzt, enttäuscht, wütend und traurig.

Am meisten Angst macht mir aber, was jetzt mit unseren Kindern passiert und wie wir dieses ganze Chaos überhaupt bewältigen sollen.

Vielleicht gibt es hier Menschen, die eine ähnliche Situation erlebt haben.

Was würdet ihr tun?

Kann eine Beziehung nach einer zweijährigen Affäre überhaupt noch gerettet werden?

Und wie schafft man es, bei all dem Schmerz trotzdem vernünftig zu bleiben – vor allem, wenn Kinder und so viele finanzielle Probleme mit im Spiel sind?

Ich bin gerade einfach nur ratlos.

• x 5 #1


mokka_23
@Theo4590 Tut mir leid, das klingt alles nicht gut und sehr anspruchsvoll. Ich würde alles dran setzen, deinen Kindern weiterhin ein möglichst sorgenfreies Leben zu bieten. Ich kenn mich damit nicht aus, schau einfach, dass du nicht für die Schulden deiner Frau aufkommen musst. Du bist offenbar der Vernünftigere von euch beiden. Lass dich nicht in den Abgrund reissen, dir und vor allem deiner Kinder zuliebe.

• #2


A


Ehe am Ende

x 3


Heffalump
Zitat von Theo4590:
Kann eine Beziehung nach einer zweijährigen Affäre überhaupt noch gerettet werden?

ja kann
aber nicht von dir. der erste Schritt müsste von deiner Frau kommen. Aber sie hat vor 2 Jahren sich in eine Affäre geflüchtet, dem Alltag zu entkommen. Sie bräuchte vermutlich eine Therapie, auch wegen der Spielsucht.

Noch ist sie nicht am Boden. Und da muss sie hin, sonst sind es nur temporärere Änderungen, aber nichts von Bestand.

Sei der Klügere, kümmere dich um die Kinder, trenne dich, auch du musst Dinge aufarbeiten und lernen, das du nicht ihr Therapeut bist.

• x 4 #3


Mariaa89
@Theo4590
Hallo Theo,

es tut mir sehr leid, dass es dich hierher verschlagen musste!

Es ist furchtbar hart was du grade durchmachst!

Ich habe im Februar rausgefunden, dass mein Mann mich seit 2,5 Jahren betrogen hat. Der Zeitraum ist schon immens, ich verstehe vollkommen, dass dich das einfach umhaut und die Jahre komplett infrage stellst, wie du sie erlebt hast!

Zitat von Theo4590:
Aber ich verstehe nicht, warum sie zwei Jahre lang ein Doppelleben geführt hat.

Das wirst du dich noch lange fragen, aber ich glaube so richtig verstehen wird man es vielleicht nie können. Und irgendwann wird es zur Aufgabe, nicht mehr das Warum zu beantworten, sondern rauszufinden, ob man akzeptieren kann, dass man es nicht rausfinden wird. Aber das dauert!

Zitat von Theo4590:
Kann eine Beziehung nach einer zweijährigen Affäre überhaupt noch gerettet werden?

Ich hoffe es, denn wir versuchen es, aber ich kann dir bei uns noch nicht sagen, ob es letztendlich funktioniert. Da sind vielleicht eher andere am Zug.

Zitat von Theo4590:
Und wie schafft man es, bei all dem Schmerz trotzdem vernünftig zu bleiben

Manchmal gar nicht und das ist auch nicht schlimm.
Seine Kinder schützt man ganz automatisch, über den Rest darf man auch mal hinwegsehen, hat deine Frau sich ja auch 2 Jahre lang erlaubt. Wut, Trauer alles muss raus! Und zwar an die richtige Adresse, nicht gegen dich selbst, sondern gegen deine Frau und ihr Verhalten!

Zitat von Theo4590:
Soll ich versuchen, zu bleiben und um unsere Familie zu kämpfen?

Das musst du ganz für dich entscheiden, da kann dir letztendlich keiner helfen,ABER du musst das auf keinen Fall sofort entscheiden und wenn du das Gefühl hast, nur weil du nicht sofort entscheidest, läuft doch etwas weg, dann weißt du schon bescheid, dass es nicht lohnt, finde ich!

• x 3 #4


Pippa
@Theo4590
Willkommen hier🤗.

Ich glaube, Du versuchst gerade, Antworten auf Fragen zu finden, die sich überhaupt noch nicht beantworten lassen.

Nach 13 Jahren, Kindern, einem schwer kranken Kind, Schulden, Spielsucht und jahrelangem Funktionieren haut Dich so eine zweijährige Affäre natürlich komplett aus der Spur.

