Amanda, du warst also für ihn die Drama-Queen?
Lustig!
Nimm´s nicht so ernst...
Meiner hat mich zwar nicht so bezeichnet, doch Drama gehört bei ihm wohl irgendwie zum Leben.
Was du, Uneins, geschrieben hast könnte genauso gut von mir geschrieben sein.
Ich kenne das und deine Gefühle dazu nur zu gut!
Ebenso was Mr. Jekyll und Mr. Hyde betrifft. Genauso ging es mir auch…
Wie hast du denn um Himmels Willen 12 Jahre mit ihm geschafft?
Und dann eine solche Trennung an Weihnachten? Auf eine solche (mir ebenfalls widerfahrene) billige und demütigende Art und Weise?
Ich hoffe, du hast keinen zu großen Schaden davon getragen.
Bei mir waren es „nur“ vier Jahre, und hab bereits nach zwei Jahren eine Therapeutin aufgesucht, weil ich mich immer mehr und nahezu ständig hinterfragte, ich nicht mehr ein noch aus wusste, und ob ich richtig ticke. Das alles war jedoch verursacht, dass mir von ihm immer wieder vermittelt wurde, dass das so nicht passt und eine Beziehung nicht funktionieren kann, so wie ich denke und lebe. Ich war zuvor ein Mensch, der mit sich und seinem Leben im Reinen war. Jetzt begannen immer mehr Selbstzweifel an mir zu nagen. Mein Selbstwertgefühl wurde immer mehr untergraben. Und ich hab´s zugelassen, weil ich diesen schleichenden Prozess gar nicht wirklich gemerkt habe. War ja neben meinen Alltagspflichten ständig darum bemüht, ihn bei Laune zu halten, Kompromisse einzugehen und konstruktive Lösungen einzubringen.
Wenn ich das so lese – total irre!
Da trifft das Sprichwort wohl recht gut, dass Liebe blind macht.
Ich war zwar nicht blind für die Dinge, die da so abliefen und die nicht ok waren, und ich da auch schon meine Meinung dazu sagte (dem dann meist mit Unverständnis, Schweigen oder auch mal Streit von seiner Seite aus begegnet wurde).
Doch war ich wohl lange Zeit irgendwie blind für mich selbst gewesen.
Wollte es einfach nicht wahrhaben, dass es für mich mit ihm nicht wirklich passt.
Als ich zunehmend begann, ihm gegenüber Dinge zu hinterfragen, wurde es zunehmend schwieriger mit ihm. Er verheimlichte das zwar vor mir, doch tendierte er mehr und mehr dazu, sich was „anderes“ zu suchen.
Was die meist starke Ausprägung von Emotionalität dieser Wesen betrifft – das ist einer der Punkte, weshalb sie in der Außenwelt bei anderen Menschen meist so gut ankommen. Und eben auch bei uns andocken konnten. Wer kann sich schon verschließen vor jemandem, der sich so emotional und „einfühlsam“ nach außen gibt. Da geht einem doch das Herz auf.
Meiner war dazu noch sehr eloquent, hat sich auch einiges an Wissen angeeignet, so dass er bei vielen Themen mitreden kann (das wird auch der Grund sein, warum er sich dieses Wissen zugelegt hat, um bei anderen „toll“ rüberzukommen). Dazu gab er sich in der ersten Zeit sehr aufmerksam und fürsorglich.
Und ja, mir ging es oft auch so (und auch ich sah und sehe oft den kleinen Jungen in ihm), wenn er so da saß, mit einem Blick, der mir das Herz rührte, dass ich neben der Liebe zu ihm auch unendlich viel Mitgefühl für ihn empfand, und ich ihn einfach nur in die Arme schließen wollte. Ich hätte es wahrscheinlich nie übers Herz gebracht, ihn zu verlassen.
Ach ja, und dass mit der Freundschaft…
Geht mir auch so wie dir, Uneins. Momentan ist zwar eh kein Kontakt, doch ich denke, so hat er das angekündigt, irgendwann wird er sich melden wenn er mal in der Gegend ist. Vielleicht gelingt es mir, mich bis dahin emotional soweit stabilisiert und beziehungstechnisch soweit distanziert zu haben, dass es mir möglich ist, mich auf einen Kaffee mit ihm zu treffen. In meinem Fall ist es so, dass noch finanzielle Dinge zwischen ihm und mir offen sind, die sich erst in den nächsten Jahren nach und nach regeln lassen. Dadurch ist ein gewisser Kontakt nicht zu vermeiden, und es ist für die Situation förderlicher, wenn sich die Atmosphäre entspannt. Ob allerdings jemals eine „Freundschaft“ daraus werden wird oder kann (wie er sich das wünscht), da habe ich meine Zweifel, und ob mein Ex überhaupt in der Lage ist, eine wirkliche Freundschaft zu führen. Ich denke auch, dass das in solchen Fällen auch was mit „Warmhalten“ zu tun hat. Bzw. es wird ein „Anker“ gesetzt, man hat dann notfalls einen Menschen, bei dem man sich bei Bedarf ausweinen und ausk… kann.
Das mag jetzt etwas hart klingen, doch denke ich mittlerweile (leider), dass es wirklich so ist, da diese Wesen eben einfach keinen Tiefgang haben und innerlich leer und hohl sind. Traurig....
Ob und wann mal ein Treffen mit ihm im Raum steht, steht momentan in den Sternen. Und ob ich das dann tu, schon soweit bin, das tun zu können ohne dabei Schaden zu nehmen, wird sich zeigen.
Meine Hauptaufgabe besteht jetzt darin, in erster Linie auf mich zu achten, und werde dahingehend auch nur Dinge tun, wo ich ein gutes Bauchgefühl für mich dabei habe.
Ich wünsche euch noch einen schönen verbleibenden Tag und tut was für eure Seele!
