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Ex-Partner und Trennung von Narzissten - Austausch

Karuna
Zitat von PapaEmeritus:
Ich freue mich aber für jeden , der das nicht erleben muss.


Ich verstehe, was du damit sagen möchtest und ich bin da grundsätzlich bei dir. Ich erlaube mir an dieser Stelle den Horizont etwas zu öffnen und zu sagen:

Die Erfahrung mit der vulnerablen Narzisstin ist das Beste, was mir jemals im Leben passiert ist.

Sie hat mich in komplette Einzelteile zerlegt, ich war wirklich "rock bottom", aber genau mit diesen unzähligen Mosaiksteinchen konnte ich mich zu dem Menschen zusammen setzen, der ich heute bin. Und ich liebe diesen Menschen. Ich habe das erste Mal im Leben Selbstliebe.

Nur durch das Geschene und die Aufarbeitung hatte ich die Möglichkeit genau hinzuschauen. Alleine oder mit einem Therapeuten hätte ich diese dunklen flecken niemals auf diese schöne Art und Weise entdeckt und ins Licht geführt.

Ich bin ein Verfechter davon zu sagen, dass große Dunkelheit (Schmerz) auch immer großes Licht (Wachstum) mit sich bringen kann. Sofern man als Individuum dafür bereit ist.

Also nein, ich würde all den Schmerz nicht löschen wollen. Ich bin unglaublich dankbar dafür.

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PapaEmeritus
@Karuna

Ich verstehe, was du meinst, und freue mich, dass du da etwas Positives rausholen konntest! Ich bin da etwas hin und hergerissen. Ich bereue nix, hätte aber auch bis zu einem gewissen Maß darauf verzichten können. Ich habe definitiv einiges über mich gelernt, sowohl positiv als auch negativ. Vielleicht brauche ich auch einfach noch etwas Zeit, bis das positive überwiegt.

x 1 #14192


A


Ex-Partner und Trennung von Narzissten - Austausch

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Karuna
Ich verstehe auch dich und ich weiß, dass meine Ansicht für den ein oder anderen dezent exklusiv erscheinen mag, aber es ist die Wahrheit und ich finde es unglaublich schön, dass ich trotz dieser Erfahrung dieses Level erreicht habe keinerlei negativen Gefühle ihr gegenüber zu empfinden. Wobei ich sicher bin, dass ganz tief in mir so etwas noch drin steckt.

Auch ein interessanter Gedanke:Würde ich negative Gefühle ihr gegenüber zulassen , hätte sie ja - ohne es zu wissen - noch "Macht" über mich.

Ich habe in den letzten Tagen zufällig viele deiner Beiträge gelesen. Ich habe bei dir das Gefühl, dass du weit überdurschnittlich mit der Situation umgehst, aber noch den ein oder anderen Finger aus der Dunkelheit ziehen musst. Bewusstsein und Zeit regeln das, ersteres hast du ungemein und zweiteres musst du dir einfach geben. Ich hoffe, das war jetzt nicht übergriffig, wollte einfach mein Gefühl mit dir teilen.

x 2 #14193


Karuna
Zitat von Umbra_:
Ich frage mich immer, ob diese Leute so geboren sind, oder ob sich diese krankhafte Verhaltensweise erst im Laufe des Lebens einstellt. Vielleicht ist auch beides möglich!?


Narzissmus ist eine psychsiche Störung, psychische Störungen entstehen aus drei verschiedenen "Gründen":

- genetisch bedingt, also vererbt
- psychosoziale Faktoren, also das Umfeld (oft beim Aufwachsen in der Kindheit und der Adoleszenzphase)
- Vulnerabilitäts-Stress-Prinzip, jeder Mensch ist anders empfänglich eine psychische Störung zu bekommen