Bei aller Empörung über Deine Frau würde ich auch nicht versuchen, jetzt ihre Motive bis ins letzte Detail zu verstehen.

Vielleicht hat sie sich verliebt. Vielleicht ist sie geflüchtet. Vielleicht war sie selbst irgendwann nur noch erschöpft. Keine Ahnung.

Sie hätte trotzdem die Verantwortung übernehmen und mit offenen Karten spielen müssen. Zwei Jahre heimlich nebenher sind schon eine Hausnummer.

Dieses "sie weiß doch, dass sie es ohne mich kaum schafft" würde ich ausblenden.
Du bist ihr Mann, nicht ihr persönlicher Rettungsdienst.

Und Du musst nicht in einer Ehe bleiben, nur weil es ohne Dich für sie schwieriger wird.

• x 4 #5


T
Guten Abend und danke für eure Antworten und eure Gedanken.
Leider ist bei uns noch alles viel zu frisch, um wirklich vernünftig über die ganze Situation reden zu können. Meine Frau steckt selbst in einem Gefühlschaos und ich glaube, sie weiß momentan wahrscheinlich selbst nicht genau, was sie eigentlich will.
Was mir allerdings sehr fehlt, ist das Gefühl, dass es ihr wirklich leid tut.
Sie hat zu mir gesagt, dass sie nicht stolz darauf ist, was sie gemacht hat. Ich weiß, dass sie selbst mit ihren Gefühlen und Entscheidungen zu kämpfen hat, aber bei mir ist trotzdem vieles noch gar nicht angekommen. Vielleicht ist einfach alles noch zu frisch.
Ich möchte im Moment aber auch keinen weiteren Streit.
Deshalb habe ich ihr eigentlich nur einen einfachen Vorschlag gemacht:
Wir sollten versuchen, zumindest als Eltern normal und respektvoll miteinander umzugehen.
Wir müssen nicht über unsere Beziehung sprechen, wenn wir beide dafür noch nicht bereit sind. Aber wir müssen über die Kinder, ihre Versorgung und unseren Alltag miteinander reden können.
Und wenn einer von uns gerade nicht reden möchte, dann sollte er das einfach sagen können.
Ein „Ich kann gerade nicht darüber reden, lass uns später darüber sprechen“ ist für mich völlig in Ordnung.
Ich möchte einfach, dass wir aufhören, uns gegenseitig weiter weh zu tun.
Und tatsächlich sind jetzt zwei Tage vergangen, ohne dass wir gestritten haben.
Vielleicht klingt das für andere nach sehr wenig.
Für mich ist es gerade trotzdem etwas.
Nach allem, was in den letzten Tagen passiert ist, fühlt es sich fast schon wie ein kleiner Schritt in die richtige Richtung an.
Ich weiß noch überhaupt nicht, wohin das alles führt.
Ich weiß nicht, ob unsere Ehe noch eine Chance hat, und ich weiß auch nicht, was meine Frau letztendlich für sich und für unsere Familie möchte.
Aber im Moment versuche ich, nicht alles auf einmal lösen zu wollen.
Erst einmal möchte ich, dass wir wieder miteinander reden können, ohne dass daraus sofort ein Streit entsteht.
Vielleicht ist das momentan das Wichtigste – gerade wegen unserer Kinder.

• x 3 #6


Heffalump
Zitat von Theo4590:
Was mir allerdings sehr fehlt, ist das Gefühl, dass es ihr wirklich leid tut.

das sollte deine rote Flagge sein. denn nur wer aufrichtig bereut, wird auch was ändern wollen

• x 2 #7


ZwillingsIch
Zitat von Theo4590:
Meine Frau musste sich davor schon um ihre kranke Mutter kümmern, die bettlägerig war. Sie war eigentlich immer für alle da und hat versucht, aus jeder Situation das Beste zu machen.

Hallo und Guten Abend,
Ihr beide, wahrscheinlich noch mehr Deine Frau, seid so dermaßen ausgebrannt.
Zocken .. Affären sind (flüchtige) Fluchthelfer. Stressabbau.

Zitat von Theo4590:
Aber im Moment versuche ich, nicht alles auf einmal lösen zu wollen.

Zitat von Theo4590:
Ich möchte einfach, dass wir aufhören, uns gegenseitig weiter weh zu tun.

Meine Glaskugel sagt, da besteht noch Hoffnung, eine Chance.

Deshalb:
Zitat von Theo4590:
Sie sagt mir, dass sie diesen Mann liebt. Und später sagt sie mir, dass er nicht zu ihr steht.

