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Er geht keine Kompromisse ein - ich verbiege mich

lovely_sunflowe.

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Hallo Zusammen.

Ich bin neu hier und brauche auch direkt schon einmal einen Rat zu einem aktuellen Problem bei meinem Partner und mir.

Ich (26) und mein Freund (28) sind seit ungefähr einem halben Jahr zusammen. In die Beziehung sind wir so mehr oder minder hinein geschlittert. Wir kannten uns nicht lange und irgendwie hat es direkt gefunkt.
Mittlerweile merke ich allerdings, dass die angfängliche Glücklichkeit auf meiner Seite mittlerweile sehr auf der Strecke bleibt.

Mein Partner ist nicht dazu bereit Kompromisse einzugehen. Überhaupt nicht. Man muss dazu sagen, dass wir überhaupt keine nennenswerten Gemeinsamkeiten haben und es demnach mehr als notwendig ist, Abstriche zu machen, um Zeit gemeinsam verbringen zu können.
Wir haben darüber auch schon gesprochen und er meint jedes Mal "ich arbeite daran", aber passiert ist nichts, während ich mich total verbiege.
Angekündigt habe ich ihm auch schon, dass ich für uns keine Zukunft sehe, wenn er sich weiterhin so verhält. Erwähnenswert wäre vielleicht auch noch, dass ich seine erste Partnerin bin und er von Beziehungen demnach auch überhaupt keine Ahnung hat, bzw. noch keine Erfahrungen diesbezüglich gemacht hat.

Ich mache ständig Aktivitäten mit (wie beispielsweise mit ins Fußballstadion gehen) auf die ich überhaupt keine Lust habe oder den ganzen Sonntag im Bett liegen und Fern sehen, was er unglaublich gerne tut um wenigstens etwas Zeit mit ihm zu verbringen, da wir uns nur am Wochenende (mal wöchentlich, mal alle zwei Wochen) sehen können. (Fernbeziehung)
Dies zieht jedoch spurlos an ihm vorbei und es kommt ihm überhaupt nicht in den Sinn, auch einmal etwas zu unternehmen, an dem ich Spaß habe. Da kommt dann die Ansage "nein, das mag ich nicht. Du weißt ja, dass...". Thema erledigt, während ich mich nicht einmal über etwas beklage, das ich machen muss, obwohl ich es nicht mag. Im Gegenteil, ich bin sogar ziemlich offen und versuche immer etwas gutes daran zu finden.
Bestes Beispiel war auch, als wir im Sommer zusammen im Urlaub waren. Da bin ich sogar mit auf einen Bootstour gegangen obwohl ich Seekrank bin, nur um die Zeit mit ihm zu nutzen. Hinterher ging es mir 2 Tage schlecht und er empfand es für unnötig, mir den Gefallen zu tun, mit mir abends auch mal aus zu gehen. Die Antwort "du weißt doch, dass ich nicht gern feiere." Da liegt man lieber wiedermal im Bett rum und schaut in die Glotze.
Das ist auch etwas, das mich so maßlos stört. Er ist einfach stinke faul und ich dagegen bin lieber immer aktiv.

Wir haben darüber bereits einige Diskussionen geführt, aber die "Ergebnisse" daraus sind im Sande verlaufen.
Er meinte nur, dass er eben gern die Sachen unternimmt, die er gerne macht und andere Sachen nicht unternehmen möchte, weil er sich sonst zu sehr verbiegen würde und somit nichts von ihm übrig bleiben würde. Und was mache ich dann bitteschön die ganze Zeit, um ein wenig Schwung herein zu bringen?! Von mir bleibt unterm Strich ebenfalls überhaupt nichts übrig.
Manchmal frage ich mich, ob in seinem Kopf überhaupt Platz für mich ist und ob er wirklich kontinuierlich nur an sich denkt.

Ich würde gerne einmal wissen, ob auch jemand eine solche Beziehung schon mitgemacht hat und wie man das Problem gelöst hat.
Wie macht man einem Menschen klar, dass man Kompromisse eingehen muss, wenn man schon überhaupt keine Gemeinsamkeiten hat?
Kommt es mir nur so vor, oder dreht sich in seinem Kopf wirklich nur alles um sich?

Ich bin echt verzweifelt und weiß langsam nicht mehr, was ich machen soll.

