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Ex-Partner und Trennung von Narzissten - Austausch

Zwou
Das ist einfach wie der Schummler, der das Schummeln zum normalen Spielgehabe macht, unabhängig von all den Beschwerden, dass das Spielen so keinen Spaß oder Sinn macht. Wer nicht nach den Regeln spielt, mag damit für eine gewisse Zeit erfolgreich sein, aber irgendwann holt es einen ein. Meine hatte und hat wahrscheinlich noch immer ein ambivalentes Verhältnis zu Gesetzen, so à la: Wenn ich nicht geblitzt werde, ist es egal, wie schnell oder betrunken ich fahre. So kann man leben, bis was Schlimmes passiert. Zum Glück sind wir geschieden, soll sie selbst ausbaden...

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PapaEmeritus
@Zwou

Ich sag immer, die sind wie Zauberer, die immer denselben Trick zeigen. Und wenn man den Trick erkannt hat, verschwindet der Zauberer, weil er keinen zweiten Trick in der Hinterhand hat.

x 2 #14297


A


Ex-Partner und Trennung von Narzissten - Austausch

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Karuna
Zitat von PapaEmeritus:
Weil für diese Menschen Sonderrechte gelten. Woraus diese abgeleitet werden, ist mir allerdings schleierhaft.


Bei vulnerablen narzisstischen Menschen wirken diese „Sonderrechte“ oft so selbstverständlich, weil sie aus einer inneren Opferhaltung heraus entstehen. Das Gefühl, stärker zu leiden als andere, besonders sensibel oder dauerhaft verletzt zu sein, führt zu der stillen Erwartung, dass für sie andere Maßstäbe gelten müssten. Nähe darf eingefordert werden, ohne echte Bindung zu geben, Rückzug erfolgt ohne Erklärung, Verantwortung wird vermieden, weil die eigene Verletzlichkeit als Rechtfertigung dient.

Beim vulnerablen Narzissmus geht Verletzlichkeit oft mit einem inneren Gefühl von Überlegenheit einher. Man erlebt sich als sensibler, tiefer oder moralisch weiter als andere, und genau daraus leiten sich diese stillen Sonderrechte ab. Sie werden nicht eingefordert, sondern vorausgesetzt.

Meine war auch so etwas wie eine "Auserwählte", sah sich allen gegenüber als überlegen an (egal ob Arbeit, Umfeld, Ausbildung, Arzt, Therapeut) und hat ihre spirituelle besondere Bedeutung (besonderes Profil Human Design) immer wieder betont.

Es ist wohl eine Mischung aus Verletzlichkeit und Grandiosität.

PS: Als sie mal wieder aus dem Nichts Schluss gemacht hatte und ich nach den Gründen fragte, schickte sie mir einfach ein sehr ausführliches "professionelles" Horoskop, für das sie sogar Geld bezahlt hatte. Ohne weitere Worte.

x 1 #14298


PapaEmeritus
@Karuna

Manchmal denke ich, je größer die innere Leere, umso größer die Grandiosität, um diese zu ersetzen. Und wer grandios ist, kann eben auch immer nur das Opfer sein, weil andere die Grandiosität nicht anerkennen. Die brauchen das wahrscheinlich, um nicht komplett zu zerfallen.

x 1 #14299


Karuna
@PapaEmeritus

Dein Gedanke trifft den Kern ziemlich gut. Grandiosität wirkt oft wie ein Ersatzkonstrukt für eine innere Leere, die sonst kaum auszuhalten wäre. Je instabiler das innere Selbstgefühl, desto größer muss die Überhöhung sein, um überhaupt ein Gefühl von Wert, Kontrolle oder Identität aufrechtzuerhalten.

Das erklärt auch die Opferhaltung. Wenn die eigene Grandiosität nicht gespiegelt oder anerkannt wird, entsteht sofort eine Kränkung, die sich existenziell anfühlt. Dann sind nicht einfach andere anderer Meinung, sondern sie werden zu Tätern, die „nicht sehen“, „nicht würdigen“ oder „ungerecht behandeln“. Opfersein stabilisiert in dem Moment das Selbstbild, weil es die eigene innere Not externalisiert.

Du weißt ja, alles schlechte wird externalisiert, so auch hier.

Sie brauchen beides: Grandiosität, um sich überhaupt zu spüren, und Opferstatus, um Kränkungen zu erklären, ohne die fragile Selbststruktur infrage stellen zu müssen. Ohne diese Dynamik würde tatsächlich die Leere, Scham und innere Haltlosigkeit spürbar werden und genau daran droht das System zu zerfallen.

Diese Stabilisierung geht immer auf die Kosten anderer.