Stehst Du zu ihr?
Paartherapie?
Habt Ihr dafür überhaupt noch Zeit?
Kohle?
Alles Mist, Ihr müsst es (wieder einmal) alleine schaffen.
Gebt Euch Platz, Raum, Zeit und Luft zum Atmen. Ganz lange Leine, keine Kontrolle.
Ihr müsst Euch beide neu erfinden.

• x 2 #8


Waldfee47
Zitat von Theo4590:
Ich weiß noch überhaupt nicht, wohin das alles führt.

Lieber Theo, es tut mir leid, was Du durchmachst, was Ihr als Familie alles durchmachen musstet. Habt Ihr nie Hilfe erhalten für Euch als Familie? Für Euer krankes Kind, Unterstützung..? Wie soll man das alles tragen..
Mir spukt ein Gedanke im Kopf herum: Es herrscht Chaos bei Euch... wäre es eine Möglichkeit, in dieser Chaos-Situation eine Familienkur zu beantragen, bei der Ihr als Familie endlich mal Entlastung erleben, alles auf den Tisch legen könnt? Trennung geht auch danach noch, oder kann auch dort schon besprochen werden. Aber ich finde, es ruft alles nach Entlastung. Ihr habt so lange so vieles getragen und da gab es viele Scherben.
Es ist heutzutage immer mehr üblich, dass die ganze Familie in Kur geht, nicht mehr nur Vater/Kind oder Mutter/Kind. Ist die Idee absurd?

• x 1 #9


T
Guten Abend,

wegen unseres Sohnes bekommen wir bereits eine kleine Entlastung. Er wird jeden Morgen mit dem Schulbus abgeholt, zur Schule gebracht und nachmittags wieder nach Hause gefahren. Das hilft uns im Alltag schon sehr.

Eine Eheberatung wäre vielleicht eine Möglichkeit. Aber letztendlich gehören dazu immer zwei Menschen, die bereit sein müssen, gemeinsam etwas zu verändern. In der Vergangenheit hat das leider nicht immer funktioniert, besonders wenn bestimmte Ratschläge oder Lösungsansätze vorgeschlagen wurden.

Deshalb denke ich mittlerweile, dass es vielleicht besser wäre, einen Schlussstrich unter die Ehe bzw. Partnerschaft zu ziehen. Nicht unbedingt, um alles zu beenden, sondern um einen neuen Weg einzuschlagen.

Vielleicht wäre es möglich, in Zukunft eine gute Verbindung als Familie aufzubauen – mit Respekt, gegenseitiger Unterstützung und vor allem zum Wohl unseres Sohnes. Und vielleicht entsteht aus dieser neuen Form des Miteinanders am Ende sogar etwas Größeres und Wertvolleres als die bisherige Ehe oder Partnerschaft.

Manchmal bedeutet ein Schlussstrich nicht, dass alles verloren ist. Vielleicht bedeutet er auch, dass man die Chance bekommt, etwas Neues und vielleicht sogar Besseres entstehen zu lassen.

• x 1 #10


Waldfee47
@Theo4590
Das ist gut, dass Ihr schon etwas Entlastung bekommt, wegen Eures Sohnes.
Du liest Dich sehr gefasst und ruhig.
Ich glaube Du weißt schon ein klein wenig, wie es für den Moment weitergehen kann.
Ich finde es gut, alles Schritt für Schritt anzugehen!
Ich wünsche Euch viel Kraft eine gute Richtung zu finden.
Außerdem wünsche ich Euch viele weitere streit-freie Tage und viel Liebe zu Euren Kindern.

• #11


T
Danke für eure Antworten. Ich werde jetzt erst einmal schauen, wie sich die nächsten Tage und Wochen entwickeln, und mich dann mit einem Update melden.

Meine größte Sorge bei der ganzen Situation ist, dass das familiäre Konstrukt, das über viele Jahre funktioniert hat, plötzlich auseinanderbricht. Beide können arbeiten gehen, die Kinder sind versorgt und der Alltag ist grundsätzlich organisiert.

Genau das möchte ich nicht gefährden. Mir ist wichtig, dass die Kinder möglichst wenig unter der Situation leiden und ihre Stabilität und ihr gewohntes Umfeld erhalten bleiben.

Deshalb möchte ich die nächsten Schritte gut überlegen und nichts überstürzen.
Schönen Abend noch euch allen .

• x 1 #12


Waldfee47
Zitat von Theo4590:
Deshalb möchte ich die nächsten Schritte gut überlegen und nichts überstürzen.

Dir eine gute Nacht.
Ich bin mir sicher, Ihr werdet einen Weg finden. Der muss aber heute nicht mehr gefunden werden.

• #13


A
Ich empfehle eine Schuldnerberatung, weil ich
da auch eine große Belastung sehe.

• #14


A


x 4