An sich mag ich ihn echt gern, da er ein super lieber Kerl ist und demnach wäre Schluss machen nach all den Kämpfereien meinerseits bis jetzt das letzte, was ich in Erwägung ziehen würde. Wenn es nicht vorran geht, ist das natürlich unumgänglich, das weiß ich.

Wie geht man solch eine verzwickte Situation nur an?
Was würdet ihr tun?

Liebe Grüße,

die traurige lovely_sunflower

03.12.2013 16:59 • #1


Hannoveraner40


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Hallo Lovely-Sunflower,

ich glaube der Gedanke "nach dem ganzen Kämpfen kann ich mich nicht trennen" ist mit der Grund warum Menschen teilweise jahrelang in unglücklichen Beziehungen verharren.

Aus neutraler Sicht würde ich sagen: Ihr habt euch kennengelernt, jetzt nach nem halben Jahr ist die rosarote Brille weg und ihr merkt: Das passt einfach nicht. Da ist eine anständige Trennung eigentlich noch relativ einfach. In 2 oder 3 Jahren sieht es anders aus.

Du "magst ihn echt, da er ein superlieber Kerl ist". Das schreibt man über einen männlichen Kumpel, aber nicht über seinen Freund. Gerade bei ner Fernbeziehung. Wie sieht es mit deinen wirklichen Gefühlen aus? Was ist mit Leidenschaft, Vermissen, Zukunft, Liebe?

Ich wünsche dir alles Gute.

03.12.2013 17:10 • x 1 #2



Er geht keine Kompromisse ein - ich verbiege mich

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minna


ihr könnt ja das spiel" heute ich morgen du" spielen,
was heisst einem tag tust du etwas für ihn und den anderen er etwas für dich...

oder du sagst ihm einfach nochmal ganz klar, was du uns hier geschrieben hast....
und suchst mit ihm nach lösungen...

wenn er dazu nicht bereit ist....kannst du es immernoch aufgeben und jemanden finden der gleich zu dir passt...

viel glück

03.12.2013 17:13 • x 1 #3


Sevilla1410


Sunflower,
man kann nicht mit einen Menschen leben, mit dem es keinerlei Gemeinsamkeiten gibt. Eine Partnerschaft ist etwas anderes.

Niemand kann einen Menschen ändern, wenn er es nicht selbst will. Du kannst es absolut vergessen, da etwas zu bewirken.
Würde er widerwillig mit Dir ausgehen (als Beispiel) und dann nur rumsitzen und miese Laune haben - was würde es Dir bringen?

Verschwende nicht Deine Zeit und beende die Sache. Ohne jegliche Gemeinsamkeit geht nichts.

Grüße

PS: Warum bist Du überhaupt mit ihm zusammen? Was ist toll an ihm?

03.12.2013 17:13 • x 1 #4


lovely_sunflowe.


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Hallo Hannoveraner40,

danke erst einmal für die schnelle Antwort.


Ich muss ehrlich sagen, dass ich bezüglich der Gefühle nicht so richtig weiß, was ich sagen soll.
Zu Beginn war ich verliebt, das habe ich auch deutlich gespürt. Die Schmetterlinge waren da, die Leidenschaft gab es auch noch.
Wenn ich ihn sehe dann freue ich mich immer noch, aber das Feuer ist nicht mehr deutlich spürbar.
Besonders merke ich es, wenn es etwas intimer wird. Eigentlich möchte ich das gar nicht mehr wirklich und es ist auch nicht mehr so wie am Anfang.

Bis jetzt habe ich es immer darauf geschoben, weil wir momentan eine Krise durchmachen und das einfach nicht zusammenpasst. Krise und dann dort auf heile Welt machen.
Ich bin mir nicht sicher ob es daran liegt, oder ob so langsam die Gefühle wirklich den Notausgang nehmen.

03.12.2013 17:15 • #5


lovely_sunflowe.


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Minna,
das wäre eine super Idee, bei der ich auch keine Schwierigkeiten sehen würde. Für sowas bin ich offen und würde das durchziehen. An etwas ähnliches hatte ich auch bereits gedacht und es etwas durch die Blume angedeutet, aber das ging gänzlich ins Leere und löste keine Begeisterung aus.
Ich werde es aber nochmals versuchen, das Thema anzusprechen.


