Zitat von GreenGirl:Im Grunde fühle ich mich jeden Tag stärker, und kann nicht begreifen, wie ich 12 Jahre lang (mit Unterbrechungen) einem Typen nachheulen konnte, und von ihm abhängig sein konnte, der mich NIE wirklich wollte. DAS ist, was ich am meisten bedaure!
Das sind die inneren Fallstricke, die systemimmanenten Muster, die Dich in dieser Rolle verharren lassen. Ich bin nicht mehr wert als das, ich bin nur die Geliebte, aber nicht die Frau, für die der Mann sich entscheidet. Im Gegenzug zur eigenen Abwertung wird der Mann verklärt. Keiner ist so wie er, keiner passt so gut für mich wie dieser.
Und sich hinterher anzuschauen und den Kopf zu schütteln über diese selbstschädigende Strategie, tut nochmals weh. Wenn Du es jetzt unbegreiflich findest, so hast Du jedenfalls schon ein wenig innere Distanz dazu aufgebaut.
Der Typ musste erst Mal eine finden, die 12 Jahre lang für ihn da war, obwohl sie immer nur die zweite Wahl war.
Zitat von GreenGirl:Das ist auch das, was ich mir irgendwie verzeihen muss, und was mir sehr schwerfällt. Mir selbst verzeihen, dass ich so ein Hornochse war.
Sich selbst zu verzeihen, sich anzunehmen, ist oft weitaus schwieriger als Anderen zu verzeihen. Du hast Dir Jahre lang selbst weh getan für ein paar schöne Stunden, für süße Worte, die Dir mehr bedeuteten als seine Taten. Das ist das, was man dann macht, wenn man in einer Beziehung nichts zu melden hat und in der unterlegenen Position ist. Die Worte werden hoch stilisiert, weil man sich an etwas fest halten will und sonst nichts da ist. Taten waren keine da, außer der, dass Du jede Menge Zeit für Dich hattest, weil er familiär eingebunden war. Also war das auch keine Tat, die er für Dich tat. Er hat kategorisch Verrat betrieben und hätte - wenn er fair gewesen wäre - die Sache beenden müssen, anstatt eine Frau 12 Jahre lang in der Warteschleife zu halten. Das wäre eine gute Tat gewesen, wenn er Deine Schwäche nicht ausgenützt hätte und Dir gesagt hätte: Du, hör mal, ich kann Dir nicht mehr bieten, daher müssen wir das beenden, denn Du verschleuderst Deine Zeit mit mir und das ist nicht richtig, wenn ich die Affäre weiter führe.
Sein Egoismus siegte, er nahm sich beides. Zwei Frauen, toll für ihn und kein Gedanke an schlechtes Gewissen, dass er damit zwei Frauen verraten hat. Seine Ehefrau, die er über Jahre hinterging und Dich, weil er Dich ausgenützt hat.
Zitat von GreenGirl: Und wieviel Selbstachtung habe ich verloren?
Das ist mit Sicherheit eine Baustelle, eine große, die Du in Angriff nehmen musst. Was heißt hier, verloren? Du hattest schon immer zu wenig Selbstachtung, weil Du sein mieses Spiel dann schon eher durchschaut hättest und gehandelt hättest. Anstatt in ein selbst bestimmtes Leben zu starten, bliebst Du in der Abhängigkeit von seinen Gnaden. Wer sich seines Wertes bewusst ist, der lässt das nicht mit sich machen.
Ansetzen kannst Du hier nur allein. Du hast Dich mit einem Menschen umgeben, der von Deiner Selbstunsicherheit profitiert hat und der sein Ego damit gepusht hat. Du hast es ihm ja auch ermöglicht, anstatt Flagge zu zeigen.
Das ist mit Sicherheit das, womit Du beginnen musst. Zu erkennen, dass Du etwas wert bist. Meist kommt da zu wenig von außen, daher musst Du das selbst in die Hand nehmen und gut zu Dir sein.Das musst Du regelrecht üben, bis Du es selbst glaubst und realisiert hast, dass Du ein toller Mensch bist.
Du hast mit Sicherheit sehr nette und liebevolle Seiten. Suche sie und pflege sie und freu Dich darüber, dass Du bist wie Du bist.
Du hast Fehler gemacht, aber es steht nirgends geschrieben, dass Du sie weiter machen musst!
Zitat von GreenGirl: Da kann er noch soviel Süssholz raspeln und mir sagen, wieviel ich ihm bedeutet habe...im Endeffekt war es nichts.
Ja, Worte sind für den Müll. Dieser elende Mistkerl, der die Gutgläubigkeit einer verunsicherten Frau ausnützt!
Andererseits, Du hast ihm was bedeutet. Sonst hätte er das nicht 12 Jahre lang durchgezogen. Also, von daher hat er gar nicht so arg gelogen.Und mit Sicherheit wirst Du ihm jetzt auch fehlen. Stell Dir das mal aus seiner Warte vor! Der muss jetzt auch Federn lassen und ist reduziert auf seine freudlose Ehe und die Alltagsbeziehung. Die Sterne, die Du in sein Leben gebracht hast, sind auf einmal fort! Oh je, er sollte Dir eigentlich leid tun. Denn Du hast die besseren Karten. Du hast noch jede Menge Leben vor Dir, Du bist frei und er nicht, Es wird ihm bitter aufstoßen, dass seine Selbstbestätigung von dannen zog.
Zitat von GreenGirl:Aber ich denke es bringt nichts mehr, sich selber zu kasteien..es ist wie es ist, ich muss nur nach vorne schauen und jetzt endlich die starke Frau sein, die ich bin!
Ja, das ist eine gute Einstellung. Bitte lass Dich von diesem guten Vorsatz nicht mehr abbringen. Pflege Dich, Dein Selbst, nimm es an. Besser, Du hast jetzt eine Entscheidung getroffen als das Theater noch länger mit zu machen. Sieh das Positive. Du hast Dich aus Deinem inneren Gefängnis befreit, das Dich in diesem Drama verharren ließ. Dazu gehört innere Stärke, die man erst mal haben muss.
Du kannst vieles von dem, was Du jetzt als wertlos und umsonst ansiehst, auch in etwas Positives ummünzen. Es ist vieles eine Frage der inneren Sichtweise. Ein Mensch, der sich seines Wertes nicht bewusst ist, neigt immer dazu, das Negative zu sehen und überzubewerten. Das Positive in einer Situation wird nicht gesehen und vor allem nicht gewürdigt.
Ein altmodisches Wort, aber ein wichtiges. Würdige Dein Leben, Deine Erfahrungen und Deine guten Eigenschaften. Du glaubst gar nicht, wie wichtig das für ein gutes Wohlbefinden ist, sich zu akzeptieren.
Zitat von GreenGirl:Ein Mann, der euch lieben würde, würde euch nicht am ausgestreckten Arm verhungern lassen. So einfach ist das!
So ist es. Manche Menschen brauche für diese und andere Erkenntnisse halt ein paar Jahre. Aber besser spät als nie!
Der Titel Deines Posts ist falsch. Du bist nicht die ewige Geliebte, Du warst eine langjährige Geliebte, die sich jetzt frei gestrampelt hat.
Begonie-