SimplyMe
Mitglied
- Beiträge:
- 7
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 13
- Mitglied seit:
vor fast genau einem Jahr beendete ich (37) eine 3monatige Kurzbeziehung zu einem Mann (29) aus dem Nachbarort.
Wir waren schwer ineinander verliebt und hatten beide von Anfang an das Gefühl "hier bin ich Zuhause". Wir bauten wunderbare Luftschlösser, er erzählte mir etwa was ihn zum weinen brachte (seine stärkste Erinnerung) und bis heute glaube ich ihm alles, was er mir sagte. Wir waren sehr ehrlich miteinander und hatten auch jenseits des Sexes das Potenzial eine richtige Freundschaft zueinander aufzubauen. Dennoch passten die äußeren Umstände einfach nicht. Ich kam aus einer schwierigen Beziehung mit einem diagnostizierten NPLer, er ließ sich rein reden in Richtung "was willst Du mit der, so alt, 2 Kinder etc". Seinem besten Freund war ich ein Dorn im Auge und als mein Ex begann sich zu distanzieren und mir spontan abzusagen, gab ich ihm den Laufpass, da ich das Gefühl hatte, ich steuere wieder in etwas rein, was mir nicht gut tut (Richtung OnOffGeschichte). Ein paar Mal hatten wir noch lockeren Kontakt zueinander, wollten miteinander reden, aber irgendwie brauchten wir beide wirklich Abstand voneinander, weils weh tat. Ich löschte seine Nummer und er meine scheinbar auch.
Die Monate der Lockdownruhe nutze ich zum Wachstum - Meditation, ich gab das Rauchen auf, esse kein Fleisch mehr und versuchte mehr zu mir selbst zu finden. Im Grunde genommen ist es ein wunderbarer Prozess, der viel in mir heilte
Vor ein paar Tagen bekam ich ein neues Handy und ging meine Kontakte durch. Ich dachte mich trifft der Schlag als ich sein Profilbild sah. Ich war hin- & hergerissen, überlegte soll ich schreiben oder nicht. Schließlich siegte am Freitag der Gedanke "er war mir wichtig und es ist ok ihn nach dem ganzen Mist der letzten Monate zu fragen, wie es ihm geht". Er schrieb mir Sonntagsabends zurück. Montags antwortete er mir, ich ihm und ich merkte, er versuchte ein Gespräch aufzubauen, was ich abblockte und das Gespräch beendete.
Heute schrieb ich ihm wieder und sagte, dass ich noch viel wegen den Kiddies um die Ohren hab, aber auch dass es sich einfach merkwürdig anfühlen würde ihm zu schreiben. Er antwortete mir, dass es ok sei, er hätte auch viel um die Ohren und "ja, es fühlt sich für mich auch ein bisschen komisch an Dir zu schreiben, aber gut, wer weiß wozu das ist
Aber jetzt am Abend fühlt sich alles surreal an. Ich fühle mich seltsam, mit einem Eisenpanzer um Herz, einem Kloß im Hals und einem komisch schlagenden Herzen.
Ich will nichts von ihm, denn ich kenne ihn nicht. Er ist mir, bis auf wenige Momente, komplett fremd. Und ich bin auch nicht mehr die, die ich war.
Und er ist nicht der einzige, dem ich schrieb. Ich versuche Frieden zu finden mit meinem Leben, mit der Vergangenheit. Entschuldige mich bei Menschen, die ich verletzte.
Ein bisschen spielt Angst vor der Zukunft eine Rolle. Ich will nicht den Gedanken haben, etwas Unvorhergesehenes könnte alles ein für alle Mal beenden & ich hätte den mir wichtigen Menschen nie sagen können, was ich denke und wie ich fühle.
Und bei ihm fehlt mir wohl ein richtiger Abschuss, vielleicht will ich hören, dass er mir sagt, es war alles ein Spiel oder es echt war.
Etwas, was mich abschließen lässt.
Ich habe keine Ahnung was jetzt auf mich zukommen wird, kann da nicht hinblicken. Weiß nicht wie ich Kontakt aufnehmen bzw mit ihm führen kann, da es eine komische Situation ist.
Ein Teil von mir hofft inständig, dass er eine Freundin hat und wirklich glücklich ist. Und natürlich will ich mich nirgendswo unnötigerweise reindrängen, werde nicht zwanghaft Kontakt suchen. Also dass es dabei bleibt, cool, man hat sich gehört und gut ist.
Ich bin momentan echt durcheinander.
Wenn ich könnte würde ich das am liebsten ungeschehen machen :/
Habt ihr Tipps für mich, wie ich mich jetzt gut und stark dieser Situation stellen kann?
Danke