Liebe Sandra, es tut mir Leid zu lesen, wie feige dein Freund ist.

Immer wieder höre ich von solch feigen Menschen, das tut mir richtig weh.
Ich kann mir vorstellen, dass Du total unter Schock stehst, und dann auch noch diese existentielle Bedrohung, dass Du ausziehen sollst. Was für ein mieser Typ. Hat sich denn wirklich gar nciths angedeutet? Gab es nicht irgendwann mal vorher schon eine Krise?
Ich verstehe das nicht.
Aber zu dem Thema Du sollst bis 30.04. ausziehen. Ich glaube ich habe mal gehört, es gibt sowas wie ein Gewohnheitsrecht. Auch für Personen, die z.B. nur Untermieter waren. Evt. auch ohne Vertrag. D.h. wenn Du schon eine ganze Weile bei jemandem wohnhaft wart, kann er Dich nicht einfach auf die Straße setzen, denn er hat Dir schließlich die ganze Zeit eingeräumt bei ihm zu wohnen, und Du kannst also gewohnheitsmäßig davon ausgehen, dass das auch weiterhin erstmal so ist. Er müsste Dir also genügend Zeit einräumen, eine Bleibe zu finden. Vor allem mit Kind! Ich weiß nur, dass man Untermieter, die einen befristeten Vertrag hatten, z.B. für 3 Monate in einem WG-Zimmer, nicht einfach zum Ende der Frist auf die Straße setzten darf, wenn sie noch nichts gefunden haben. Obwohl der Vertrag abgelaufen ist. Man wird sie fast nicht mehr los.
Die Frage ist natürlich auch, ob Du Dich an der Miete beteiligt hast. Und es dafür auch Belege gibt.
Und was Du auf alle versuchen solltest, sofort den Vermieter zu kontaktieren, falls dein Freund wirklich so link war, die Wohnung schon hinter deinem Rücken zum 30.04. gekündigt zu haben ( so ein Mistkerl). Der Vermieter wird doch ohnehin kaum Interesse an einem Mieterwechsel haben. Und falls Du es Dir finanziell leisten könntest die Wohnung alleine zu zahlen, spricht ja gar nichts dagegen einfach den Mietvertrag zu übernehmen. Ich kann mir wirklich nciht vorstellen, dass ein Vermieter so herzlos wäre eine Mutter mit Kind rauszuwerfen und einen neuen Mieter zu suchen. Aber Du solltest Dich beeilen, nicht dass es schon einen neuen Nachmieter gibt.
Falls Du die Adresse des Vermieters nicht hast, bitte deinen Ex darum, oder seine Mutter. Zur Not frage einen Nachbarn.
Ansonsten, wenn die Wohnung für Dich alleine zu teuer ist, solltest Du sofort zum Sozialamt, oder Wohnungsamt. Bei einer Mutter mit Kind reagieren die bestimmt schneller.
Und hol Dir auch Unterstützung bei Beratungsstellen wie der Caritas. Die haben wirklich gute Berater für solche Krisen. Dort bekommst Du nicht nur Beratung wegen deiner Wohnsituation, sondern auch Gespräche mit Lebensberatern, was deinen großen und bestimmt sehr schmerzhaften Kummer bezüglich der plötzlichen Trennung angeht.
Und wenn es zwischendurch komplett unerträglich wird, rufe ruhig auch die Telefonseelsorge an.
Aber das wichtigere ist, dass Du erstmal eine Rechtsberatung bekommst, um zu klären, ob er Dich wirklich einfach so zum Auszug zwingen kann.
Googel ruhig auch mal Frauenberatungsstellen oder Frauenhäuser im Internet. Zumindest können die Dir die richtigen Ansprechpartner nennen. Auch wenn Du im Moment zu nichts in der Lage zu sein glaubst.
Ein wenig lenkt dieser Überlebenskampf auch von den quälenden Fragen die dieser Feigling hinterlässt auch ab.
Ich habe von Menschen deren Partner oder Verwandter gestorben ist auch immer wieder gehört, dass die vielen ernüchternden Dinge die für die Beerdigung zu erledigen waren, sie auch ein Stück weit von dem allergrößten Schmerz abgelenkt haben. Auch wenn ich das Ganze natürlich nciht mit einem Todesfall vergleichen möchte.
Aber Du hast eben auch ganz große Verlustschmerzen und musst jetzt trotzdem viele wichtige Dinge ganz pragmatisch geregelt bekommen, wegen deiner Wohnsituation.
Schreib Dir in diesem Posting einfach alles weiter von der Seele.
Dann rutscht dein Thread auch immer wieder nach oben und wird mehr gelesen. Und vielleicht antworten dann ja endlich mal noch mehr Leute. Konnte es eben gar nicht glauben, dass es in zwei Tagen nur eine Antwort gab. Aber leigt vielleicht auch an den Feiertagen.
Ich wünsche Dir ganz viel KRaft
