Erst räumliche Trennung, dann komplette Trennung?

Keks312

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Hallo ihr lieben,

ich weiß einfach gerade nicht mehr wo mir der Kopf steht. Zu meiner (Vor-)geschichte. Mein Freund und ich sind nun fast 4 Jahre zusammen. Vor 3,5 Jahren sind wir in eine gemeinsame Wohnung gezogen; vorher haben wir eine Fernbeziehung geführt. Ich bin für ihn in seinen Studienort gezogen, weil eine Fernbeziehung keine Alternative mehr war. Leider habe ich nicht direkt eine Wohnung gefunden, sodass wir uns dann gemeinsam eine Wohnung gesucht haben. Ich wusste vorher, dass dies ihm eigentlich zu früh war. Aber es ging nicht anders, da ich zeitlich gebunden war (habe dann auch das studieren angefangen). Wir sind beide charakteristisch sehr gegensätzlich. Er eher der ruhige Pol und ich die "Cholerikerin". Wir hatten nie viel Streit. Aber wenn, dann bin ich eher an die Decke gegangen. Er hat mich aber immer wieder aufgefangen. Vor ein paar Wochen kam er dann nach Hause. Ich merkte sofort dass irgendwas nicht stimmte. Er war nachdenklich und distanziert. Mit mir darüber reden wollte er nicht, er sagte mir bloß "Ich will keine Voreiligen Schlüsse ziehen". Direkt schossen mir die Gedanken in den Kopf.. "was meint er damit?". Ich bin leider auch sehr sensibel und habe anschließend geweint. Ihn aber in Ruhe gelassen, als ich merkte dass er wirklich nicht reden wollte. Irgendwann kam er zu mir und tröstete mich. An dem Abend kam kein Gespräch mehr zustande. Am nächsten Tag war es das gleiche, er distanziert und nachdenklich und ich nicht zufrieden weil es kein Gespräch gab. Irgendwann weinte ich wieder und bat ihm mit mir zu sprechen, damit ich seine Gedanken verstehen kann und ich mir selber nicht so viele Gedanken mache.

Ich wollte wissen was er fühlt, ob er noch etwas für mich fühlen würde. Er konnte mir keine Antwort geben, er war wie versteinert. Ich habe dann gesagt dass ich ihm Zeit geben werde darüber nachzudenken und gehen werde. Für immer. Ich möchte nicht neben einem Menschen liegen der meine Gefühle nicht erwidert. Wir beide weinten, er das aller erste mal in fast 4 Jahren Beziehung. Er sagte er liebt mich und möchte nicht dass ich weg bin. Also blieb ich. Wir haben lange geredet. Leider reichte das meinem Kopf nicht aus und ich konnte die Gedanken nicht abstellen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt dass er ein Mädel in der Uni kennengelernt hat (in einem Modul) und beide gelegentlich schreiben und Aufgaben zusammen bearbeiten. Angesichts der Gesamtsituation war ich dementsprechend eifersüchtig - was ich ihm auch erzählte. Er hat glaubhaft erzählt dass sie nur eine Kommilitonin ist. Vier Tage später schickte er mir einen Link über SMS "Räumliche Trennung, aber kein Beziehungsaus". Damit wollte er mir dann durch die Blume sagen dass er nicht mehr mit mir zusammenwohnen möchte, aber die Beziehung wohl auch nicht beenden wollte.
Was soll ich sagen.. begeistert bin ich nicht, aber ich hab mich darauf eingelassen. Aus Liebe und Angst ihn zu verlieren. Die letzten Tage distanzierte er sich immer mehr. Kaum noch ein Kuss, kaum eine Umarmung, kaum noch ein Gespräch. Und gestern Abend habe ich dann einen großen Fehler gemacht und habe seine Nachrichten gelesen die er mit seiner "Kommilitonin" schrieb. Ich weiß, das macht man nicht und ich schäme mich sehr dafür, aber ich brauchte Gewissheit. Tatsächlich wollte er sich mit ihr Treffen, zum Kino, sie sogar abholen und wieder heimfahren. Weitere Gespräche waren über die Uni oder über irgendwas unwichtiges. Ich bin im Affekt ausgeflippt und habe ihn angeschrien wieso er sich mit ihr treffen will und mich anlügt. Er sagte nur "So Eifersüchtig wie du bist, dachte ich es ist besser nichts zu sagen". Fande ich aber eher nicht, ich hätte mir Ehrlichkeit gewünscht. Gleichzeitig war er sehr sauer dass ich ihm nicht vertraute und seine Nachrichten lese (wie gesagt ich schäme mich dafür und er ist diesbzgl. zurecht sauer). Ich habe lange geweint. Habe versucht ihm meine Verzweiflung und meine unüberlegte Handlung zu erklären. Er wollte nicht reden. Ich habe ihm gesagt dass ich ihn liebe, er sagte nur er kann mir gerade keine Gefühle nennen. Auf die Frage ob er denkt dass wir es schaffen antwortete er nur noch mit einem "Schulterzucken".

Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Soll ich mich von ihm distanzieren? Soll ich schon früher ausziehen und hoffen dass er sich wieder einkriegt (dann muss ich doppelt Miete zahlen - ich bin Studentin, also das muss gut überlegt sein). Soll ich mich ganz trennen? Soll ich weiter still leiden und hoffen?
Ich bin einfach so überfragt. Ich liebe ihn sehr. Aber seine Distanz und "Heimlichtuerei" mit dem Kino machen mich stutzig. Ich hab aber gleichzeitig extreme Angst ihn zu verlieren. Ich hab Angst dass er die Räumliche Trennung vorschiebt und sich dann ganz trennt. Wobei schon zweimal hätte Schluss sein können, als ich sagte ich will nicht mehr. Er wäre also fein raus gekommen.
Was ich mir erhoffe? Vielleicht ein paar aufmunternde Worte. Gute Ratschläge. Ich weiß es nicht.
Danke fürs lesen... ist doch sehr lang geworden und ich hab sicher einiges vergessen.

PS: Wir sind 23 und 24. Ach und er hat im Oktober seinen Master begonnen. Ist dementsprechend stark eingebunden und ich erklärte mir sein Verhalten auch etwas mit dem Stress..

29.11.2014 16:35 • #1


planlos


Hi, ich weiß nicht ob ich eine professionelle Meinung abgeben kann, da ich selber auch verwirrt im Kopf bin aber ich kann mich in deine Lage gut hineindenken. Wenn beide nicht wissen ob man das wieder hinbekommt ist es schwer einen Ansatz zu bekommen, ich hatte die gleiche Situation mit meiner Exfreundin 2-3 mal innerhalb der Beziehung. Ein neuer Freund des anderen Geschlechts macht erstmal stutzig, Freundschaft ist was gutes und es tut gut auch mit dem anderen Geschlecht befreundet zu sein. Aber sein Vorschlag fürs erste wieder auseinander zu ziehen ist ein schlechtes Zeichen. Er will sich aber nicht trennen und das spricht in erster Linie für dich! Er könnte es sich ja auch leicht machen und komplett abschließen aber er will dich anscheinend nicht verlieren. Was sagt denn dein Gefühl? Hast du noch ein gutes Gefühl bei/mit ihm?

29.11.2014 17:08 • #2


Keks312


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Ich liebe ihn. Keine Frage. Wir haben uns gestern Abend getrennt. Endgültig. Mit viel Tränen meinerseits. Er war eher still und beherrscht. Er sagte er weiß nicht was jetzt wird,ob das jemals wieder wird. Er will mir auch keine falschen Hoffnungen machen. Aber da sein für mich will er weiterhin. Für immer. Jederzeit. Trotzdem tut das gerade höllisch weh. Er versucht mich zu trösten, mir Mut zu machen. Es tut ihm weh , mich so zu sehen. Aber was hilft das schon in dieser schlimmen Situation?

30.11.2014 10:55 • #3


Kundalini


Zitat von Keks312:
....Wir sind beide charakteristisch sehr gegensätzlich. Er eher der ruhige Pol und ich die "Cholerikerin". Wir hatten nie viel Streit. Aber wenn, dann bin ich eher an die Decke gegangen. Er hat mich aber immer wieder aufgefangen. Vor ein paar Wochen kam er dann nach Hause. Ich merkte sofort dass irgendwas nicht stimmte. Er war nachdenklich und distanziert. Mit mir darüber reden wollte er nicht, er sagte mir bloß "Ich will keine Voreiligen Schlüsse ziehen". .....


Vielleicht unterschätzt du die Wirkung deiner "cholerischen Ader" und was das Ausrasten des Partners mit dem anderen macht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass er immer klein beigeben hat, um Ruhe zu haben und deinerseits wurde das Auffangen (und vielleicht seine Resignation und Hilflosigkeit) als partnerschaftliches Ergänzen interpretiert.

Ich kann mir außerdem vorstellen, dass hiermit auch eine eigentlich liebevolle Grundhaltung (die er sehr wahrscheinlich mal für dich hatte) sukzessive kaputt ging. Nicht umsonst hat die Kommilitonin einen Weg in sein Herz finden können (hat sie meiner Meinung, er sagt dir nur die Hälfte, weil er Stress vermeiden will).

30.11.2014 11:24 • #4




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