Zitat von GTI:Liebe elim
Es ist ein auf und ab.Manchmal nervt mich dies so sehr ! Weil schon so viel Zeit vergangen ist und ich noch immer daran zu arbeiten habe ...
Wie geht es dir liebe elim?
Mir geht es ganz ähnlich. Ich bin leider noch lange nicht durch mit dem Thema. Obwohl ich mir auch wünschen würde, schon weiter zu sein. Das blöde ist, in letzter Zeit scheint es wieder schlimmer zu werden und damit komme ich überhaupt nicht klar.
Ich erkläre es mir im Moment damit, dass sich Ende Juli meine Entsorgung zum ersten Mal jährt und in den kommenden Wochen davor noch zwei weitere Termine sind, die mich erinnerungsmäßig an den N binden. Ich hoffe, wenn das Jahr dann rum ist und ich alle Ereignisse das erste Mal ohne ihn erlebt habe, dass es dann wieder weiter aufwärts geht.
Ich glaube du hattest hier mal ganz verzeifelt die Frage gestellt "wie kann ein Mensch nur so sein?". Ich bin leider auch immer noch total fassungslos darüber, wie der N sich mir gegenüber verhalten hat. Dieses ambivalente Verhalten in der Beziehung, bei und nach der Trennung. Diese Verletzung will einfach noch nicht heilen. Und außerdem verurteile ich mich für meine eigene Blödheit - wie konnte ich denn nur wirklich davon überzeugt sein, dass dieser Mensch genauso zu mir steht wie ich zu ihm? Ich habe doch tatsächlich geglaubt, dass ich ihm etwas bedeute, dass das "wir" ihm etwas bedeutet
Liebe GTI, ich bin ganz zuversichtlich, dass du das schaffst. Ich wollte dir schon die ganze Zeit mal erzählen, dass ich entsorgt wurde, drei Tage nachdem ich meine Diplomarbeit angemeldet hatte. Ich wusste genau, wenn ich irgendeine Chance haben will, den Termin zu halten (ich hatte drei Monate - also bis Ende Oktober Zeit), dann muss ich sofort weg aus der gemeinsamen Wohnung. Ich hab dann innerhalb eines (!) Tages ein Zimmer zur Zwischenmiete gefunden, bin innerhalb zwei Wochen ausgezogen und dann erst mal zusammengebrochen. Ich habe nur geheult, nicht geschlafen, nicht gegessen und wie ein Zombie vor mich hinvegetiert. Anfang September wusste ich dann, wenn ich jetzt nicht anfange, habe ich keine Chance. Aber ich hatte echt keinen blassen Schimmer, woher ich die Kraft nehmen soll. Ich habe mich dann mit einem Trick selbst überlistet: Ich habe jeden Morgen bei meiner Mutter angerufen und verpflichtet, zwei Mal 45 Minuten an meiner Diplomarbeit zu arbeiten. Ganz wichtig für mich, ich habe die Tätigkeit verpflichtet, nicht mich. Zwei Mal 45 Minuten schienen mir machbar und wenn ich es gemacht hatte, habe ich sie abends wieder angerufen und gemeldet, dass ichs geschafft habe. Es gab natürlich auch Tage, an denen es nicht geklappt hat, aber auch das habe ich dann gemeldet. Und an manchen Tagen habe ich sogar mehr geschafft.
Und trotzdem ist es so, dass ich keinerlei Bezug zu der Arbeit hatte. Wenn ich mich morgens an den Rechner gesetzt und gemerkt habe, dass es wieder mehr Text geworden ist, hatte ich das Gefühl als seien die Heinzelmännchen nachts dagewesen. Erst als ich die knapp 90 Seiten dann zwei Tage vor Abgabetermin das erste Mal ausgedruckt in den Händen hielt, bekam ich eine Idee davon, was ich geleistet habe. Und trotzdem... ich war die ganze Zeit wie im Delirium, ich habe ehrlich gesagt nicht besonders viel Ahnung, was da eigentlich drinsteht
Aber du glaubst gar nicht, wie stolz ich dann war als ich meine Urkunde bekommen habe. Ich werde mich immer daran erinnern, dass ich das in einer für mich so schweren und dunklen Zeit hinbekommen habe. Nichts und niemand macht mich kaputt - auch nicht so ein A.loch-N!
Liebe GTI, du schaffts das! Irgendwann kommt auch deine Kraft, dein Lebenswille zurück, wenn auch in kleinen (fast winzigen) Schritten und mit Rückschlägen.
Ihr Lieben, fühlt euch ALLE gedrückt
eure elim