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Ex-Partner und Trennung von Narzissten - Austausch

Besserwisser60
Zitat von Frie:
Gerade als Mann ist es echt schwierig, sich einzugestehen, daß man ein "Opfer" geworden ist.

Und du meinst als Frau fühlt sich das besser an? Ich habe damals auch gesagt, ich hätte nie gedacht, dass mir sowas passiert. Stehe mit beiden Beinen im Leben und bin komplett unabhängig.

Vermutlich auch der Grund weshalb ich nach nur 4 Monaten dort raus bin, das war ein echter Höllenritt.
Menschen mit diesen destruktiven Anteilen versuchen ständig deine Grenzen zu übertreten und es ist ein stetiger Kampf diese zu bewachen.
Bei mir war es sein Gepöbel u.a. aus dem Nichts heraus. Das hat er einmal gemacht, ich habe ihn gewarnt, er hat es nochmal gemacht, ich habe gezögert und beim dritten Mal bin ich gegangen.

Ja man fühlt sich zuerst als Opfer, aber wir sind es in Wahrheit nicht, denn daraus habe ich zumindest gelernt, dass ich jederzeit und noch viel früher gehen kann, wenn mir jemand nicht gut tut.
Ja, man möchte verstehen, warum, wieso, weshalb hat er das gemacht? Auch ein wichtiger Prozess.
Aber irgendwann erkennt man, dass das komplett unwichtig ist und uns nur davon abhält auf uns selber zu schauen.

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hotte
Zitat von Ilisia:
Nachtrag, was ich seit dem Ende mit diesem Mann gespürt habe, war eine unglaubliche Abhängigkeit von anderen Menschen. Vorher war ich stundenlang wandern, Radfahren, allein, habe mich nie einsam gefühlt. Er hat irgendwas in mir ausgelöst, was mir das Gefühl gab, als sei ich die Narzisstin und brauche plötzlich ultraviel Aufmerksamkeit (von Männer).

Das kenne ich tatsächlich auch von mir... die Fragestellung ob ich eigentlich der Narzisst sei, ob ich das mache was ich meiner ex "unterstelle" usw... ich glaube mittlerweile das dies teil der Heilung ist weil ich hier schon einige male gelesen habe das die Menschen nach solchen Erlebnissen diese "Zweifel" entwickeln.

#14327


A


Ex-Partner und Trennung von Narzissten - Austausch

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Besserwisser60
Zitat von PapaEmeritus:
Die emotionale Bindung macht es eben schwer, sich zu lösen. Und da ist eben wichtig zu erkennen, was man selber möchte, wie lange lässt man sich das gefallen. Denn man wird das Gegenüber nicht verändern, man kann nur an sich selbst arbeiten.

Ja, fühlt sich an, wie festgeklebt aneinander. Weißt du, was -für mich- die größte Enttäuschung war?

Zu erkennen, dass es Menschen gibt, die einen gnadenlos für ihre eigenen Zwecke, ihr eigenes Ego benutzen/ausnutzen. Dass sie in der Lage sind, bewusst und auch unbewusst jemanden mit ihrer Masche einzulullen, sodass dieser komplett vernebelt ist.

Dass man nur ein Objekt ist, unter dem Deckmantel der Liebe.

Bei mir konnte er nur andocken, weil ich einen schweren Schicksalsschlag hinter mir hatte und maximal verwundbar war.
Aber wenn man erstmal "wach" ist, bemerkst du die Manipulation und die Egozentrik.

