Nalf
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das tut mir leid, dass Dir so brutal der Zugang zu Deinen Gefühlen genommen wurde.
Dann ist Dein Verhalten völlig logisch und Du wirst in 1-2 Jahren, wenn Du über Therapie gelernt hast, Dich zu spüren und rechtzeitig auszudrücken und vor allem selbst zu trösten, merken, wie leicht das Leben ist, wenn man das kann. Dir wird eine schwere Last von den Schultern fallen, weil Deine Gefühle nicht wie ein Tornado durch Dich durchrauschen und unkontrollierbar Zwangaktionen bei Dir auslösen, sondern wie sanfte Wellen bei Dir anlanden und abrauschen und Du sie sogar verzögern und kontrollieren kannst, ohne sie zu unterdrücken.
Leider kann man das nicht über Nacht lernen.
Und jetzt, wo Du es am dringendsten gebrauchen könntest, steht es Dir leider nicht zur Verfügung.
Daher folgender Tipp aus meiner persönlichen Erfahrung. Geh mal bitte zu Deinem Hausarzt (oder zur Therapeutin) und beschreib Deine Ups and Downs. Es gibt Antidepressiva, die in geringer Dosierung (halbe Tablette halbe Stunde vorm beabsichtigten Schlafengehen) wie ein Schlafmittel wirken und auch am darauf folgenden Vormittag noch "die Spitzen nehmen", also eine leichte "mir doch egal"-Atmosphäre in Deinem Körper und Geist verbreiten. Vielleicht hilft Dir das aktuell, nicht wie ein Wiesel hinter Deinen Ängsten her zu rennen, sondern das Leben erstmal zu nehmen, wie es ist. Mit diesen Tabletten im Blut solltest Du definitiv keine Fahrzeuge mehr fahren und auch nicht z.B. auf ein krankes Kind aufpassen. Aber Du bekommst mehr Schlaf, kannst die Gedanken besser vorbeiziehen lassen und z.B. für die Umschulung lernen.
Denn alles andere bringt Dich ja aktuell nicht weiter.
Bis Februar kannst Du nichts tun bzw. nur etwas falsches tun.
Sprich mit Deinen Ärzten mal darüber.
Und das Thema "Schuld" lass mal bitte komplett stecken.
In jeder Beziehung haben beide Partner gleichermaßen Verantwortung für den Zustand der Beziehung.
Und es sieht so aus, als hätten Deine Traumata wie ein Schlüssel in die bei Deiner Ex durch Traumata verursachten Löcher gepasst. Sie hat eine absolut übergriffige, kontrollierende Mutter, die nicht merkt, wenn sie ihre Tochter völlig in die Ecke drängt. Und Deine Ex scheint sich zwei Mal Männer ausgesucht zu haben, bei denen sie die gleichen Muster nicht erkannt hat und erst dann mit aller Kraft und Rigorosität aus der Falle rennt, wenn sie mit dem Rücken schon an der Wand steht. Ganz ungute Dynamik, aus der ihr beide raus müsst.
Für die Kinder wird es besser werden, wenn ihr beide euch in Frieden lässt und jeweils selbst wieder zu Kräften kommt.
Schau nur auf Dich.
Kümmer Dich um Dich.
Stütz und versorg Deine Kinder so gut Du kannst.
Vertrau darauf, dass auch deine Ex die Kinder so gut versorgt, wie sie es kann.
Macht (so wie oben vorgeschlagen) einen sich jede Woche wiederholenden Plan, wann ihr euch abwechselt. Und nehmt die Hilfe eines Babysitters in Anspruch, wenn in der eigenen Kinderzeit die Kraft nicht reicht.
Je schneller ihr zu Kräften kommt und ruhig werdet, umso kürzer ist die Durststrecke für die Kinder.
Alles andere lass ruhen und bedräng Deine Ex nicht mehr.
Jedes Mal, wenn Du mit ihr den Hof fegen möchest oder sie fragst, wer denn jetzt wann den Hof fegt, nimmst Du ihr die Kraft, die sie für sich, den Job und die Kinder braucht.
Du schaffst das!