40722

Ex-Partner und Trennung von Narzissten - Austausch

Gaylen59


Zitat von Santosha1951:


....Selbst Psychiater werden hinters Licht geführt, weil die schauspielerische Leistung nicht zu übertreffen ist...

Das Auseinandersetzen mit dieser Störung hat mich damals allerdings sehr gefesselt und interessiert. Deshalb habe ich auch viel recherchiert.
Wollte wissen, was passiert mit Menschen ohne "Bewusstsein". Ich konnte mir das einfach nicht vorstellen, dass mich ein Mann so sehr getäuscht und belogen hat.
Das war nicht vorstellbar, nicht fassbar....ich wollte das nicht glauben....

...Ich hätte diese Diagnose auch nicht ausstellen wollen und habe meinen damaligen Verdacht auch immer wieder hinterfragt und angezweifelt...

Nach einem halben Jahr der Idealisierungsphase, begann er mit den o.g. Mindgames. In allen Varianten hat er sie bei mir eingesetzt.

...Was auch sehr schlimm war, war das Verdrehen meiner eigenen Erinnerungen. Er behauptete immer, ich hätte ein schlechtes Gedächtnis und würde alles verwechseln. Würde Dinge sagen, die nicht stimmen.... Später glaubte ich es selber schon....





P.S.
Wie ich dann in diesen Thread kam, hat mich @Gaylen59 sehr fasziniert. Ihr fundiertes Wissen über diese Bewusstlosigkeit eines Menschen hat mir sehr geholfen, das alles zu verstehen und für mich zu verarbeiten.
..


Einen schönen Sonntag... an ALLE

Hallo @santhosha1951,

Nur um mal auf einige Sätze einzugehen....

Zum Erkennen von diesen "Menschen" hatten wir hier schon einmal den Hinweis auf Suzanne Grieger-Langer.
https://www.youtube.com/user/SuzanneGriegerLanger
In einem ihrer Beiträge erwähnte sie ua. auch, das ein NPSler ÜBER 30, kaum oder nur sehr schwer noch erkennbar ist. AUCH von Fachleuten die Psychologie uä. "studiert" haben.
Sie haben sich ein eigenes Wissen über Menschen, Psyche, Schauspielerei und Manipulations-/Strategietechniken angeeignet, das sogar FL "gelinkt" werden. Unabhängig davon ist ein NPSler nicht heilbar. Er würde sich immer nur "anpassen".
Er ist ja nicht "doof", er ist "gestört". Ansonsten sind NPSler auf einigen Gebieten hervorragend intelligent und kreativ. Ihr Innerstes steht ja nicht auf der Stirn geschrieben...leider.
Also sollte man bitte nicht "Doof und gestört" in einen Topf werfen.

Mir ging es genau wie dir...
Anfangs wollte ich nicht glauben und dann es "wissen".
Auch ich habe NIE angenommen, DAS MIR so was passieren könnte. Mich für ziemlich taff und offen gehalten. Ja ich kannte von Psyche , speziell Narzissmus gar nichts.
ER war mein STOLPERSTEIN.

Ich habe lange recherchiert und immer wieder hinterfragt. Eine wirklich endgültige Diagnose, ob nur bösartig oder schon Psychopath, würde ich mir auch heute nicht zutrauen. Da gehören sicher auch versch. medizinische Untersuchungen zu.
Nur meine Praxis mit IHM, auch im gleichen Haus mit Next...hat mich das Verhaltensmuster eines zumindest malignen N. gut "studieren" lassen.
Ich wäre ansonsten sicher nicht so dahinter gekommen, nur mit angelerntem Wissen.
IRGENDWIE hat Er mir mit der Praxis einen "großen Gefallen" getan.
Auch für meine Anteilshinterfragung, welche sehr wichtig war und viel gebracht hat.
Heute sehe ich das so....