Sevilla1410,
wenn man zu Beginn keine Gemeinsamkeiten hat, so dachte ich, könnte man im Laufe der Zeit vielleicht etwas zusammen finden, das dann beide toll finden und gern machen. Aber wenn nur einer wirklich gewillt ist, etwas zu suchen, dann hat das irgendwie keinen Sinn, das stimmt schon.
Ich selbst hatte das auch noch nie, dass ich einen Partner hatte, mit dem ich überhaupt nichts gemeinsam hatte, als die Zukunftsansichten, Familienplanung ect. Deswegen dachte ich mir ja "och, so schlimm wird es schon nicht sein, wir finden gemeinsame Aktivitäten". Pustekuchen.

Warum ich mit ihm zusammen bin?

Sein Charakter (den Egoismus ausgenommen) ist super. Er ist freundlich, gebildet und im Grunde verständnissvoll und einfühlsam.
Jedenfalls wenn es darum geht, wenn ich Probleme habe, traurig oder verzweifelt bin, dass er einfach immer da ist und versucht zu verstehen, wieso, weshalb, warum.
Es macht Spaß mit ihm zu lachen und ich fühle mich wohl in seiner Nähe.
Zur Anfangszeit war da noch das aufregende Verliebtsein dabei, was jetzt mittlerweile aber fast keine Rolle mehr spielt, leider.

03.12.2013 17:23 • #6


Hannoveraner40


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Man kann eine Beziehung warscheinlich auch ohne Verliebtheit starten. Man kann aber keine Beziehung auf Dauer führen wenn nach einem halben Jahr aus Verliebtheit nicht "mehr" wird.

Was soll da noch kommen Sunflower? Ein paar Monate Frust und dann keine Lust mehr die Wochenenden zu ihm zu fahren? Ich sehe - sorry - schwarz für euch.

Das positive ist: Auch das gehört zu den Erfahrungen die man sammeln muss. Das man Gefühle und Glück eben nicht erzwingen kann. Ich finde es super dass du die Beziehung nicht einfach hinschmeisst, aber pass auf dass du nicht den Zeitpunkt versäumst wo eine Trennung noch ausgesprochen werden kann ohne dass es Schuldzuweisungen ala "warum sagst du mir das erst jetzt und verarschst mich monatelang" gibt.

Viel Glück

03.12.2013 17:41 • x 1 #7


lovely_sunflowe.


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Ach Hannoveraner 40, du hast ja recht.

Ich hatte sehr gehofft und halte mich irgendwie immer noch am letzten, kleinen Strohhalm der Hoffnung fest, dass sich die Liebe noch entwickelt.
Aber aufgrund der aktuellen Gegebenheiten ist das momentan undenkbar und ich denke, der Strohhalm wird bald nachgeben.
Ich bin es einfach nicht gewohnt, einfach so aufzugeben und damit in dem Sinne auch so vom Partner alleingelassen zu werden.
Nachdem vor einigen Wochen die Situation so angespannt war und es mir so gereicht hat, habe ich zu ihm gesagt, dass es besser wäre, wenn wir uns jetzt und hier trennen würden.
Dann ist er bitterlich in Tränen ausgebrochen und hat gebettelt und gefleht. Ich wurde daraufhin weich und habe mich schlecht gefühlt.
Das war dann nicht das erste Mal, dass er so ausgebrochen ist. Dann fühle ich mich schlecht und werde selbst traurig, weil ich mir dann vorkomme, wie das grausamste Wesen auf Erden.

Dadurch, dass ich ihm immer sage wenn mich was stört, würde ich nicht denken, dass er mir hinterher Vorwürfe macht, ich hätte ihn verarscht oder etwas dergleichen. Er hat es schon anerkannt, dass ich die Beziehung nicht einfach über den Haufen werfen will, zeigt sich davon aber nicht sonderlich beeindruckt, jedenfalls was das Überdenken seiner Verhaltensweisen anbelangt.

Einerseits weiß ich, dass ich in naher Zukunft noch viel unglücklicher in dieser Beziehung sein werde, als ich es jetzt schon bin.
Aber momentan so richtig lösen kann ich mich auch nicht. Dafür ist das Kämpfertier noch zu stark.
Es ist so unendlich kompliziert.

03.12.2013 18:58 • #8




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