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PapaEmeritus
@Karuna

Ich verstehe deine Einstellung absolut, und hoffe, dass ich das irgendwann ähnlich sehen kann. Ich bin eben dafür wahrscheinlich noch zu sehr in der Verarbeitung. Und ob das jetzt eine positive oder negative Eigenschaft ist, da kann man sicher drüber streiten, aber ich bin sehr analytisch und habe ab einem gewissen Zeitpunkt gecheckt, was passiert, war aber andererseits eben noch naiv genug zu glauben, das wird schon alles wieder gut. Also ich hab mich weder komplett verloren, noch komplett klar gesehen. Und mit den Auswirkungen dessen, kämpfe ich noch. Ich kann auch nicht mal mehr sagen, ob da negative Gefühle für diese Frau da sind, es ist eher oft eine gewisse Leere. Es war eher der Schock, dass ein Mensch so sein kann, der mich so umgehauen hat, nicht mal nur das manipulative Verhalten. Eher das Gesamtbild.

#14195


Karuna
Zitat von PapaEmeritus:
Und ob das jetzt eine positive oder negative Eigenschaft ist, da kann man sicher drüber streiten, aber ich bin sehr analytisch und habe ab einem gewissen Zeitpunkt gecheckt, was passiert, war aber andererseits eben noch naiv genug zu glauben, das wird schon alles wieder gut.


Been there, done that. Ich kenne diese Naivität, ich kenne dieses zu Tode analysieren, ich kenne das Gefühl über eigene Grenzen hinweg zu sehen, weil man die schönen Seiten unbedingt wieder zurück will, ich kenne das Gefühl zu denken, dass wenn man das noch macht und da noch mehr gibt, ihr noch mehr zeigt, dass man sie liebt, dass es am Ende zum Happy Ende kommt.

Diese schönen Zeiten waren ein Schauspiel, um dich emotional abhängig zu machen. Ich habe bis heute Probleme zu sagen, dass das so ist, weil es sich so echt angefühlt hat.

Der Mensch, den man kennengelernt hat, existiert nicht. Es war ein weiblicher Spiegel deines Ichs. Die sind schon längst wieder beim nächsten Opfer und sind dort wieder ein ganz anderer Mensch. Du würdest sie heute nicht wieder erkennen.

Zu einem gewissen Teil schon. Aber ich nutze gerne das Stilmittel der Übertreibung, um die Deutlichkeit hervorzuheben.

x 1 #14196


PapaEmeritus
Zitat von Karuna:
Den Menschen, den man kennengelernt hat, existiert nicht


Genau, das sehe ich ähnlich. Ich hab da gestern wieder drüber nachgedacht. Ich hatte nach der Arbeit noch ne halbe Stunde mit einer Kollegin gequatscht. Nachdem wir uns verabschiedet haben, ist die Frau derselbe Mensch wie in unserem Gespräch geblieben. Wenn ich mich mit meinem Forengrund getroffen habe, hat der Mensch nach dem Treffen aufgehört zu existieren. Es ist eine Oberfläche, eine an Bedingungen geknüpfte Darstellung oder wie auch immer man das nennen will. Das ist fast unmöglich zu verstehen und zu akzeptieren, weil es wie aus einem Science Fiction Film klingt.

x 1 #14197


M
Interessant, eure Beiträge zu lesen. Ich kämpfe sehr mit mir, die letztenTage mit Vermissen, Kontakt aufnehmen, manchmal bisschen Ängste vor dem Alltag, Zukunft - wo ich am Liebsten zu ihm hinlaufen möchte impulsmässig. Aber es wäre unsinnig, alles. Und wofür? Das ganze miese Spiel von vorne, die schlimmen Gefühle und Schocks hinsichtlich seiner unempathischen Art. No thank you. Aber es ist sehr schwer und ein Kampf. Rückblickend ist er einfach ein unhappy Mensch. Ob Urlaub, Geburtstag. Immer miese Laune, bestrafend.

x 1 #14198


Karuna
@Mada

Ja, das sind diese typischen gleichzeitig vorhandenen ambivalenten Gedanken. Es klingt nach emotionaler Abhängigkeit, hervorgerufen durch Oxytocin (Kuscheln, Sex), Dopamin (Freude) und Cortisol (Stress) im Wechsel. Da ist wie bei einem Spielsüchtigen, der wirft auch so viele verlorene Runden Geld in den Automaten, bis er endlich mal wieder eine Runde gewinnt. Dieses Gewinnen ist aber nur ein Brösel, hier wie dort nur eine Art der Manipulation, dass du weiter machst.