Ich stand aber an derselben Stelle wie viele hier...kurz vorm Suizid mit vielen gesundheitlichen Problemen, ausgelöst durch diese Art der Verwirrung und Vernebelung. Man (auch ich) kann es heute kaum mehr glauben,.
Meinen letzten, kleinen Rest von Stolz habe ich dann "zusammen gekratzt" und mir gesagt "mit mir nicht!"
Aufgrund des gelernten, (er)kannte ich dann den NPSler und habe mich dementsprechend verhalten. NIE wieder geglaubt ....Meine zwei Ehrenrunden, also die Erfahrung es ändert sich nichts, hatte ich da ja bereits hinter mir.
Oooh ja, ER hat es versucht ...manchmal kaum wahrnehmbar.
Ich bin auch noch ein-zweimal leicht drauf angesprungen, gebe ich auch gerne zu. 6xuell nicht, da wäre ich mir zu schade gewesen, nach all den fiesen Verletzungen.
Aber auf Vorwürfe, versuchte Gespräche und sein Selbstmitleid heischendes "anmachen" meiner Person.
Es war HORROR und STRESS PUR, auch ich oft am Verzweifeln.

Manch einer fragt sich ev. warum ich heut noch hier "rumgeistere", wenn ich denn so von IHM abgelöst bin?
NUN, auch mich "interessiert" seit EX das Thema MENSCH und Psychologie.
Ich will kein Fachmann werden, aber wissen, sehen WAS um mich herum vor sich geht.
Mich interessieren Menschen mit derselben Art von Problemen, denen ich vllt. helfen kann mit Erfahrungen.
Man kann auch das narz. Zufuhr nennen, Hervortun etc.
Für mich, da auch mittlerweise EU Rentner und zeitlich variabel, sehe ich es als eine "sinnvolle" Ausgestaltung meines Lebens ua.
Jeder dem ich Rat geben kann und der sich endgültig von solch einem Wesen lösen kann, es begreifen lernt... ist ein wertvoller Meilenstein in meinem Sein.

@santhosha... Danke dir, melde mich wieder, ja? Nach Arzttermin morgen....
Bleib tapfer.... LG

26.03.2017 12:31 • x 6 #46


Jadefuchs

Jadefuchs


405
1
222
Hy ihr Lieben,
ich hab heute gelernt einfach mal meinen Mund bzw. meine Finger still zu halten und zu lesen, was ihr so schreibt. Wünsche euch einen schönen Abend und bin gespannt was ihr zu erzählen habt.
Lg

26.03.2017 20:12 • #47



Ex-Partner und Trennung von Narzissten - Austausch

x 3


Ricky

Ricky


5979
6436
Zitat von Küstenkind:

Last, but not least. @Ricky hier mal "endlich" eine Quelle
Es ist zwar nur Wikipedia (ich weiß, auch nicht gerade die seriöseste Seite im Netz), aber es gibt wohl derzeit eine Studie die aussagt, dass ca. 9,4% der Gesamtbevölkerung eine PS haben - allerdings sind das nicht alles NPSler, da fallen auch Angststörungen, Zwänge, etc. darunter.


Eine Persönlichkeitsstörung zu haben, ist eben ein kompletter Unterschied. Und das war nicht gemeint oder eben komplett falsch gelesen. Angststörungen z.B. sind etwas ganz anderes und dass es da eine fast zehnprozentige Einstufung gibt, ist nicht so unwahrscheinlich, weil eben ALLE Persönlichkeitsstörungen mit reinfallen. Aber dann könnte ich auch behaupten, dass jeder der eine parasitäre oder infektöse Krankheit hat, automatisch AIDS habe. Deshalb sprach ich das Thema ja an. Hier wird viel zu pseudo-wissenschaftlich gearbeitet, mal YouTube-Videos angesehen, ein oder zwei Artikel irgendwo konsumiert und schwupps ist jeder gleich ein Profi in NPS?

26.03.2017 20:35 • x 3 #48


fe16

fe16


30107
1
38685
@Ricky
las uns Hühner doch auf der Hühner stange sitzen und zettern bitte
ich denke & hoffe mal das im wahrem leben mit der Diagnose Narzisst anders umgegangen wird,
Frau schämt sich doch auch auf so was rein gefallen zu sein

26.03.2017 20:41 • #49


Santosha1951


Zitat von Gaylen59:
Manch einer fragt sich ev. warum ich heut noch hier "rumgeistere", wenn ich denn so von IHM abgelöst bin?
NUN, auch mich "interessiert" seit EX das Thema MENSCH und Psychologie.
Ich will kein Fachmann werden, aber wissen, sehen WAS um mich herum vor sich geht.


mir geht es genauso.
Sehr lange habe ich gebraucht, um Narzissmus halbwegs minimal verstehen zu können. Ich habe mich gefragt, ob Narzissten wissen, dass sie diese Störung haben?

