liara94
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mein Mann und ich machen zur Zeit eine sehr schwierige Zeit durch. Sehr häufig kommt es mittlerweile zum Streit, der zur völligen Eskalation führt. Ein Beispiel wäre die Situation von heute. Ich hatte den Eindruck, dass er sehr angespannt (ich empfand die allgemeine Situation als sehr drückend durch verschiedene Aussagen und Mimiken) und fragte ihn, ob ich ihm was gutes tun könne. Er verneinte dies, aber aufgrund meines Unwohles (mein Fehler) fragte ich erneut, woraufhin er meinte, dass ich das schon wissen müsse. Ich fühlte mich verletzt, weil in der letzten Aussage für mich ein "Du kennst mich nicht" mitschwung und ich sagte ihm, dass ich so das Gefühl habe, dass ich ihn nicht kenne.
Er stand daraufhin auf und verzog sich ins Schlafzimmer. Ich bin hinterher und versuchte ihm zu erklären, warum ich gerade gefragt habe also das ich mich Unwohl gefühlt habe und das kompensieren wollte und entschuldigte mich. Ich sagte, dass ich den Eindruck habe, dass er mich verachtet (durch fehlende Körperzuneigung). Er bestätigte dies und mir schossen leider sofort die Tränen in die Augen.
Ich sagte ihm, dass ich das spüre und mir es fehlt, dass wir respektvoll miteinander umgehen und ich mich nach einer ganz normalen Zeit sehne, in der man sich mal streitet und dann auch wieder verträgt. Daraufhin meinte er, dass es nicht möglich sei, da ich nicht normal sei und ich ihn mit meinem "Gelaber" dazu bringe, sich zu trennen. (Ich muss dazu sagen, dass wir vor ein paar Tagen besprochen haben nicht mehr mit der "Ich trenn mich"- Keule zu schwingen. Er hat das in den letzten Monaten so oft gesagt, dass ich mir das vor ein paar Wochen auch angeeignet habe um den Wind aus den Segeln zu nehmen).
Ich bat ihn, dass nicht zu sagen, worauf er mich mit den Worten "Verpiss dich und lass mich in Ruhe" anschrie. Ich verlies das Schlafzimmer und er rief noch "und wenn du dich traust heute einmal hier reinzukommen, bin ich endgültig weg", knallte anschließend die Tür zu und seitdem ist Funkstille.
Wir sind seit einiger Zeit in einer Paartherapie, und wenn wir dort sind, können wir sehr gut miteinander reden. Wir sind beide sehr einsichtig und merken, welche Fehler wir machen. Kaum Zuhause habe ich allerdings das Gefühl, dass es nicht funktioniert, er verdreht plötzlich die Worte der Therapeutin. Ein Beispiel. die Therapeutin sagte zu ihm, dass er aufgrund seiner Vergangenheit gelernt hat zu mauern und zu schießen um sich zu schützen (damals zurecht, er kommt aus einem toxischen Elternhaus) und wendet diesen Selbstschutz weiterhin an.
Zuhause sagte er 2 Tage später zu mir: "Du bist daran Schuld, dass ich eine Mauer aufbaue, weil du mich zu Feind erklärst"
Ich habe anfangs versucht ihn daran zu erinnern, was die Therapeutin gesagt hat, mittlerweile nehme ich das hin und warte auf die nächste Sitzung um es anzusprechen. Leider hatten wir jetzt 4 Wochen keinen Termin, da sie Urlaub hatte und anschließend krank war.
Und nun sitze ich hier und suche etwas trost, oder jemanden zum Austauschen. Habe in meinem näheren Umkreis leider niemanden zum Reden und nutze das auch etwas als Selbsttherapie.
Falls du bis hierhin gelesen hast - danke für dein offenes Ohr. 🌻