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I
Ich habe meinen Ex am Ende lediglich als Lernfeld betrachtet.
Als ich irgendwann endlich kapierte, dass er im Büro eine Fassade aufrecht erhalten wollte, einige dort wussten von uns, andere ahnten es, aber mich Sa und So konsequent aus seinem Leben raus hielt, als Bestrafung vermutlich und weil er seine Fassage wahren wollte, dass mit mir alles super wäre, ich war nämlich seine Bezugs und Bindungsperson, habe ich mich ihm gnadenlos entzogen und ihm deutlich gemacht, dass er auf mich nicht mehr zählen kann. In keiner Weise

Ich habe ihn stehen lassen, bin auf dem Absatz umgedreht, wenn er mich angesprochen hat. Zuvor bin ich ihm immer nachgerannt, war weich. Ich habe ihn damit verwirrt, das war er nicht gewohnt, es kam meine Verhaltensweise auch unangekündigt.

Ich habe gelernt, quasi entgegen meines natürlichen Reflexes (Nachlaufen, Klären, Rechtfertigen) ihn einfach wortlos stehen zu lassen. Diesen Reflex des nicht reagierens, weggehens, Worte ungeklärt im Raum stehen lassen musste ich lernen und es fühlte sich erstmals wieder so an als kontrolliere ich mich und meine Emotionen und nicht umgekehrt.

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I
Zitat von hotte:
Das kenne ich tatsächlich auch von mir... die Fragestellung ob ich eigentlich der Narzisst sei, ob ich das mache was ich meiner ex "unterstelle" usw... ich glaube mittlerweile das dies teil der Heilung ist weil ich hier schon einige male gelesen habe das die Menschen nach solchen Erlebnissen diese ...

Ich habe meinem Ex mal einen Link gesendet zur einer Erklärung und Definition, was ein Narzisst ist. Nur den Link. Er ist komplett eskaliert, rief mich an, schrie mich an, und legte auf. Reagiert so ein normaler Mensch? Der normale Mensch setzt sich mit dem Thema auseinander, lächelt müde wenn er der Ansicht ist, dass das mit ihm nichts zu tun hat und fertig. Aber scheinbar bin ich nicht die erste Person gewesen, die ihn auf diesen Begriff hingewiesen hat

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PapaEmeritus
@Besserwisser60

Ich hab gelesen, dass du dich auch einigermaßen schnell aus dem Ziekus befreit hat, großen Respekt dafür, ich weiß wie schwer das ist, „schnell“ zu gehen. Für mich ist das wahrscheinlich schwerer, als „langsam“ zu gehen, weil man schneller die Hoffnung aufgeben muss. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine. Und bei mir war das ähnlich. Es war nicht mal so der Schock über das manipulative Verhalten, das hab ich einigermaßen „schnell“ erkannt und hat für mich nachdem ich raus war, nicht mehr so lange eine Rolle gespielt. Was mich so schockiert hat, war das gleiche wie bei dir. Der Fakt, dass es Menschen gibt, die sich nach außen hin als liebenswert, empathisch, offen usw darstellen und darunter absolut kalt sind, und keinerlei moralische Grenzen haben. Und ich bleib bis heute dabei, ich habe diese Kälte hinter den netten Worten ab einem gewissen Punkt gespürt. Und davon erhole ich mich heute noch. Nicht von dem manipulativen Verhalten, sondern von dieser Kälte.
Als ich die Frau kennenlernte, ging es mir nicht mal schlecht, im Gegenteil. Andocken konnte dieser Mensch einfach an meiner schier grenzenlosen Naivität ans Gute im Menschen zu glauben.

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Scheol
@Ilisia
Zitat:
Das nur zu mir. Was mich am meisten runterzieht sind die immer noch extrem starken Gedanken an ihn, die sind zwar negativ, nicht sehnsüchtig, so wie früher, was schon mal erheblich besser ist und meinen Abnabelungsprozess beschleunigt, aber es nervt trotzdem.

Traumatische Erfahrung kommen meistens nach ein bis drei Jahre erst richtig hoch. Also nichts ungewöhnliches aus der Perspektive

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Besserwisser60
Zitat von PapaEmeritus:
@Besserwisser60 Ich hab gelesen, dass du dich auch einigermaßen schnell aus dem Ziekus befreit hat, großen Respekt dafür, ich weiß wie schwer das ist, „schnell“ zu gehen. Für mich ist das wahrscheinlich schwerer, als „langsam“ zu gehen, weil man schneller die Hoffnung aufgeben muss. Ich hoffe, du ...