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PapaEmeritus
@Karuna

Ich erkläre mir das inzwischen genauso. Deswegen gehen diese Menschen teilweise auch vollkommen absurde Wege, was zu wochen- oder teilweise sogar monatelanger Eskalation führt, anstatt Probleme wie normale Menschen zu lösen, oder (das ist auch immer möchlich) sich zu trennen. Schuld wird immer externalisiert, aber es wird sich auch nicht getrennt, weil es muss ja Kontrolle behalten werden. Da stellt man sich dann die Frage, warum lösen diese Menschen Probleme nicht normal, oder trennen sich wenigstens. Beides ist wahrscheinlich im Muster nicht vorgesehen oder möglich. Und deswegen hat man dann oft die absurde Situation, dass man wochenlang für Kritik oder Ähnliches bestraft wird, und wenn man dann auf No Contact geht, versucht der Mensch wieder anzudocken.

Und ich denke außerdem, die Maske als normaler Mensch steht nicht vor etwas, also vor einem inneren, sondern statt etwas. Die Menschen tragen also keinen Maske, sie SIND die Maske.

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Besserwisser60
Zitat von PapaEmeritus:
Deswegen gehen diese Menschen

Auch ihr werdet irgendwann verstehen, dass es komplett unwichtig ist, was "diese Menschen" machen, sondern dass allein von Interesse ist, dass ihr für euer Verhalten die Verantwortung übernehmt.

-Warum habe ich mich eingelassen und sämtliche RedFlags übersehen.
-Warum bin ich so lange geblieben.
-Warum konnten sie überhaupt bei mir andocken und welche Schlüsse ziehe ich daraus
-Und warum beschäftige ich mich lieber mit ihnen und nicht mit meinen eigenen Baustellen?
Immerhin können wir "sie" nicht ändern, uns allerdings schon.
Das dauerhafte Befassen mit Ihnen bringt kein Stück weiter.

x 2 #14302


PapaEmeritus
@Besserwisser60

Du hast selbstverständlich recht. Ob und wie weit ich mich mit was beschäftige, ist immer noch meine Sache. Ich weiß, wo meine Probleme liegen/lagen, ich gebe Menschen zB zu lange den benefit of the doubt. Und was ich verstehe oder nicht, ist immer noch meine Entscheidung.
Abgesehen davon, muss man nicht immer eigene Baustellen haben, das hat für mich immer etwas von einer gewissen Schuldumkehr. Ich habe mir das ganze Theater zB nur Monate und nicht wie andere Jahre angetan. Würde aber trotzdem nie über andere urteilen, oder sie darauf hinweisen, nach ihren eigenen Anteilen zu schauen oder sonst was. Das kann und muss jeder mit und für sich selbst aufarbeiten.

#14303


Besserwisser60
Zitat von PapaEmeritus:
@Besserwisser60 Du hast selbstverständlich recht. Ob und wie weit ich mich mit was beschäftige, ist immer noch meine Sache. Ich weiß, wo meine Probleme liegen/lagen, ich gebe Menschen zB zu lange den benefit of the doubt. Und was ich verstehe oder nicht, ist immer noch meine Entscheidung. Abgesehen davon, muss man ...

Es ist immer leichter bei anderen zu schauen, als bei sich selber.

Und es ist eine Entscheidung. Will ich frei sein vom toxischen/er Ex oder nicht?
Je mehr ich mich mit ihm befasse, desto mehr Macht gebe ich ihm über mich.
Es ist ein Prozess, irgendwann möchte man Frieden und Ruhe haben.
Dann hat man auch keine wunden Punkte mehr.

x 3 #14304


PapaEmeritus
@Besserwisser60

Das man bei sich selbst suchen muss, gilt für mich für normale Beziehungen, aber nicht in solchen Dynamiken.
In gesunden Konflikten haben beide Anteile. In dysfunktionalen Mustern reagiert eine Person auf normale Interaktion mit Manipulation. Das ist kein beidseitiger Anteil, sondern ein strukturelles Problem auf einer Seite.
Das ist genauso, wie wenn man einem Betrogenen sagen würde, schau doch mal bei dir, warum du überhaupt an Ehrlichkeit geglaubt hast. Andererseits, und da geb ich dir absolut recht, muss man sich nach dem 12. Betrug hinterfragen, warum man sich das noch 11 weitere Male gefallen lassen hat. Das ändert aber nichts daran, dass die Schuld beim Betrüger/Manipulator liegt und nicht beim anderen. Deswegen sind Aussagen wie „Es ist einfacher beim anderen zu schauen, als bei sich selbst nix anderes, nix anderes als Schuldumkehr.

x 1 #14305


Besserwisser60
Zitat von PapaEmeritus:
Schuld

Es geht nicht um Schuld, sondern um Anteile, denn es handelt sich um eine Dynamik.

