Nichtperfekt
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(wenn ich ihr so ein paar Sachen von der Beziehung mit meinem Ex erzähle).
Sie, als Außenstehende, hat noch Mitleid und Empathie mit ihm.
Verständlich! Sie kann es nicht 100%ig nachvollziehen wie es sich angefühlt hat mit so einer Person eine Beziehung zu führen. Auch wenn sie selbst auch sagt, was für ein A.....
Manche hier reden davon, dass der Ex Partner ihre Empathie hat. Manche wollen ihn komplett verstehen.
Ich grübel auch ab und zu, wenn er ja leer ist, und die Bewunderung braucht zum Leben, wie fühlt es sich für ihn an, wenn er diese nicht bekommt? Ist da ein ungutes Gefühl in ihm drin? Wie reagiert sein Kopf, oder Herz, oder Seele, was immer, wie empfindet er? Bemerkt er die Leere, sieht er sie als Leere an?
Das beschäftigt mich auch.
Aber, und obwohl ich so gut wie immer, versuche das Gute in jedem Menschen zu sehen, empfinde ich für ihn keine Empathie. Kein Stück.
So wie er mit mir umgegangen ist, wenn ich da noch Empathie empfinden würde, na Vielen Dank, wie bekloppt kann ich denn noch sein?
Hass, sagte ich schon mal. Ich kann das Gefühl Hass nicht fassen. Ich glaube nicht dass ich wirklich jemals gehasst habe. Vielleicht für Momente. Aber jemanden hassen, immer hassen, kenne ich nicht.
Ich glaube für mich selbst, dass ich mir redlich verdient habe, ihn nicht zu bemitleiden. Und sein Verhalten nicht zu entschuldigen.
Das ist hier nicht die Bibel, wo ich ihm noch die andere Wange hinhalte damit er drauf losgehen kann. Zumindest nicht mehr! Habe ich lange genug getan.
Da ich auch kein besonders gläubiger Mensch bin, kann ich mit dem, alle Sünden verzeihen, nicht viel anfangen. Irgend wann ist auch mal gut. Ob es denen, die so gut wie alles verzeihen, besser geht? Weiß ich nicht. Sie sagen ja. Muss ich also so hin nehmen.
Für mich, ich kann mit der Zeit nicht mehr so inolviert sein in den Enttäuschungen. Sie verblassen. Aber sie verschwinden nicht. Die Erinnerung bleibt.
Es wäre viel einfacher, wenn man verzeihen, bemitleiden, vergessen könnte...dann wäre das negative weg.
Dann wäre man aber auch wieder offen für die nächste Attacke.
Nach fast drei Jahren sage ich mir, ist genug. Habe lange genug versucht die Dinge zu verbessern. Und immer wieder eins auf den Deckel bekommen für meine Bemühungen.
Reicht! Kein Mitleid, nicht ein Stück.
Mitleid habe ich nur mit denen, die es nicht so einfach haben wie ich. Die mit ihm leben müssen, auskommen müssen. Wie seine Kollegen, seine Kinder, seine Mutter.
Ich habe einen gravierenden Vorteil! Ich kann sagen, bleib mir vom Leib, nie wieder ein Wort von mir an dich, nie wieder auch nur irgend etwas von mir.
Für die anderen ist das weitaus schwieriger. Familienbande, wer gibt schon gerne seine Familie auf?
Ich war nur sein Spielzeug, für das er eigentlich nichts empfunden hat. Und meine Empfindung für ihn, ist heute komplett anders als vor drei Jahren.
Ich kann keine Empathie empfinden für jemanden, der mir nichts Gutes wollte. Der mich belogen hat, benutzt hat, für blöd verkauft hat, manipuliert hat, degradiert hat und so weiter.
Ich habe auch kein Mitleid mit Mördern, die durch was immer für eine Störung einen unschuldigen Menschen getötet haben.
Ich kann sehen, akzeptieren dass sie krank sind. Aber meine Empathie gilt dieser Person nicht.
Ob mich das zum kalten Menschen macht? Keine Ahnung. Aber so ist es.
Wer anders handelt, stört mich nicht. Ich kann die Meinungen von anderen akzeptieren. Aber ich möchte mit mir im Reinen sein. Und deswegen handele ich so wie es sich für mich gut anfühlt. Richtig anfühlt.
Alles andere wäre geheuchelt.