Man merkt doch auch retrospektiv oft erst, was das Verhalten, bzw. die Aussagen zu bedeuten hatten.
Nämlich, dass ein Muster dahinter steckt. Heute wird darüber offen aufgeklärt, das war vor einigen Jahren noch nicht so. In den USA sind sie da viel weiter.
Auch Psychologen und Therapeuten wissen heute oft nichts mit narzisstischem Missbrauch und was er anrichten kann, Bescheid.

Hört sich bei mir alles so locker und flockig an, aber ich hatte danach, wie beschrieben, schwere gesundheitliche, physische und psychische Probleme.
Ich habe 3 Jahre gebraucht um diese paar Monate (inklusive danach 1x wieder On) zu verarbeiten.

Und auch heute lebe ich nur damit.

Es gibt Menschen, die sagen, das wäre eine positive Begegnung für ihren Erfahrungsschatz gewesen.
Das kann ich nicht bestätigen. Mir hat das nur geschadet, mich misstrauscher gemacht, vorsichtiger (was perse ja nicht schlecht ist) und beziehungsvermeidend.

Ich lasse heute niemanden mehr in mein Leben. Hat aber auch noch andere Gründe.

Psychologische Hilfe bei einem Traumatherapeuten(über die Krankenkasse) hatte ich mir damals gesucht, weil das Gedankenkreisen nie aufhörte, aber der hatte nichts besseres zu tun, als mir auf die Pelle zu rücken (Komplimente ala "wie attraktiv ich doch bin, was für schöne Beine ich hätte und dass ich jeden Mann haben könne") und das in der 1. Sitzung gleich 3x.

Er legte also dieselben Verhaltensweisen an den Tag, wie der Mann wegen dem ich bei ihm gelandet war.
Ich bin dort nach der 1. Sitzung nie wieder hingegangen und habe nie wieder Hilfe gesucht.

x 3 #14333


PapaEmeritus
@Besserwisser60

Genau. Ich habe auch erst später gemerkt, dass Verhaltensweisen und Aussagen, die erstmal total wirr erschienen miteinander zu tun hatten und ein Muster ergeben. Ich bin jetzt ein knappes halbes Jahr aus der Sache raus, und habe immer noch mittelschwere Probleme damit. Nicht mal unbedingt emotional, eher kognitiv wie ein Mensch so sein kann, und wie die es schaffen, sich lange als „normal“ darzustellen. Und du hast Recht, in den USA scheint man da viel weiter zu sein, was die Betrachtung dieser „Störung“, als auch die Therapie von Opfern angeht.
Ob das eine alles in allem „gute“ Erfahrung war, da bin ich hin und hergerissen. Für mich bleibt so erstaunlich wenig übrig. Man hat es erlebt, und weiß, was man in Zukunft nicht mehr will. Aber die Erfahrung an sich fühlt sich für mich inzwischen oft schon vollkommen leer an.

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Besserwisser60
Zitat von PapaEmeritus:
Aber die Erfahrung an sich fühlt sich für mich inzwischen oft schon vollkommen leer an.

Heute hat er keine Macht mehr über mich.
Und das"Gelaber" einiger Männer geht mir am Popes vorbei.
Ich achte nur noch auf Fakten, nicht auf das Gerede, sondern nur darauf, was er macht und ob er sich an das hält, was er macht.

x 1 #14335


I
Zitat von Scheol:
@Ilisia Traumatische Erfahrung kommen meistens nach ein bis drei Jahre erst richtig hoch. Also nichts ungewöhnliches aus der Perspektive

Das denke ich leider auch. Was ich mich allerdings frage ist, wieso traumatisiert das einen Menschen und andere Ex Partnerinnen gehen ihren Weg.

