Sarah9406
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Vor zwei Jahren war ich mit meinem Ex acht Monate lang in einer Beziehung. Aber die längste Zeit war es ein diffuses Band zwischen Nähe und Distanz, was sich letztendlich über 3 Jahre zog.
Es war nicht immer leicht, aber für mich war es damals eine echte Beziehung.
Wir waren oft bei ihm, haben Serien geschaut, geredet, waren körperlich sehr nah.
Aber es gab auch damals schon Dinge, die mich gestört haben
viele Kleinigkeiten, in denen ich mich nicht gesehen gefühlt habe. Oft war ich keine Priorität, gemeinsame Zeit war sehr limitiert, ernsthafte, tiefe Gespräche waren nicht vorhanden.
Ich habe es damals nicht angesprochen aus Unsicherheit, aus Angst, zu viel zu sein bzw. um Stress zu vermeiden.
Nach dem Ende dieser Beziehung – die nicht klar beendet, sondern eher verlaufen ist, weil er sich auch nur schwer entscheiden konnte -
sind wir drei Mal wieder zueinander zurückgekehrt.
Immer nach Wochen oder Monaten.
Immer auf seine Initiative. Ich hatte jedes Mal den Kontakt abgebrochen, aber konnte nie standhaft bleiben.
Er hat mich angeschrieben, gefragt, ob wir was machen wollen, sich wieder langsam rangetastet.
Und ich? Ich habe gehofft, dass er zurückkommt, weil er sich doch für mich entschieden hat.
Jedes Mal war er anfangs immer sehr charmant, aufmerksam und zugewandt,
Das ließ aber so schnell nach wie es kam.
Ernsthafte Gespräche über uns gab es nie in der Zeit danach, meistens nur körperliche Nähe. Prinzipiell jedes Mal eine unausgesprochene Freundschaft Plus, die ich nie erkennen konnte /wollte.
Aber es war nie eine Entscheidung.
Es war nie ein klares „Ich will dich“.
Es war jedes Mal nur ein vorsichtiges Andocken – und ein Schwebezustand,
den ich emotional kaum ausgehalten habe. Jedes Mal als es mir emotional zu viel wurde, weil er wenn er zu viele Nähe gab sich meistens zurückzog und mich kalt zurückließ, musste ich mit mir kämpfen.
Aber es gab auch immer wieder sehr schöne Momente, die mich dann eine kurze Zeit das andere vergessen lies.
Bis es wieder so weit war und er mir die kalte Schulter zeigte. Habe meine Wochenenden, Tagesstimmungen oft von ihm abghängig gemacht.
Nach wenigen Monaten musste ich aber jedes Mal ein klärendes Gespräch suchen, in dem er meistens mir die Schuld gab wieso es nicht reichte. Ich sei zu anstrengend, körperlich sehr attraktiv - mehr aber nicht etc… dann folgte jedes Mal Kontaktabbruch von mir. Er wusste jedes Mal wie ich fühle, aber ist es immer eingegangen und hat selbst nie Verantwortung getragen.
Das letzte Mal, dass es wieder „etwas lief“, war seit Anfang Februar dieses Jahres.
Und ehrlich? Es hat sich am Anfang wirklich gut angefühlt.
Wir haben viel Zeit miteinander verbracht, aber es war wie ein Aufblitzen, das schnell wieder abebbte.
Wirklich gesprochen über Gefühle, über uns, über Zukunft haben wir nie. Auch nicht was das zwischen uns ist …nie.
Ich habe immer wieder versucht, meine Gefühle zu erklären, Wünsche anzusprechen. Da ich beim ersten Mal aus unserer Beziehung gelernt habe, Dinge nicht anzusprechen, ist auch keine Lösung.
Aber jedes Mal wurde es ignoriert, mit Humor überspielt oder abgewiegelt.
Wenn ich gesagt habe, dass ich mehr Nähe brauche,
kam sowas wie:
„Ah, hab ich nicht gecheckt – aber gut, dass du’s sagst.“
… und dann wurde wieder nichts geändert.
Am Ende - nach dem ich diese Ungewissheit nicht aushalten konnte und wieder mal ein klärendes Gespräch gesucht habe, vor kurzer Zeit, hat er gesagt, wir seien uns zu ähnlich, er bräuchte einen Gegenpol. Nähe würde er nicht in dem Maße brauchen wie ich, das ist für ihn eher von kurzer Dauer.
Daher wäre es besser das ganze zu lassen und zurück zu einer rein platonischen Freundschaft zu finden.
Für mich klang das wie eine Ausrede, nach 3 Jahren merkt man sowas doch nicht erst. Also mir war klar, dass er wohl einfach nicht seine Wahrheit sagen kann.
Und das ist das, was mich eigentlich am meisten verletzt:
Dass ich mich emotional so tief reingeworfen habe und er so getan hat, als wäre es locker, als wäre es irgendwie “nett”, aber nicht ernst.
Dass ich immer die Verantwortung für Gespräche, Nähe, Entwicklung übernommen habe –
und von ihm kam nie ein wirkliches ernstes Gespräch.
Nicht einmal ein „Wie geht’s dir wirklich?“
Ich hätte mich immer wieder auf ein „Vielleicht“ eingelassen –
obwohl ich ein klares „Ja“ gebraucht hätte.
Ich habe gewartet, gehofft, mich selbst zurückgenommen und am Ende das Gefühl bekommen, ich sei zu viel.
Oder zu kompliziert.
Oder nicht „leicht genug“, wie er es sich gewünscht hat.
Ich bin eigentlich kein anhänglicher Mensch aber durch dieses Push Pull, hat das so viel in mir ausgelöst, dass ich mich selbst nicht wieder erkannt habe. Habe so oft nach Nähe/ Anerkennung gesucht, aber diese nie bekommen. Mich verstellt und viel in mich hineingefressen, für was - für einen Menschen, der es ja absolut nicht wert ist. Rational weiß ich das.
Ich habe kein Bedürfnis nach Mitleid.
Ich habe verstanden, dass da was nicht stimmte, dass ich mich in eine emotionale Abhängigkeit manövriert habe,
weil ich so sehr gehofft habe, dass es dieses Mal klappt. Ich kann mir selbst nicht erklären, wieso ich ihn jedes Mal zurück in mein Leben gelassen habe…
Aber ich will raus.
Ich will wissen, wie man es schafft, sich selbst wieder zu stabilisieren,
wenn man so lange in einem Zustand festhing.
Hat jemand sowas erlebt?
Und wenn ja – wie kommt man da wieder raus?