Es war für mich wichtig, auch diese (neurotische) Verhaltensvariante verstehen zu können, um nicht wieder in die Falle zu tappen.

Es ist nämlich kein Zufall, immer wieder schlechte Erfahrungen mit Narz zu machen - irgendwie muss man sich komplementär zu ihnen verhalten, um als "Opfer" in Frage zu kommen.

Es gibt leider nicht nur den "klassischen Narzissten", der offen egoistisch agiert. Es gibt viele verschiedenen Spielarten, von denen manche gar nicht so leicht zu erkennen sind. Im Gegensatz zum dominant-egoistischen Narz. gibt es z.B. auch den devot-unterwürfigen.
Auch wenn Letzterer nicht auf den ersten Blick narzisstisch erscheint, teilt er sich doch mit dem klassischen Narz. das entscheidende Merkmal aller Narzissten:

Er kann andere Menschen nicht als "DU" wahrnehmen. Er ist übermäßig auf sein "ICH" fixiert.

Andere sind nur insofern wichtig für ihn, als sie ihn bestätigen - oder ablehnen. Er sucht permanent Anerkennung, sein Selbstwertgefühl ist äußerst brüchig, er hat keinen stabilen inneren Wesenskern. Er will andere beeindrucken, er will nicht kritisierbar sein.
Ob er das durch Demonstration von Überlegenheit oder unterwürfige Liebenswürdigkeit erreicht, ist letztlich egal. Er sucht ständig nach Bestätigung seines Werts.

Narzissten haben kein stabiles Ich-Gefühl. Es definiert sich in erster Linie über die Rückmeldung anderer. Sie müssen positives Feedback erhalten, um sich gut zu fühlen. Sie beziehen ihre Identität nur von außen.
Auf Kritik reagieren sie entweder überempfindlich und deprimiert - oder überzogen abwehrend und aggressiv.

Ihre Überlebensstrategie in der Kindheit war, durch Anpassung schmerzhafter Kritik zu entgehen. So verknüpfen sie von klein auf ein gutes Seinsgefühl mit Lob für die Anpassung an die Erwartungen anderer.
Dieses Muster - jahrelang gelebt und eingeschliffen - wurde zu ihrer Normalität.

Bis hierhin unterscheiden sich unterwürfig und offen egoistisch agierende Narz. nicht. Beide haben wenig Gefühl für ihre wirklichen Bedürfnisse (und damit natürlich auch für die anderer), erhielten nur durch bestimmte Verhaltensweisen und Leistungen diese an Bedingungen geknüpfte Zuneigung.
Es gibt vielfältige Gründe, warum manche vollkommen in diesem Muster stecken bleiben und andere es quasi "umkehren".
Diejenigen, die es umkehren, spüren irgendwann den Betrug.

In Wirklichkeit sind sie tatsächlich betrogen worden. Liebe ist keine Liebe, wenn sie an Bedingungen geknüpft ist.

Diejenigen, die den Betrug erkennen, entwickeln daraus die Einstellung, dass ihnen die Welt etwas schulde. Ihr "Grundlebensgefühl"
des "Zu-kurz-Gekommenseins" ist immer präsent.
Sie erkennen nur nicht, dass sie einem fundamentalen Irrtum aufgesessen sind: Liebe kann man sich nicht verdienen, es ist komplett unmöglich, nur wegen seiner Leistungen geliebt zu werden. Aber sie versuchen es immer wieder.

Natürlich geht es ihnen vordergründig nicht um Liebe, denn die haben sie ja nie kennen gelernt. Es geht ihnen um Anerkennung und Bewunderung. Im Grunde erwarten sie von anderen Menschen das, womit sie sich endlich wertvoll fühlen könnten.

Sie haben keinen klaren Blick auf die Gegenwart, sie realisieren nicht, dass sie selber längst erwachsen geworden sind und ihnen keiner ihrer Mitmenschen etwas schuldet.
Dass es sich dabei nur um ein inneres Manko handelt, das sie nur selbst auflösen können, indem sie sich ihm stellen, begreifen die wenigsten.

Aber damit sehen sie in anderen immer wieder nur "ideale Stellvertreter" ihrer früheren Bezugspersonen und werden schnell grausam, wenn sich diese nicht als ideal erweisen.