Ich wusste, ... mein Ex, der mir natürlich jeden Kontakt zu Männern verbot, am liebsten auch im Büro, pflegte selber Kontakte zu seinen Scharen an Ex Freundinnen. Und einige sahen oft seinen Status oder seinen Instagram Account und kommentierten das, das würde mir im Traum nicht einfallen bei dieser Behandlung, mit diesem Typen noch in Kontakt zu sein.

Das kann mir nur sagen, dass er die entweder nicht so behandelt hat oder die nicht so traumatisiert wurden.

x 1 #14336


PapaEmeritus
@Besserwisser60

Mir geht’s darum, erstmal wieder mit mir selbst klar zu kommen. Für den Menschen an sich hab ich schwankende Gefühle. Eine gewisse Abscheu, teilweise ne gewisse Verwunderung, wie man sich trotz hoher Intelligenz innerhalb des Musters so auffällig und dumm verhalten kann, positives eigentlich nicht mehr wirklich. Wird noch eine Weile dauern. Aber mir hilft der Austausch hier, auch wenn man mal unterschiedliche Meinungen hat.

x 3 #14337


Scheol
Zitat von Ilisia:
Das denke ich leider auch. Was ich mich allerdings frage ist, wieso traumatisiert das einen Menschen und andere Ex Partnerinnen gehen ihren Weg. Ich wusste, ... mein Ex, der mir natürlich jeden Kontakt zu Männern verbot, am liebsten auch im Büro, pflegte selber Kontakte zu seinen Scharen an Ex Freundinnen. Und ...

Er Tox löst in einer Person einige Psychologische Effekte aus.

hormonell ,
Traumabonding
Zygarnick Effekt = hoffnungs effekt
die Psychologie wenn Leute investieren , wer investiert will was zurück haben.
Die Psychologie ähnliche der Spielsucht , wegen dem widersprüchlichen Verhalten , push&pull.
dann die veränderung des Gehirns durch den strsss , vorrangig die Amygdala , Hypocampus, präfrontale Cortex.
usw.
usw.

alwo Du hast hier nicht nur ein Problem , sondern 8-12 waren das glaube ich gewesen die ich mal zusammen gezählt hatte.

x 2 #14338


Besserwisser60
Zitat von PapaEmeritus:
@Besserwisser60 Mir geht’s darum, erstmal wieder mit mir selbst klar zu kommen. Für den Menschen an sich hab ich schwankende Gefühle. Eine gewisse Abscheu, teilweise ne gewisse Verwunderung, wie man sich trotz hoher Intelligenz innerhalb des Musters so auffällig und dumm verhalten kann, positives eigentlich nicht ...

Bei mir war es extreme Überwachsamkeit, ich witterte überall Gefahr und habe sehr extrem und teils unangemessen auf vermeintliche Grenzübertritte reagiert. Mein Umfeld, Familie, Freunde mussten das leider ausbaden.
Was einem passiert ist kann man anderen, die das nicht erlebt haben, auch nicht erzählen, weil die gar nicht verstehen, was das für ein Mechanismus ist.
Aber heute ziehe ich viel schneller und konsequenter Grenzen, auch ggü. meinen erwachsenen Töchtern und Schwiegersöhnen.

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PapaEmeritus
@Besserwisser60

Was mich tatsächlich noch triggert, ist wenn Frauen mich anlächeln. Mein Forengrund hatte teilweise so ein starres Lächeln, minutenlang gleich. Ich will nicht sagen, dass dieses Lächeln irgendwie Teil des Verhaltensrepertoires war, aber das ist mir zB extrem aufgefallen und deswegen triggert mich das noch. Ich lasse mir inzwischen viel weniger asoziales Verhalten gefallen, bin da tatsächlich sehr schnell viel rigoroser geworden. Meine Toleranzschwelle was Idioten angeht ist sehr schnell viel geringer geworden.

x 2 #14340


A


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