Julchenbärchen
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Meine Kindheit verlief behütet. Der Preis dafür war hoch-ich hatte kaum bis gar keine Freiheiten und sah meine Eltern selten. Bis heute habe ich ein schlechtes Verhältnis zu ihnen. Starke verlustängste plagen mich seit meiner Kindheit. Immer als meine Eltern weggingen hatte ich Angst sie würden nicht wieder kehren.
Nun zu meiner unlängst vergangenen Beziehung. Ich (30) lernte ihn (25, Name fiktiv-Igor) vor etwa vier Jahren kennen-näher kamen wir uns kurz vor dem Abschluss meines Studiums. Ich hatte mich davor von meinem ersten Freund getrennt. Alles begann als Affäre. Es war die unbeschwerteste, schönste Zeit, die ich je mit einem Mann verlebte. Da meine erste Beziehung die ich ein Jahr zuvor beendet hatte, wirklich schlimm verlaufen war, wollte ich erst mal keine Beziehung. Ich wollte mein Leben alleine genießen-zu lang hatte ich gelitten. Zu viel Vertrauen hatte ich verloren.
Igor und ich verbrachten viel Zeit miteinander, da ich eine Zeit lang keine Verpflichtungen hatte. Wir schliefen aus, frühstückten wie die Könige-kurzum, wir machten uns ein Paradis auf Erden. Er trug mich auf Händen und las mir jeden Wunsch von den Augen ab. Verdammt haben wir uns ineinander verliebt. In folge dessen hab ich nach, und mich meinen Gefühlen hingegeben. Ich musste weg von dem Ort an dem wir studierten. Wir sagten nicht Lebewohl. Aus einer innigen leidenschaftlichen Affäre wurde Liebe. Wir sahen uns so oft wir konnten. Uns trennten 600 Kilometer und dennoch sahen wir uns nahezu jedes Wochenende. Unter der Woche ging jeder zielstrebig seinen Verpflichtungen nach. Er als Student, ich als Arbeitende. Am Wochenende war die Freude groß und wir genossen die Zeit in vollen Zügen. Ich bin nach dem Studium an den Ort gezogen an welchem auch seine Familie lebt. Ich fing sogar an bei seiner Mutter zu arbeiten. Alles war perfekt. Wir waren alle eine kleine glückliche Familie.
Leider fühlte ich mich in dieser Großstadt sehr einsam und fühlte mich alles andere als wohl. Ich komme vom Land und bin ein anderes Leben gewohnt. Zugegebenermaßen habe ich Igor immer wieder gesagt wie wenig es mir dort gefällt. Scheinbar habe ich ihn dadurch bedrängt. Ich sagte auch immer wieder dass ich wieder zurück aufs Land möchte-früher oder später. Er hatte nie Widerworte gegeben. Eines Tages kam er mit der Entscheidung zu mir er wolle sich trennen. Er wolle sich nicht die Verantwortung aufladen für mein Glück verantwortlich zu sein. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Es verlief alles sehr harmonisch-wir liebten uns so abgöttisch-warum sollte es auf einmal vorbei sein?
Nun-ich akzeptierte seine Entscheidung egal wie sehr es schmerzte. Ich weinte schrecklich. ich schrie. ich aß und schlief nicht. ich vergrub mich in Selbstmitleid und hoffte auf schnelle Erlösung. Doch es sollte schlimmer kommen-von einer ehemaligen Studienkollegin bekam ich die Nachricht dass er bereits vor unserer Trennung in seiner Wohnung Parties veranstaltete mit dem Ziel eine bestimmte Person, ein Mädchen zu treffen.
Ich machte ihm daraufhin die größten Vorwürfe. Bis heute weiß ich nicht wie ein Mensch der einen anderen liebt, sich über die Trennung hinweghelfen kann indem er sowas tut.
Innerhalb einer Woche haben wir uns angeschrieen, haben gemeinsam geweint und letztenendes beschlossen es erneut zu versuchen. Der Grund weshalb ich zustimmte, war, dass er mir geschworen hat, dass alles aus purer Verzweiflung passierte.
In der Zwischenzeit entschied ich mich aufs Land zurück zu ziehen.
Nun langer Rede kurzer Sinn-ich konnte die Situation nicht verarbeiten. Bedingungslose Liebe die in ein so fluchtartiges Verhalten mündet kann nicht immer mit großem Vertrauen begegnet werden.
Ich sagte dass ich die Beziehung nur solange führen möchte bis ich tatsächlich umziehe. Das passierte die letzten Tage. Eine Woche zuvor kam er zu mir um schöne letzte Tage miteinander zu verbringen. Leider waren sie nicht so schön wie ich es gehofft habe. Er flüchtete einen Abend zu Freunden und kam erst um drei Uhr morgens zurück. Einen anderen Abend hat er mich schick ausgeführt um mir danach zu sagen dass er gerne nochmal bei seinen Eltern vorbei schauen würde. Ich hatte vorgehabt ihn zu Hause zu verführen und habe entsprechende Andeutungen bereits vorher gemacht. Wie ihr euch vorstellen könnt hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Die letzte Nacht schlief er bei seinen Eltern zu Hause. Ich bin immer noch ob seines Verhaltens vollkommen erstaunt.
Ich bin mir sicher dass keine andere Frau im Spiel ist. Die Dame die er damals traf hat er danach nie wieder getroffen.
Ich vermisse ihn im Moment sehr. Dennoch hoffe ich dass ich richtig gehandelt habe. Er ist unreif und die Unschlüssigkeit die sich in seinem Verhalten widerspiegelt verunsicherte mich ungemein.
Bitte helft mir und sagt mir ob ich richtig gehandelt habe oder ob ich einen großen Fehler begangen habe.
Ich danke euch vielmals!