Da die meisten Menschen selten tiefer unter die Oberfläche ihrer Mitmenschen dringen, können sie auf diese Art recht erfolgreich blenden.
Problematisch wird es nur dann, wenn ihnen jemand tatsächlich nahe kommt und sich nicht von ihrer Fassade täuschen lässt. Doch das passiert ihnen selten, weil sie alles tun, um dies zu vermeiden.

Es gibt eine Beziehungskonstellation, die häufig auftritt: Der Narz und der naive Idealist. Sie geht selten lange gut, aber eine Weile profitiert der Narzisst sehr stark von den Mustern des Naiven.
Dieser neigt zum Idealisieren, weil das ein Muster von ihm ist. Er bekam echte Liebe von einer Bezugsperson, die schwach war und ihm keinen Halt bot. Er musste sie idealisieren, um das bisschen Liebe nicht zu verlieren.
Seine feinen Sensoren lassen diese frühe Liebesbeziehung wieder aufleben, wenn er an einen liebenswürdig auftretenden Narzissten gerät, hinter dessen Fassade er Schwäche spürt.

Er tut alles um ihn zu stärken - wie schon bei seiner früheren Bezugsperson. Um irgendwann völlig desillusioniert feststellen zu müssen, dass er bei der leisesten Forderung - sie muss nicht einmal ausgesprochen sein, es kann auch sein, dass dem Narzissten klar wird, dass da jemand eine "echte Beziehung" haben will (egal, ob Freundschaft oder Liebesbeziehung), die mit einer gewissen Verantwortung einher geht - und damit ist er total überfordert.

Denn eine echte Beziehung bedeutet auch, nicht nur dem anderen, sondern auch sich selbst nahe zu kommen. Und das kann er einfach nicht, weil die Angst davor viel zu groß ist.
Wenn Gefahr droht, sein überhöhtes Selbstbild zu verlieren, bleibt nur mehr sehr wenig von ihm übrig.

Natürlich gibt es einige Wenige, die es schaffen, ihre Muster aufzubrechen und sich dem zu stellen, was dahinter liegt. Aber es ist höchst unwahrscheinlich, denn normalerweise bleiben Menschen in ihren Mustern-bis zu ihrem Tod.
Sie suchen sich immer wieder Menschen, die sie aufgrund ihrer eigenen ungesunden Muster in ihren bestätigen. Es scheint, als wäre das der einfachere Weg.
Leider verhindert das die Befreiung von schädlichen Prägungen und dem authentischen Lebensausdruck.

Und warum manche sich der Bewusstheit zuwenden und manche nicht, kann man nicht sagen.
Vermutlich hat es viel mit Leidensdruck zu tun: solange man noch halbwegs erträglich mit seinen Mustern durch kommt, hält man an ihnen fest. Erst wenn man gar nicht mehr kann, ist man gezwungen, sie loszulassen und sich neu zu orientieren.

LG
Santosha

26.03.2017 21:31 • x 11 #50


Küstenkind

Küstenkind


74
128
Zitat von Ricky:
Zitat von Küstenkind:
Eine Persönlichkeitsstörung zu haben, ist eben ein kompletter Unterschied.


Genau, 10% NPSler erschien mir ebenfalls viel zu hoch - und wenn man mal überlegt wie verbreitet alleine schon Angststörungen und Zwänge sind (und in die Studie ja auch noch X andere PS eingeflossen sind), gehe ich davon aus, dass der Anteil von NPS bei weit unter 1% liegt - und das ist für alle Beteiligten (Angehörige wie Betroffene) ja auch ganz gut so

26.03.2017 21:46 • x 2 #51


Küstenkind

Küstenkind


74
128
@Santosha1951
"Sehr lange habe ich gebraucht, um Narzissmus halbwegs minimal verstehen zu können. Ich habe mich gefragt, ob Narzissten wissen, dass sie diese Störung haben?"

