jm2014
Mitglied
- Beiträge:
- 13
- Themen:
- 3
- Danke erhalten:
- 1
- Mitglied seit:
nachdem ich in letzter Zeit öfter in diesem Forum mitgelesen habe, suche ich nun selbst Rat.
Mein Problem ist, dass ich (32) immer wieder in emotionale Abhängigkeiten gerate. Die Ursache liegt schon in meiner Kindheit, da meine Mutter ein egoistischer und kaltherziger Mensch ist, der mir kein Urvertrauen mitgegeben hat. Sie findet alles schlecht, was ich tue und spricht mich meistens mit "blöde Kuh" an. Das einzig gute, das ich bisher zustande bekommen habe, war ein Kind zur Welt zu bringen.
Ich bin schon mein ganzes Leben lang auf der Suche nach der großen, wahren, tiefen und bedingungslosen Liebe. Ich habe mit 22 einen 10 Jahre älteren Mann geheiratet und mich nach 3 Jahren getrennt. Mit meinem zweiten Mann habe ich einen gemeinsamen Sohn (6 Jahre), wir leben aber leider auch getrennt. Ich gerate immer wieder in eine emotionale Abhängigkeit, indem ich meine Bedürfnisse unterordne bzw. als nicht wichtig ansehe, mich anders verhalte, um anderen (Lebenspartner oder Eltern) zu gefallen, stets Schuldgefühle in mir trage und mich und mein Verhalten ständig anzweifle.
Seit einem halben Jahr bin ich nun mit dem Mann meiner Träume zusammen. Ich habe das Gefühl, meinen Seelengefährten gefunden zu haben. Wir haben die gleichen Ansichten, oft die gleichen Gedanken und es ist meistens superharmonisch. Er versteht sich mit meinem Sohn gut, kümmert sich um ihn und um Haus und Garten. Je länger die Beziehung andauert und umso tiefer die Gefühle werden, umso größer wird meine Angst, etwas falsch zu machen und damit die Beziehung zu gefährden. Dieser Druck wird immer größer und ich habe immer wieder richtig depressive Tage. Mich aus diesem Phasen zu befreien wird immer schwieriger für mich und kostet mich enorme Kraft.
Derzeit befinde ich mich wieder in einer solchen Phase. Gestern haben wir uns gestritten. Eigentlich war es eine Lapalie: Wir waren mit meinem Sohn wandern und ich habe nur Obst eingepackt, obwohl ich weiß, dass mein Partner bei unzureichender Nahrungsaufnahme richtig unleidlich wird. Jedenfalls wurde seine Laune dadurch richtig schlecht, was er mich auch spüren ließ. Ich war dadurch ebenfalls genervt und habe in zwei Situationen anders reagiert, als ich es sonst tun würde. So habe ich meinen Hund nicht abgeleint, obwohl er es mir geraten hat und zum zweiten habe ich meinem Sohn abgeraten, ein unreifes Roggenkorn zu essen, was er ihm gezeigt hat. Dadurch wurde die Laune noch mieser und mein Partner warf mir vor, daran schuld zu sein. Er warf mir ebenfalls vor, dass mein Sohn das alles mitbekommen würde, wie wir gerade miteinander umgehen würden und er würde alles seinem Vater erzählen. Für den ist das natürlich ein gefundenes Fressen, wenn wir Zoff haben. Davon konnte er nicht ablassen und er ritt immer weiter darauf rum und immer wieder kam, dass er Hunger habe. Ich habe ihn mindestens fünf Mal in ruhigem Ton gebeten, damit aufzuhören, aber er tat es nicht. Irgendwann habe ich die Nerven verloren und ihn angeschrien, er solle heimgehen und sich was zu essen machen. Das tat mir sofort leid und ich habe mich entschuldigt. Er war jetzt aber richtig in Rage und drohte mir, wenn ich ihn noch einmal anschreien, würde, wäre er weg - für immer. Das war jetzt das siebte Mal in unserer Beziehung, dass er mir gedroht hat, weg zu sein. Zweimal wegen Anschreien und die anderen Male wegen irgendwas anderem. Er fühlt sich sehr leicht angegriffen und rastet dann ziemlich aus. Beim letzten Mal habe ich mir verboten, mit Trennung zu drohen, da ich irgendwann kein Vertrauen mehr habe oder ihn gar nicht mehr ernst nehme. Er hat mir versprochen, das nicht mehr zu machen und gestern passiert es schon wieder
Klar hätte ich ihn nicht anschreien dürfen, das ist respektlos und gehört sich nicht. Ich will mich nicht rechtfertigen, aber jedes Mal, wenn ich laut geworden bin, hat er mich ziemlich lange bis aufs Blut gereizt. Er stichelt und stänkert sehr gern und findet einfach kein Ende. Ich habe ihn gestern gefragt, wie ich denn reagieren soll, wenn er so sauer ist. Ich darf nicht laut werden und mich aber auch nicht zurückziehen, dann dreht er richtig auf. Er antwortete, dass ich ihm Recht geben soll, dann würde er runterkommen.
Zu Hause ist er dann wieder zur Tagesordnung übergegangen, aber das kann ich gar nicht. Ich bin wieder in so ein tiefes Loch gefallen und finde keinen Ausweg. Ich könnte dann nur heulen, was ihn auch wiederum total nervt. Ich zerfleische mich mit Selbstvorwürfen und Zweifeln.
Ich weiß, dass ich mich nicht so abhängig machen darf, aber mein Selbstbewusstsein ist total im Keller. Dafür gibt es eigentlich keinen Grund - ich bin Steuerberaterin, habe einen guten Job, einen gesunden, cleveren Sohn, ein eigenes Haus, bin selbst gesund, und sehe auch ganz gut aus.
Ich habe jetzt eine Therapie begonnen und hoffe, dass das langfristig hilft. Zur Unterstützung erhoffe ich mir ein paar Meinungen von den hier Anwesenden. Ist mein Verhalten grundlegend falsch?