Marco93
Mitglied
- Beiträge:
- 3
- Themen:
- 1
- Mitglied seit:
Der Job war sehr stressig, der Wandel von 24/7 zusammen zurück zum Arbeitsalltag für uns sehr schwer. Hinzu kommt ein neues Umfeld, neue Wohnung etc. In dieser Zeit habe ich mich im neuen Job vor allem mit einer Kollegin besser verstanden. Ich dachte, ich könnte zu ihr vielleicht eine Freundschaft aufbauen. Signale zu anderem gab es von niemandem und ich konnte mir auch nicht mehr vorstellen. Sie war auch in einer Beziehung. Es fing an mit sporadischem Kontakt im beruflichen Umfeld und Schreiben über Job & gemeinsames Hobby. Ich hatte bereits in meinem alten Job vor vielen Jahren, bei dem ich eine Kollegin gemocht habe und mit ihr mehr geschrieben hatte, als meine Frau dies herausfand war sie sehr sauer und ich habe alles daraufhin beendet und nur noch ganz selten Kontakt zu ihr gehabt. Auch damals waren aus meiner Sicht keine weitergehenden Gefühle im Spiel und auch die Nachrichten eher harmlos. Ich habe es sehr bereut gehabt, dass ich meine Partnerin hier nicht früher mitgenommen hatte, dann wäre es für sie sicherlich nicht so schlimm gewesen. Das wollte ich dieses Mal besser machen und hatte sie früh über den Kontakt zu der Kollegin informiert und dass ich mich freuen würde, wenn ich eine Freundschaft aufbauen würde. Für meine Frau war das alles in Ordnung, allerdings hatte ich aus ihrer Sicht schon sehr von der Kollegin geschwärmt und sie bat mich meine Gefühle zu beobachten. Aus meiner Sicht - das habe ich hier aber nun schon öfters im Forum gelesen - waren meine Gefühle komplett eingeordnet.
Dann hatte ich mich mit meiner Kollegin mal zu einem Treffen außerhalb des Büros verabredet, es meiner Frau aber erst nachdem ich zugesagt hatte berichtet, auch ein erstes Treffen zu dritt hatte ich planungsmäßig etwas in den Sand gesetzt, so dass viel Frust bei meine Frau vorhanden war und sie wollte dass ich mal für eine gewisse Zeit das schreiben lasse. Daraufhin habe ich mich sehr in meiner Freiheit eingeschränkt gefühlt und das Problem komplett bei meiner Frau gesehen. Freunde spiegelten mir ähnliches. Ein Treffen hab ich dann absichtlich und auf Kosten meiner Frau durchgezogen, wodurch ich sie noch mehr verärgert habe. Mit der Zeit bin ich mir dann aber bewusst geworden, dass bei mir irgendwas hinter diesem Muster stecken muss. Warum verheimliche ich es meiner Frau sonst oder erzähle nur Halbwahrheiten von eigentlich "Belanglosem". Trotzdem dachte ich weiter, alles im Griff zu haben, während es mit meiner Frau immer häufiger Streit gab. Sie meinte, dass meine Kollegin eindeutig etwas von mir wolle. Das hatte mir dann irgendwie geschmeichelt. So arg, dass ich von der Kollegin wissen wollte ob das wirklich so ist.
Meine Frau meinte dass es keine gute Idee wäre so etwas zu fragen, da es am Ende nur peinlich wäre. Ich habe sie dann noch dreimal getroffen, einmal mit ihrem Freund bei ihr daheim, einmal beim Mittagessen und einmal in der Stadt. Alle Male habe ich mich nicht getraut es sie zu fragen, obwohl ich es wollte. Ich habe dies meiner Frau verheimlicht und später gebeichtet. Sie war über den Vertrauensmissbrauch enttäuscht und hat mir gedroht mich zu verlassen, wenn das so weiter geht. Ich hatte dann mehrere Wochen keinen Kontakt zur Kollegin und mich dabei eigentlich gut gefühlt. Auch den Job hatte ich wieder gekündigt, dies hatte aber andere Gründe. Doch dann habe ich sie über ein Veranstaltungswochenende häufiger gesehen und war auch feiern mit ihr. Natürlich ohne es meiner Frau zu erzählen. Leicht angetrunken, habe ich dann tatsächlich die Kollegin gefragt ob sie etwas für mich empfindet und dass ich etwas für sie empfinden würde, sie ist ausgewichen, bzw. hat mir eher den Eindruck gegeben dass dem nicht so wär. Daraufhin habe ich ihre beste Freundin das gleiche gefragt, sie meinte dass die Kollegin nicht mehr für mich empfinden würde. Daraufhin habe ich mich irgendwie gut gefühlt und war erleichtert. Ich habe daraufhin wieder jeglichen Kontakt zu der Kollegin abgebrochen und meiner Frau weiterhin nichts davon erzählt.
Irgendwann hat sie dann aber die Kollegin angerufen und alles erfahren. Seither ist sie sehr gekränkt. Wir waren bei einer Paartherapie, wo klar herauskam dass ich mir diese Themen Dreiecksbeziehungen, emotionale Untreue und meine Sehnsüchte/Bedürfnisse anschauen sollte. Ich bin daher an eine Therapeutin und einen Coach herangetreten und möchte mir helfen lassen. Meine Frau hat mir vor ein paar Tagen erzählt, dass sie sich an dem Tag eigentlich von mir trennen wollte, ich ihr dann aber erzählt habe wie ich mir helfen lassen möchte und sie dann doch davon abgesehen hat. Das hat mich fast Ohnmächtig gemacht, dass sie vorhatte mich zu verlassen. Das hat mich aber selbst verwundert, warum ich es erst jetzt checke, obwohl ich sie doch schon lange emotional betrogen habe und das Thema schon mal da war. Meine Frau und ich haben uns auf eine Beziehungspause von erst einmal einen Monat geeinigt und dabei viele Dinge vereinbart.
Ich verstehe einfach nicht, warum ich so handle. Ich liebe meine Frau über alles und möchte mit ihr mein Leben verbringen. Ich möchte ein treuer Partner sein. Allerdings fühle ich mich manchmal wie ein anderer Mensch und so gesteuert, dass ich ihr Dinge verheimliche, was mich auch sehr traurig macht. Ich habe das Gefühl, dass ich Bestätigung suche und mir eine weibliche beste Freundin wünschen würde. Ich fühle mich, als ob ich im Kontakt zu Frauen gestört bin.
Meine Fragen daher sind:
- Wie konnte ich Sie so verletzten, obwohl ich es nicht wollte?
- Warum habe ich so gehandelt?
- Wieso habe ich das „Team mit ihr“ so häufig verlassen?
- Wie kann ich dafür sorgen, dass so etwas nicht nochmals passiert?