Mein Mann weiß es und spricht es mittlerweile auch aus. Er sagt öfter, dass da eine unglaubliche Leere in ihm ist und egal was er versucht, er schafft es nicht sie zu füllen. Seine "Versuche" sind immer eine Zufuhr von außen a la "mit einer Freundin werde ich glücklich" und wenn die Freundin dann da ist und er merkt, dass die Leere bleibt, dann muss ein Kind her "wenn ich Vater bin, wird alles gut"... aber es wird leider nie was gut und er sucht sich ständig neue "Träume" (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) mit deren Erfüllung auch die innere Füllung kommen soll.
Seitdem ihm langsam bewusst wird, dass ihn all dieses Streben nicht weiterbringen wird, ist er salopp gesprochen die meiste Zeit über "fertig mit der Welt", neigt zu Kontrollverlusten, Isoliert sich zunehmend, spricht von Suizid, wird teilweise echt perfide und schämt sich anschließend (sagt er zumindest).

Mit genügend Abstand betrachtet tut er mir sehr Leid, denn glücklich machen ihn seine zahllosen "Eskapaden" selber nicht...

Ach, jetzt beim Schreiben denke ich mir wieder, wie lieb er mir mal war und wie Schade es doch um ihn ist. Darf da gar nicht zu lange darüber nachdenken, sonst bekomme ich direkt wieder ein schlechtes Gewissen.
Kennt ihr das auch? So ein mieses Gefühl den Partner im Stich zu lassen und abzuhauen, obwohl er krank ist? Klar, bei Licht betrachtet weiß ich, dass ich da nichts machen kann (und es auch nicht meine Aufgabe ist), aber manchmal meldet sich diese kleine Stimme die sagt: "Du hackst nur darauf rum, was er alles getan hat. Aber du siehst gar nicht, wie bescheiden es ihm ebenfalls geht."
Strange, er hat sich wirklich viiiel geleistet und ich habe dennoch Gewissensbisse wenn ich an MICH denke und nicht an ihn

26.03.2017 22:53 • x 3 #52


Nine1200


92
3
28
Zitat von Küstenkind:
@Santosha1951
"Sehr lange habe ich gebraucht, um Narzissmus halbwegs minimal verstehen zu können. Ich habe mich gefragt, ob Narzissten wissen, dass sie diese Störung haben?"

Mein Mann weiß es und spricht es mittlerweile auch aus. Er sagt öfter, dass da eine unglaubliche Leere in ihm ist und egal was er versucht, er schafft es nicht sie zu füllen. Seine "Versuche" sind immer eine Zufuhr von außen a la "mit einer Freundin werde ich glücklich" und wenn die Freundin dann da ist und er merkt, dass die Leere bleibt, dann muss ein Kind her "wenn ich Vater bin, wird alles gut"... aber es wird leider nie was gut und er sucht sich ständig neue "Träume" (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) mit deren Erfüllung auch die innere Füllung kommen soll.
Seitdem ihm langsam bewusst wird, dass ihn all dieses Streben nicht weiterbringen wird, ist er salopp gesprochen die meiste Zeit über "fertig mit der Welt", neigt zu Kontrollverlusten, Isoliert sich zunehmend, spricht von Suizid, wird teilweise echt perfide und schämt sich anschließend (sagt er zumindest).

Mit genügend Abstand betrachtet tut er mir sehr Leid, denn glücklich machen ihn seine zahllosen "Eskapaden" selber nicht...

Ach, jetzt beim Schreiben denke ich mir wieder, wie lieb er mir mal war und wie Schade es doch um ihn ist. Darf da gar nicht zu lange darüber nachdenken, sonst bekomme ich direkt wieder ein schlechtes Gewissen.
Kennt ihr das auch? So ein mieses Gefühl den Partner im Stich zu lassen und abzuhauen, obwohl er krank ist? Klar, bei Licht betrachtet weiß ich, dass ich da nichts machen kann (und es auch nicht meine Aufgabe ist), aber manchmal meldet sich diese kleine Stimme die sagt: "Du hackst nur darauf rum, was er alles getan hat. Aber du siehst gar nicht, wie bescheiden es ihm ebenfalls geht."
Strange, er hat sich wirklich viiiel geleistet und ich habe dennoch Gewissensbisse wenn ich an MICH denke und nicht an ihn



Du sprichst mir aus der Seele:-(

26.03.2017 22:56 • x 1 #53


Ricky

Ricky


5979
6436
Zitat von fe16:
@Ricky
las uns Hühner doch auf der Hühner stange sitzen und zettern bitte
ich denke & hoffe mal das im wahrem leben mit der Diagnose Narzisst anders umgegangen wird,
Frau schämt sich doch auch auf so was rein gefallen zu sein


Und genau das musst Du ablegen @fe16 . Weder Mann noch Frau muss sich dafür schämen auf selbstsüchtige, egoistische Menschen herein zu fallen. So etwas passiert. Das muss man sich selbst verzeihen können, weil man in emotionalem Sache eben auch mal die eigene Menschenkenntnis verliert bzw. weniger auf das Innere hört.

