owlone
Mitglied
- Beiträge:
- 5
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 2
- Mitglied seit:
ich habe mich noch nie in einem Forum angemeldet, um meine Gefühle mitzuteilen bzw. mir noch nie so einen Weg gesucht um mir Rat zu suchen.
Ich bin Anfang 20 und habe schon viele Dinge im Leben durchgemacht. Als ich 3 Jahre alt war, haben sich meine Eltern getrennt und ich bin mit meinem Vater und meinen 2 älteren Brüdern groß geworden.
Zu meiner Mutter hatte ich wenig Kontakt. 2016 starb sie an Krebs. Den Prozess mitzuerleben, wie sie immer "schlimmer" aussah tut heute noch sehr weh.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich nicht mit meinen Gefühlen auseinandergesetzt. Traurig war ich auch nicht. Ich war wie in Schock. Die Trauer kam erst ein Jahr später. 2016/2017 sind viele Familienmitglieder gestorben (meine 2 Opas, meine Mutter, mein Hund und der Freund meiner Mutter). Ebenfalls sind in diesen Jahren schmerzhafte Dinge passiert, unter anderem hat mein Vater noch einen Herzinfarkt bekommen, was mich bis heute noch sehr ängstlich macht, da er trotzdem noch raucht (er hatte für eine Weile aufgehört, aber dann doch wieder angefangen).
Mein Familienverhältnis ist auch nicht gut. Ich sehe sie vielleicht ein bis zwei mal im Jahr.
Ich hatte nie eine gute Verbindung zu meiner Familie, weil sie ganz anders sind als ich. Sehr hart, rücksichtslos und emotional "gestört". Ich fühle mich nicht wohl bei meiner "Familie". Zu viele Themen sind passiert, über die nie gesprochen worden sind, unter anderem fiel nie ein Wort über den Tod meiner Mutter. Ich habe oft versucht etwas zu verändern innerhalb der Familie, aber ich scheiterte immer. Irgendwann gab ich es ganz auf, etwas verändern zu wollen und versuchte mich erstmal selbst aus meinem Loch rauszuholen, in dem ich 2017-2018 war.
Ich wohne 1 Stunde von meinem Heimatort entfernt, studiere und verbringe viel Zeit alleine. Mein Freund hat mich vor einem halben Jahr verlassen; er war die einzige Person, die mich jemals richtig verstanden hat. Er gab mir Familie, Freund und Kumpel in einem. Wir haben gar keinen Kontakt mehr. Ich vermisse ihn sehr, aber er hat mir unglaublich weh getan und ich kann ihn gerade zu diesem Zeitpunkt nicht verzeihen. Es tut sehr weh. Ich fühle mich seit Monaten sehr alleine und unverstanden. Ich habe wenig Freunde und mit denen verbringe ich auch nicht gerne Zeit, da ich merke, dass unsere Wege in andere Richtungen verlaufen.
Ich bin auch keine schüchterne Person, aber ich fühle mich einfach sehr anders. Ich habe Gedanken, die viele Menschen nicht nachvollziehen und nicht der Norm entsprechen. Ich fühle mich auch viel älter als mein physisches Alter bzw. merke ich es eben, wenn ich mit Gleichaltrigen zusammen bin. Ich interessiere mich nicht sehr für oberflächliche Themen. Ich interessiere mich für tiefe Gedanken und Gefühle (und ja mir ist klar, dass das mit Menschen anfangs oft nicht direkt möglich ist, aber ich kann sagen, dass ich eine sehr gute Menschenkenntnis habe - aber ich möchte mich auch gar nicht rechtfertigen).
Ich kenne auch viele Menschen, aber ich habe kein Interesse, etwas mit ihnen zu unternehmen, weil mich die Menschen nicht interessieren (das klingt jetzt so hart, also ich habe diese Menschen zwar gern, aber privat passt es einfach nicht, weil man verschiedene Interessen/Gedanken hat etc.).
Ich habe schon mal eine Therapie gemacht, die leider jetzt "abgelaufen" ist. Ich möchte auf jeden Fall nochmal einen Therapeuten mir zu Hilfe holen, da es mir auf einer Ebene hilft.
Ich habe mich die letzten Jahre intensiv mit mir beschäftigt, versucht die Trauer bezüglich meiner Mutter nachzuholen, was auch ganz gut geklappt hat, habe mich aus einer depressiven Phase rausgeholt und irgendwie mein Abitur geschafft und eine Krankheit mehr oder weniger "geheilt". Ich habe viel geschafft, aber niemand sieht es. nur mein jetzt ex Freund sah es. Er war der erste und einzige Mensch, der mich wirklich gekannt hat. Er hat mich durch eine schwere zeit begleitet. Er war/ist meine erste große Liebe und ich liebe ihn immer noch so sehr. Hört das Gefühl jemals auf? Ich denke jeden Tag an ihn. Immer noch.
Meine Familie meint immer ich soll mich nicht so anstellen. Bei allen Themen. Ich kriege nur Vorwürfe zu hören.
Ich fühle mich einfach so einsam und unverstanden. So viel Schmerz und Trauer ist in mir und ich weine sehr oft. Das Weinen ist meistens eher befreiend, aber in der letzten Zeit eher bedrückend. Ich vermisse - wie oben schon mal erwähnt - meinen Ex-Freund sehr. Ich habe viel versucht, damit wir vielleicht Freunde bleiben, aber ich wurde nur mehr verletzt.
Ich habe Angst, dass es für immer so bleibt. Ja rational weiß ich, dass ich jung bin und das da noch viel kommen mag, aber trotzdem ist das Gefühl in mir.
Angst davor, keine richtigen Freunde zu finden und keinen Partner mehr, weil ich so selten mal Interesse an Menschen habe.
Ich denke durch die frühe Trennung meiner Mutter habe ich viele Defizite "bekommen". Ich weiß, dass ich kein Urvertrauen aufbauen konnte und dass ich nie wirklich eine Bezugsperson in meinem Leben hatte. Irgendwie habe ich immer alles mit mir selbst ausmachen müssen.
Ich habe irgendwie meine positiven Gedanken zum Leben verloren. Ich spüre gerade keine Hoffnung mehr, dass es besser wird. Es fühlt sich so an, als wäre es das im Leben gewesen. Ich weiß, das mag naiv klingen und rational weiß ich das, aber genau das fühle ich gerade.
Vielleicht geht es jemandem ähnlich? Ich kenne nämlich niemanden, der eine ähnliche Geschichte, in so jungen Jahren schon erlebt hat.
Ich freue mich über Gedanken, die du vielleicht mit mir teilen magst und bitte habe etwas Rücksicht, wenn ich zu pessimistisch oder depressiv klinge. Ich versuche nur gerade mit den Worten, meine intensiven Gefühle zu beschreiben. Die Weihnachtszeit und Silvesterzeit war immer eine intensive und traurige Zeit für mich. Ich fühle mich einfach nirgendwo mehr Zuhause vor allem nach der Trennung zu meinem jetzt Ex-Freund.
Alles Liebe und frohe schöne Tage,
Owlone.