Du musst stark bleiben. Wir waren alle dort. Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst, es wird besser.

x 1 #14199


PapaEmeritus
@Mada

Ich musste auch erst noch ne Extrarunde fahren, um aussteigen zu können, denn ich konnte anfangs auch nicht gegen das Vermissen ankämpfen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass es nicht besser werden würde, es würde sich eher alles wiederholen.
Ich hätte auch nie gedacht, dass es anfängt besser zu werden. Wenn ich an meinen Zustand vor einigen Monaten denke, da bin ich heute das blühende Leben. Es wird auch dir irgendwann besser gehen.

x 1 #14200


PapaEmeritus
@Karuna

Du scheinst ja schon ne ganze Ecke weiter zu sein, wie, vielleicht kannst du meine Gedanken nachvollziehen. Ich hab mich oft noch gefragt, wie es ihr wohl gerade geht, und was sie so macht. Inzwischen frage ich mich aber, wen ich damit gemeint habe. Also wie es wem geht? Was wer gerade wohl macht? Diese Gedanken gehen oft so ins Leere und das ist eine sehr merkwürdige Situation.

#14201


Karuna
@PapaEmeritus

Vielen Dank, dass meine Kommunikation den Schein erweckt schon "weiter" zu sein. Ich ruhe in mir selbst und weiß inzwischen wer ich bin, aber wir sind alles nur Menschen und es ist auch mal schön sein eigenes Gefühl bestätigt zu bekommen. Mir bedeutet das gerade sehr viel, du hast meinen Tag nachhaltig schöner gemacht.

Ja, das Gefühl kenne ich gut. Am Anfang denkt man, man vermisst noch die Person. Später merkt man, dass es eher ein automatischer Gedanke ist, der keinen echten Adressaten mehr hat. Dieses „ins Leere gehen“ fühlt sich seltsam an, ist für mich aber eher ein Zeichen, dass sich die innere Bindung gerade auflöst.

Das ist der Moment, in dem die Fantasiefigur verschwindet, die man lange mit der realen Person verwechselt bzw. verknüpft hat. Die Gedanken sind noch da, aber sie finden niemanden mehr, weil es diese Person ja auch eigentlich gar nicht gibt. Ungewohnt, aber irgendwie auch ein Schritt Richtung Klarheit.

Ich versuche immer alles aus dem positiven Frame zu sehen. Du idealisierst sie nicht mehr, sie steht nicht mehr auf einem Podest. Das ist toll.

Deshalb eine Einladung an dich: Du darfst glücklich darüber sein, dass diese Auflösung gerade bei dir stattfindet. Eine schöne Erkenntnis, um einen schönen Tag zu haben.

x 1 #14202


PapaEmeritus
@Karuna

Ich habe eben schon ne Weile die gleichen Gedanken und hab erst gedacht, ich bilde oder rede mir das ein. Weil die Vorstellung, dass ein Mensch quasi „verschwindet“, fühlt sich irgendwie so falsch an. Aber im Endeffekt ist es genau das.

x 1 #14203


Karuna
@PapaEmeritus

Vorsicht, jetzt wird es poetisch:

Der Mensch ist nicht verschwunden, er war niemals da.

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PapaEmeritus
@Karuna

Ich neige eher weniger zu philosophischen oder poetischen Aussagen, aber genauso sehe ich das auch. Und wenn man genau hinschaut, zeigen einem das diese Menschen eigentlich auch. Man will oder kann eben nur lange nicht hinsehen.

x 2 #14205


A


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