Hallo Zusammen,
ich gebe hier mal nach über einem Jahr ein Lebenzeichen und möchte berichten wie das Leben weiter gegangen ist.
So ab Mitte Juni 2019 bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Alles war nur noch schwarz und traurig, ich hab an allem gezweifelt.
Ab November 2019 wurde es dann langsam besser.
Es hat sich sehr viel verändert, deswegen das Wesentliche in Stichworten

- wir sind seit dem 2.07.20 offiziell geschieden
- im November hatten wir alle Angelegenheiten geregelt und in einer notariellen Trennungsfolgevereinbarung festgehalten.
- im November bin ich dann auch ausgezogen. Ich hatte das Glück, eine Eigentumswohnung zu finden, die nur 4 Minuten fußläufig
entfernt ist. Mit vier Zimmer hat auch jedes Kind bei mir sein eigenes Zimmer.
- das ehemalige gemeinsame Haus hat meine Ex übernommen, mich ausbezahlt und ist jetzt alleine mit den notwendigen
Renovierungen und Umbauten beschäftigt.
- sich zu einigen war mit unter sehr anstrengend und emotional belastend. Es war ein Geben und Nehmen.
So hab ich z.B. auf einen erheblichen Teil der Auszahlung verzichtet und sie im Gegenzug auf einen
Versorgungsausgleich und Ehegattenunterhalt.
- die Kinder sind zwei Tage in der Woche bei mir und jedes zweite Wochenende. Dabei handhaben wir das nicht ganz so streng,
der Wunsch der Kinder hat hier Mitspracherecht.
Nun gibt es einen Grund, warum ich hier wieder schreibe

Zu einem, weil ich mir schon seit längerem vorgenommen hatte allen hier zu danken, die mir Mut gemacht haben,
dass Ganze einvernehmlich über die Bühne zu bringen.
Zum anderem, da ich wieder eine Freundin habe. Damit fangen neue Probleme an.
Ich war bemüht seit meinem Auszug hilfsbereit und loyal zu meiner Ex zu sein.
So habe ich häufig noch bei den Renovier arbeiten an (jetzt) ihrem Haus mitgeholfen oder hatte ein offenes Ohr,
wenn sie Stress mit ihren Eltern hatte. Weihnachten haben wir noch zusammen gefeiert, da die Kids sich das gewünscht hatten,
Ostern dann schon getrennt. Den Geburtstag von meiner Tochter dann wieder zusammen.
Meine neue Freundin habe ich vor vier Monaten kennen gelernt. Als nach einiger Zeit klar war, dass wir uns lieben,
haben wir uns darauf verständigt mit der Offenlegung der Beziehung noch bis zur Scheidung zu warten.
Natürlich haben meine Mutter, Schwester und gute Freunde schon recht bald davon erfahren,
die Offenlegung bezieht sich also nur auf meine Ex und meine Kids.
Im Juli waren die Geburtstage von meinen Ex-Schwiegereltern und auch meiner.
Da meine Ex-Schwiegereltern mich überraschend zu ihren Geburtstagen eingeladen haben,
hatte ich sie auch zu einem Kaffetrinken bei mir im Nachgang meines Geburtstages eingeladen. Da war auch meine Ex dabei.
Mit "meinem" Teil der Verwandtschaft habe ich vorher gefrühstückt. Schön getrennt

Da meine Freundin im Schichtdienst arbeitet konnte sie zum Frühstück nicht dabei sein.
Leider ist letzte Woche der Onkel meiner Ex verstorben. Zu der Trauerfeier bin ich hin aber habe nicht am anschließenden Kaffetrinken teilgenommen,
da ich schon merkte, dass meiner Freundin der häufige Kontakt zu der Familie meiner Ex ein Dorn im Auge ist.
Über die letzten Tage hat sie sich richtig da rein gesteigert und meinte dass ich zumindest meiner Ex sagen muß,
dass sie nun die Frau an meiner Seite ist.
Ich stimme mit ihr darüber ein, dass dieser Schritt notwendig ist. Möchte den Zeitpunkt aber selbst bestimmen
und habe auch so meine Schwierigkeiten mit ihrer Eifersucht umzugehen.
Ich weiß nicht, ob meine Vorstellung, z.B. als Eltern noch gemeinsame Familienfeiern abzuhalten und eine neue Freundin zu haben sich ausschließen.
Zu recht fragt sie nach ihrem Platz in diesem Gefüge.
Dazu gesellt sich eine große Angst meinerseits, dass meine Kinder keinen Kontakt mehr zu mir haben wollen,
wenn sie von meiner neuen Freundin erfahren.
Irgendwie vom Regen in die Traufe gekommen.
Vielen Dank wenn ihr von ähnlichen Situationen berichten könnt oder Ratschläge habt.
Viele Grüße
Balrog