Das ist keine Strafe oder Bestrafung, keine Aussage darüber, welche Entscheidungen man zukünftig treffen wird.

Auch ich fiel einst auf eine selbstsüchtige Frau rein, die mich wie einen Hund behandelt hat. Letztlich habe ich daraus gelernt, mein eigenes Selbst gefestigt und bin weiter gegangen. Sie hat dafür auch ihre Quittung bekommen. So spielt das Leben eben manchmal. Einige lernen erst am Totenbett was es heißt immer selbstsüchtig zu sein. Und in meiner damaligen Arbeit als Zivildienstleistender hatte ich allein zwei Herren und eine Dame, die sich so zerstritten hatten, dass sie im Angesicht des Todes erst Reue zeigten. Eine späte Folge, aber alles kehrt irgendwann zurück.

Und nein, das hier ist keine Lehre über Kreislauf oder spiritueller Singsang, es ist das unumstößliche Gesetz, dass man allein lebt und keine Freunde hat, wenn man dauerhaft nur parasitös durchs Leben geht und sich wie eine dumme Sau benimmt.

In diesem Sinne...

Grüße von Rick

27.03.2017 00:43 • x 3 #54


Hermine51

Hermine51


1035
1462
Hi
Folgende Nachricht habe ich Nachts erhalten.
Würdest Du auf Deine schei. Abhängigkeiten jene Ich Dir in Deiner eigenen Vergangenheit nicht angetan habe ! ganz anders auf mich jemals reagiert haben.

Wurde eich in der Vergangenheit so weh getan das ihr dann auf so einen Menschen reingefallen seit?

Ich glaube das kann wirklich jeden passieren

Nur sollte man so viel Mut haben die Trennung entgültig durchzuziehen
( Spruch an mich)

27.03.2017 07:07 • #55


fe16

fe16


30107
1
38685
@Hermine51

spruch an dich
sollte der mir was zu denken geben ?

@Ricky
richtig zu formulieren war noch nie meine Stärke.
es ging nicht um mich es ging um den Thread hier ,
die äusserung das man zu schnell die "Diagnose" stellt "Narzisst",
Darum ging es ,
ich hoffe das manche Frauen nicht durch die gegend rennen und erzählen ich war mit einem Narzissten zusammen.
Es hier so zu schreiben ja gut, ist eine andere sache, und bestimmt geht es einigen besser wenn sie der meinung sind der Ex ist Narzisst.
Als die Diagnose "Narzisst" auf mich zu kam war ich erst mal geplättet.Trotz vieler Jahre im Pflegeberuf kannte ich mich da nicht aus. Für mich war oder ist mein Ex oder Noch Mann ein riesengrosses A .bis zu diesem Zeitpunkt,
Sein Narzissmuss ist da. Er lebt damit, ich nicht,

ich weiss eigentlich nicht wie ich erklären möchte was ich sagen will,

Also ich lass das mal so stehen ,vielleicht versteht mich ja der ein oder andere.

und wieviel % vom echten Narzissmuss betroffen sind ,muss ich das wissen ? Hilft es mir ? Nö.
Es sind Studien
in diesem Sinne
allen einen schönen Montag,

