Ich kann nur aus meiner Sicht berichten, aber es war die Hölle auf Erden. Ich wünsch das keinem. Da ich mit meiner Ex noch zusammen arbeiten muss, zum Glück nicht inhaltlich, aber wir sind in einem Konzern, sitzen im gleichen Gebäudeflügel, sehen wir uns ab und zu noch. Jedesmal ist es für mich extrem zermürbend. Nein nein, nicht falsch verstehen, kein Liebeskummer, keine Eifersucht, es ist ANGST. Es ist einfach Angst vor dieser unberechenbaren Person. So müssen sich Frauen bei gewaltbereiten Ehemännern fühlen, was ich spüre.
Ich habe die Phasen durchlebt, hatte glaube ich aber Glück gehabt, dass meine Narzisstin sich durch das Arbeitsumfeld, in dem sie einen sehr schlechten Stand hatte, stark geschwächt fühlte, als ich weg fiel als ihr Ansprechpartner vor Ort. Ich hatte sie übrigens mal eingearbeitet.
Ich erinnere mich an eine ultraschöne Hoch-Verliebtheitsphase, ich notierte damals noch in meinem Tagebuch, wie schön es sei, erstmals richtig verliebt, richtig geliebt. Nach wenigen Wochen wurde angefangen zu kontrollieren, sie zügelte sich noch, aber die ersten toxischen Züge merkte ich damals. Ungleiche Regeln für uns, während sie feiern ging, wurde mir das untersagt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schwache und wenige soziale Kontakte, die sie zudem geschickt unterband, jedesmal wenn ich mich mit einem Bekannten, Kollegen oder Freund treffen wollte, wurde mir sofort ein schlechtes Gewissen gemacht, da wurde dann bestraft durch schlechte Stimmung, während sie ohne Probleme ihre Freundschaften pflegte. Später wurde mir dann vorgeworfen, ich hätte keine Freunde.
Noch heute wirkt bei mir stark nach dieses Verdrehen von Tatsachen, ich glaube es waren drei Off Phasen, in denen ich mit Liebesbriefen, Blumen und Botschaften angekrochen kam, als sei ich tausend mal beim Fremdgehen erwischt worden. Realität war, dass ihr etwas nicht in den Kram passte und sie schlicht und ergreifend die Beziehung beendete, weil die Nudeln drei Minuten zu lang im Wasser waren - um es mal zu überspitzen. Diese Schuldumkehr, diese Opferrolle haben bei mir tiefe Spuren hinterlassen. Ich reagiere seither sehr empfindlich auf mangelhafte Selbstkritikfähigkeit, habe da schon 2 Datings trotz guter Passung und Gefühl auslaufen lassen, weil ich mich selber erwischt habe, wie extrem kritisch ich inzwischen bin und Red Flags sehe, wo vielleicht garkeine sind.
Dann zum Ende hin hat es irgendwann in der Beziehung einen Erdrutsch meiner Gefühle gegeben, als ob ich eines Tages aufgewacht bin und mir dachte: Hier gehts nicht um uns, nicht um mich, hier gehts um eine Person, die mich energetisch aussaugt, bis ich nicht mehr da bin. Und da habe ich die Reißleine gezogen, mit einem Urlaub (den sie mir untersagen wollte, aber selber mit einer Freundin angeblich in Ägypten war, was ich bis heute nicht glaube).
Es war schon so, dass ich dann plötzlich zweifelte und dachte: Wenn sie nur ein Viertel dessen selber tut, was sie mir ständig unterstellt, haltlos unterstellt, habe ich es wirklich mit einer chronischen Betrügerin und Fremdgeherin und Lügnerin zu tun.
Noch heute, auch bei jeder Begegnung, egal wo, im Büro, Parkplatz, sie muss mich abwerten, als ob es zwanghaft wäre, sie muss einen Nebensatz mit Abwertung rein drücken, damit sie sich höher stellen kann, sie muss Dinge verdrehen, zu ihren Gunsten.
