MrCookie
Gast
ich weiß nicht genau, was ich mir hier erhoffe. Klarheit? Einen Rat? Einfach mal was los werden?
Gestern abend habe ich mich von jemandem getrennt. Ich würde sie nicht als meine feste Freundin bezeichnen, aber wir waren verdammt nah an einer Beziehung dran. Von außen gesehen war es vermutlich schon eine seit einer geraumen Zeit.
Kennen gelernt haben wir uns vor fast einem Jahr auf einer Party. Hat ganz gewöhnlich angefangen, paar Dates, sind im Bett gelandet. War von Anfang an sehr leidenschaftlich. Später kam dann das Gespräch. Wir beide wollten keine richrige Beziehung, weil wir immer noch emotional in unserer jeweiligen letzten fest steckten. Danach haben wir uns unregelmäßig weiter getroffen und haben uns deutlich besser kennen gelernt, dass eine richtige Freundschaft entstand, die wir beide schätzten. Das war der Punkt, an dem viele vermutlich sagen würden wir hätten eine Beziehung. Aber für uns beide hat es sich nicht so angefühlt. Außerdem haben wir nicht viel gemacht, außer gemeinsam zu essen, Netflix und Bettsport. Haben fast nie was mit dem anderen Freundeskreis gemacht.
Dann kam Corona und ausgehen und Leute treffen wurde quasi unmöglihc (auch, da sie zu einer Risikogruppe gehört). Haben dann sehr wenig geschrieben. Irgendwann kam dann, dass sie wohl jemanden neues kennengelernt hat, mit Schmetterlingen und allem. Fand es schade, aberhabe mich für sie gefreut. Um das ganze abzukürzen: Es wurde nichts. Wir haben bisschen mehr geschrieben (treffen ging nicht) und das war der Punkt an dem ich hätte merken sollen, wie es sich bei ihr anbahnt, dass sie mehr möchte. War mir nicht sicher, ob es bei mir auch der Fall ist. Als sie wieder da war haben wir es erst mal weiter laufen lassen wie es war, haben geschaut wo es hinführt. Leider war es für mich nicht das was ich mir unter einer richtigen Beziehung vorstelle, aber doch mehr als das "F+" oder ähnliches. Für sie war es aber wohl schon unglaublich wichtig.
Gestern dann getroffen, ohne Absichten über ernstes zu reden. Später dann hat sie davon angefangen und ich weiß nicht genau wie das Gespräch in diese Richtung gelaufen ist, aber plötzlich lagen alle Karten auf dem Tisch. Objektiv war es vermutlich die richige Entscheidung zu gehen, aber mir zerreißt es das Herz sie wie einen Haufen Elend da sitzen zu lassen, sie nicht trösten zu können. Für mich war es wohl auch mehr als ich ursprünglich dachte, aber eben nicht genug. Objektiv spricht zu viel dagegen (angefangen mit Alter, Zukunftsplanung, etc., auch wenn sie vermutlich dafür alle Kompromisse eingehen würde, die sie nicht sollte) Sie ist ein unglaublich emotionaler Mensch in der Hinsicht und mich juckt es jetzt sie anzuschreiben und zu fragen wie es ihr geht. Aber ich bin vermutlich der letzte den sie jetzt sehen sollte. Sie hat eine ganze Reihe Probleme zu bewältigen und ich habe ihr wohl halt gegeben und geholfen. Außerdem vermisse ich sie, weil unsere Freundschaft war eine der wenigen bei der ich das Gefühl hatte, dass beide von Anfang an 100% ehrlich waren. Jetzt fehlt mir eben auch jemand zum Reden über diese Gefühle (da auch wegen Corona und weniger Treffen einige Freundschaften stark reduziert wurden).
Habe Schuldgefühle, dass nicht früher erkannt und beendet zu haben, bzw ignoriert zu haben. Würde auch gerne die Freundschaft weiter führen, eben ohne das was es sonst einer Beziehung so ähnlich gemacht hat. Aber vermutlich auch unmöglich.
Jetzt steht hier eine Textwand. Mal sehen was noch für Erkenntnisse dazu kommen. Sollte einfach meine Gedanken sortiert bekommen bevor ich Mittwoch zum Bewerbungsgespräch fahre und mich unkonzentriert zum Trottel mache.