Zu deiner restlichen Ausführung: Nein, es ist nicht deine Schuld, wenn deine Ex sich asozial verhalten hat, aber es liegt in DEINER Verantwortung Grenzen zu setzen und zu gehen und zu hinterfragen, warum du für derlei Persönlichkeiten überhaupt ein Match wurdest.

#14306


PapaEmeritus
@Besserwisser60

Wie gesagt, da bin ich absolut bei dir, und falls ich deine Aussagen dahingehend fehlinterpretiert hab, dann war das mein Fehler.
Trotzdem hat man meiner Meinung nach keine Anteile in dem Sinn, dass man aktiv dazu beiträgt, sondern dass man eben zu lang in der Dynamik bleibt. Daraus kann man aber für die Zukunft definitiv lernen, und muss es eigentlich sogar.

#14307


Besserwisser60
Zitat von PapaEmeritus:
@Besserwisser60 Wie gesagt, da bin ich absolut bei dir, und falls ich deine Aussagen dahingehend fehlinterpretiert hab, dann war das mein Fehler. Trotzdem hat man meiner Meinung nach keine Anteile in dem Sinn, dass man aktiv dazu beiträgt, sondern dass man eben zu lang in der Dynamik bleibt. Daraus kann man aber für ...

Ich war mal an dem gleichen Punkt wie du und habe genauso "empört" reagiert.
Also, alles gut, alles zu seiner Zeit 😉

x 1 #14308


K
Ich kann kurz noch sagen, man erwartet mit diesen Personen, einen Erwachsenenkonflikt zu führen, aber man erhält einen Konflikt mit einem Teenager. Mit dem Unterschied, dass der Narzisst oder die Narzisstin wiederum erwartet, respektvoll behandelt zu werden, reagieren sie absolut respektlos und unsachlich. Dann wird Gaslighting betrieben und alles, was man kennt.

Ich habe mir vorhin den Spaß gemacht, den Chatverlauf durchzulesen meiner Ex (Narzisstin). Mit Abstand kann ich sagen, ich habe selten so oft den Kopf geschüttelt. Der Verlauf hat mich erinnert an den Umgang mit einem schwer erziehbaren Jugendlichen, der frech wird, unerzogen reagiert. Das ist schwierig, dann da eine angemessene Ebene zu finden.

Was ich auch sagen kann, meine Ex befindet sich noch im Arbeitsumfeld und ich erlebe sie in einem Schauspiel. Nach außen hochprofessionel, makellos, unantastbar, nach innen aber der schwer erziehbare Jugendliche. Außen soll niemand merken, wie zerrissen, wie unzufrieden, wie gefrustet diese Menschen sind.

Ich hatte mal so einen Arbeitskollegen, den konnte ich aber einfacher meiden und umgehen und natürlich hatte ich zu dem keine emotionale Beziehung. Und nach Feierabend war er nicht mehr präsent.

Ich glaube, diese Leute sind chronisch krank, sie werden ihr Leben lang scheitern., Zur Therapie dürften wenige den Weg finden, da sie ja grundsätzlich keine Verantwortung für das Scheitern tragen, auch nicht für das Scheitern von Beziehungen. Der Leidensdruck ist trotzdem glaube ich sehr hoch zu werten. Viele sehen ja, dass irgendwas nicht stimmt, auch wenn man sich mantra-artig einredet, alle Männer bzw. Frauen da draußen taugen nichts.

Je älter diese Menschen werden, desto weniger Auswahl gibt es. Das kennen wir alle. Und für Narzissten gilt es eigentlich, dass die Auswahl noch kleiner wird, man will ja einen Partner, der über einem steht, den man dann runter buttern kann, der äußerlich als Trophäe dient (attraktiver ist als man selbst) und innerlich zerbrochen wird. Diese Kombination wird vermutlich mit 20 leichter zu finden sein als mit 50. Was dann aus Narzissten oder Narzisstinnen wird, bleibt spannend.

Meine Ex war vor mir 1 Jahr Solo, trotz intensiver Suche, damals war sie 44 Jahre. Ich glaube in einem Jahr drei gescheiterte Beziehungen, die nach einigen Wochen seitens der Männer endeten. Jeweils im selben Muster wie unsere Beziehung, die über Monate ging, also schon bei ihr als Langzeitbeziehung gelten dürfte, haha.

x 2 #14309


Besserwisser60
Zitat von Karlo50:

Ich glaube, diese Leute sind chronisch krank, sie werden ihr Leben lang scheitern.

Leider nicht, im Gegenteil, sie werden gefeiert. Schau dir Trump an oder die diversen Manager, Schauspieler und Politiker.

#14310


A


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