Mich hat lange beschäftigt, wie ich mich so dermaßen irren konnte in einem Menschen und ich habe mir einfach verzeihen müssen, ich habe mit mir gut werden müssen, weil ich es einfach nicht hätte erkennen können, weil ich vermutlich menschlich bisher nicht so weit war, weil sie vermutlich bei mir Lücken gewittert hat, Schwächen, die sie in dem Moment genauestens bedient hat und ich offen, empfänglich und verletzlich war. Interessant: Einige Kollegen sagten sogleich, mit dieser Person ist etwas faul. Vielleicht sahen sie etwas, was ich nicht habe sehen können oder wollen. Ich begann an der Meinung von Kollegen zu zweifeln aber nicht an meinem EIndruck, der daneben lag. Manchmal verschätzt man sich, das ist Menschlich.
Ich habe draus gelernt, aber es wirkt nach. Es ist als hätte man eine Entscheidung getroffen, von der man total überzeugt war und fliegt auf die Nase, hinterher beginnt man menschlich normal zu zweifeln und zu reflektieren, was ist da schief gelaufen.
Irgendwann habe ich für mich dann aber begonnen zu akzeptieren, dass es nur einen wahren Satz gibt: "Du hast keine Chance bei Narzissten, also nutze sie - gehe raus".
Ich habe auch diese Phase als schlimm empfunden, in dem sie die Beziehung einfach beendete, mich blockierte und ich Kanäle suchte, ihr nachzulaufen, typisch Dopaminentzug. Bis mir ein Freund, dem ich mich anvertraute, sagte: Zieh dich raus, emotional. Geh auf Entzug, das war die Hölle, ich starrte aufs Telefon und wartete auf Nachrichten, die nie kamen von ihr, ich zügelte mich, wie ein Alk., der ständig zur Flasche greifen will und sich selbst beim Entzug kontrolliert.
Ich habe mir dann eine Metapher überlegt. Ich versuche mal 5min nicht an sie zu denken, dann denke ich 10min nicht an sie, dann 1 Stunde und später erwischte ich mich, wochenlang später, dass ich ganz oft nicht mehr an sie dachte. Ich konnte ihr eine ganze Weile nicht in die Augen sehen. ich vermied es bewusst, ich ignorierte sie komplett, weil ich gelesen hatte, dass no contact dem Narzissten am meisten schaden würde, nicht Drama und Betteln, nicht das Nachlaufen und das Entschuldigen für etwas, was man nie getan hat, das bestärkt ihn nur. No Contact war als ob man jemanden aushungern lässt, ich sah es ihr regelrecht an.
Irgendwann dann kamen die typischen Hoovering Versuche. Dann wieder die Opferrolle, es war als schoss jemand mit allem Pulver, das ihm zur Verfügung stand, aber ich blieb standhaft und hielt einfach meine Mauer hoch, irgendwann ließ es nach.
Ich bin mir sicher, meine Ex litt und leidet und einer erheblichen Persönlichkeitsstörung, ich nenne es Narzissmus, kann sein, es ist Borderline, ist mir auch egal, es war eine massive Persönlichkeitsveränderung, die ich wahr nahm. Ich habe es nie gesehen, aber man hätte vermuten können, sie nimmt Tabletten oder eine Substanz, die extremen Wandelungen waren nicht normal. Und noch heute habe ich - zum Glück nur Sekunden - in denen ich denke ....lag es vielleicht doch an mir und meinem Verhalten?
Nein. Das kann nicht sein. Das sage ich mir gebetsmühlenartig. Wieso nicht? Weil ich schon viele jahre erfolgreiche Beziehungen führte, die an anderen DIngen zu Ende gingen, aber nie "so". Weil ich schon mit Frauen über Jahre zusammen war und es klappte. Und sie? Sie redete ungern über vergangene Beziehungen, war zwar sehr eifersüchtig und neugierig auf meine, aber selbst.....wieso auch? Sie hatte nur Kurzzeitaffären, kurze Kennenlernen, das ging über drei Wochen bis drei Monate. Finde den Fehler.