27.03.2017 07:53 • x 1 #56


Kopfweide


1263
2094
Hallo fe16, kann dir nur erklären, wie es mir erging. Wir hatten in all den Jahren nie einen Streit. Er hatte seiner Frau und mir genau eine Position zugeteilt, damit es ihm gut ging. Dann griff er mich einmal körperlich an und ich war weg. Habe ihn gebeten, mit mir zu reden und es kam Nichts. Dann wurde mir scheibchenweise erklärt, was Narzissmus überhaupt ist. Ich wurde also aus einer, genauer gesagt meiner Wahrnehmung, eines Menschen herausgeführt, die in keiner Weise stimmte. Das zu erleben, war das Grausamste, was ich je erlebte. Ich war so hilflos und habe mich zum einen so geschämt. Zum anderen kam dazu, dass auch meine Freunde, die ich damals glaubte zu haben, mir nicht glaubten und es nicht einmal ansatzweise versuchten.
Auch deshalb ging ich fort aus meinem Umfeld, denn auch deshalb hätte ich es dort nie geschafft aus dieser Situation herauszukommen.
Habe mich dann weiter über PS informiert und ihn Jahre später mit seinem eigenen Wesen für mich konfrontiert, damit war für mich klar, die Diagnose, die ich schon hatte, stimmt. Bis dato habe ich dem Fachpersonal noch immer nicht ganz geglaubt. Dann begann für mich das Verzeihen von seiner Wesenheit, denn er kann nicht anders und wird auch nie anders und natürlich
von meinem Verhaltensanteil, der in meinem Fall nicht unerheblich war und mir sicher nicht bewusst, sonst währe ich eher gegangen.
Heute lebe ich mit diesem Lebensabschnitt gut. Ich war damals anders als heute,Punkt. Nehme die für mich positiven Teile, Reisen, gute Gespräche, prima Job. Denn dann habe ich kein Loch in meinem Leben. Ja, es war falsch so ein Leben zu führen und verdammt teuer, aber heute geht es mir gut. Ich lebe und finde täglich, immer noch zu mir selbst, bin weiterhin neugierig auf das Leben und vor allen Dingen, gerade im Altenheim findest du diese Menschen, nicht verbittert. Geh deinem Weg ruhig und bestimmt weiter. Viel Kraft dazu.
Jetzt ist diese Nummer doch seht persönlich geworden, er ist für alle da, hätte ich ihn als PN schreiben sollen?

27.03.2017 08:40 • x 1 #57


fe16

fe16


30107
1
38685
@Kopfweide
meine liebe
nein es ist ok ich habe öffentlich geschrieben dann ist es super von dir das du dich öffentlich dazu äusserst.

Mein Umfeld, ich war erstaunt. Es gibt doch tatsächlich Menschen die schon mal was von Narzissmuss gehört haben.
Das er einer ist, glauben mir nur handverlesene Menschen, aus dem umfeld.

Es ist so bewundernswert das du neu angefangen hast
so ein krasser Neustart ist ja bei mir nicht möglich.

und ja du hast genau wieder gegeben was ich versucht habe zu erklären
DANKE

27.03.2017 09:17 • x 2 #58


Kopfweide


1263
2094
Ich möchte mit meinem Neustart nur einigen Mut machen. Ich weiss, dass das manchmal nicht geht. PUNKT
Aber geht es wirklich nicht. Mir war damals alles egal, ich wollte nur weg.
Habe auch mit Geld/Angst gekämpft, für mich hat es sich gelohnt.ICH hätte dort nicht mehr leben können.

27.03.2017 09:42 • x 1 #59


Katja260488

Katja260488


286
14
328
Zitat von Küstenkind:
Mein Mann weiß es und spricht es mittlerweile auch aus. Er sagt öfter, dass da eine unglaubliche Leere in ihm ist und egal was er versucht, er schafft es nicht sie zu füllen. Seine "Versuche" sind immer eine Zufuhr von außen a la "mit einer Freundin werde ich glücklich" und wenn die Freundin dann da ist und er merkt, dass die Leere bleibt, dann muss ein Kind her "wenn ich Vater bin, wird alles gut"... aber es wird leider nie was gut und er sucht sich ständig neue "Träume" (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) mit deren Erfüllung auch die innere Füllung kommen soll.
Seitdem ihm langsam bewusst wird, dass ihn all dieses Streben nicht weiterbringen wird, ist er salopp gesprochen die meiste Zeit über "fertig mit der Welt", neigt zu Kontrollverlusten, Isoliert sich zunehmend, spricht von Suizid, wird teilweise echt perfide und schämt sich anschließend (sagt er zumindest).



Genau das gleiche exemplar habe ich auch zuhause sitzen. Mein Freund ist genau so, aber ich habe es noch nicht geschafft mich zu lösen er fordert dies und das und jenes und sieht gar nicht was er bereits alles hat. und wenn man ihn ein bisschen kritisiert versinkt er meistens sofort in selbstmitleid. manchmal kann man auch mit ihm reden aber meistens eskaliert es zu einem großen streit. es ist echt schwierig

27.03.2017 09:46 • x 1 #60



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag