IntoTheSky
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Wir waren jetzt ca. 2,5 Jahre zusammen, am Anfang sehr verliebt und sind relativ schnell zusammen gezogen. Am Anfang war eigentlich alles top, wir haben uns zusammen eingerichtet uns sehr auf das zusammenleben gefreut, haben viel geredet und gelacht, die Zweisamkeit war toll.
An irgendeinem Punkt hat das dann etwas nachgelassen (was ja auch erst mal normal ist), aber hier hat es eigentlich schon angefangen.
Ich habe mich vor unserer Beziehung intensiv mit mir auseinandergesetzt und viele Themen an mir aufgearbeitet, da ich zuvor eine sehr schmerzhafte Trennung durchgemacht habe, (wegen derer ich auch schon einmal unter einem anderen User angemeldet war). Mein Ex ist ziemlich unreflektiert in die Beziehung gegangen, hat sich aber anfänglich aufgeschlossen gezeigt auch seine Themen aufzuarbeiten.
Ich bin jemand, der ziemlich exakt und auf den Punkt kommuniziert und analysiert und auch versucht Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Mein Ex überhaupt nicht. Er hat große Schwierigkeiten mit unangenehmen Gefühlen umzugehen, ist den meisten Menschen gegenüber der absolute "People Pleaser" und schnell überfordert wenn er die Kontrolle über eine Situation verliert.
Ich würde sagen, dass in den meisten Gesprächen, die sich um unsere Probleme gedreht haben, meine Argumentation der seinen überlegen war und ihn das so frustriert hat, das er lieber gar nicht mehr kommuniziert hat.
Überlegen ist vielleicht auch das falsche Wort, da man kaum jemandem überlegen sein kann, der eigentlich gar nicht kommuniziert. In den meisten Fällen war ein Austausch der Gedanken gar nicht möglich. Ich habe geredet, erklärt, gefragt und er hat nur gesagt: Weiss nicht, kann ich jetzt nichts zu sagen, gib mir mal Zeit darüber nachzudenken.
Aber in den letzten 2 Jahren wurde eigentlich über nichts nachgedacht, sondern nur nicht umsetzbare Versprechen gemacht (People Pleaser) ohne an den Kern des Problems zu gehen. Und auch ohne mal aus seiner Sicht zu sagen, wie er die Dinge sieht und was ER eigentlich möchte. Und ja, auch danach habe ich gefragt. mehr als einmal.
Er wollte nichts sagen, nichts ändern, aber auch nicht gehen!
Letztlich hat dies dazu geführt, dass wir uns immer mehr voneinander entfernt haben.
Ich bin (wieder) zur keifenden Freundin geworden, er hat sich immer weiter entfernt, die Probleme sind geblieben, es hat kaum bis keine Verbesserung stattgefunden und wurde eigentlich immer schlimmer.
Die meisten Tage sahen so aus, dass wir beide gearbeitet haben und er abends bis zum Einschlafen am Handy hing oder am PC oder vor dem Fernseher, weil er seine Ruhe wollte. Die häuslichen Aufgaben sind alle an mir hängen geblieben, weil er keine Energie oder Muße hatte. Das ist auch ein Thema gewesen, will ich aber jetzt grade gar nicht drauf eingehen.
Vor einigen Wochen hat es sich dann so dramatisch verschlechtert, dass wir fast gar nicht mehr mit einander gesprochen haben und ohne wirklichen Streit oder Auseinandersetzung darüber, uns schon fast im selben Haushalt getrennt haben.
Unsere Jobs sind derzeit extrem belastend, daher hatte ich abends oft einfach auch keine Energie mehr ein Gespräch auf den Tisch zu bringen. Auch weil ich wusste es hat eh keine Zweck.
Tja und vor einer Woche ist es dann aber doch wieder eskaliert, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe und irgendwie ist er jetzt weg!
Das klingt ziemlich komisch und vielleicht auch total verwirrend, aber das ist genau das was ich empfinde.
Verwirrung.
Ich war die letzten Monate permanent im Kampf-modus. Mit uns. um uns.
Und eben ist er ausgezogen (zu seiner Mutter) und es hat nicht mal eine richtige Aussprache stattgefunden. Es war einerseits mein Wunsch, aber auch irgendwie nicht. Ich habe gesagt ich kann so nicht mehr und er hat gesagt ok ich gehe. Die letzte Intention kam dann von ihm, weil er sagt er weiss nicht mehr was er fühlt und will einfach nur weg. Und ich habe es hingenommen, weil ich keine Kraft mehr habe,
Eigentlich sollte mich nicht überraschen, das es so abgelaufen ist, da es die gesamte Problematik in unserer Beziehung wieder spiegelt, aber trotzdem bin ich irgendwie vor den Kopf gestossen.
Warum schreibe ich das hier jetzt eigentlich?
Ja nicht mal das weiss ich genau. Wahrscheinlich um es los zu werden und mir einen Reim darauf zu machen. Und um rauszufinden was ich jetzt fühle und wie es jetzt weiter geht.
Ich weiss nicht ob ich ihn noch liebe, ob ich traurig bin das er weg ist oder doch eher erleichtert. Alles zusammen irgendwie.
Angst habe ich auf jeden Fall, wie es jetzt weiter geht, alleine zu bleiben (ja auch das ist ein Thema). Traurig bin ich, weil es nicht funktioniert hat.
Meine ganze Reflektiertheit VOR der Beziehung ist irgendwie weg. Seit Monaten schon. Ich habe mich an dieser Beziehung so aufgerieben, das ich die letzten Monate das Gefühl zu MIR auch total verloren habe. Ich war eigentlich nur verzweifelt und das hat meine gesamte Energie aufgefressen.
Ich habe eine solche Beziehung/Trennung auch noch nie erlebt. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und das hier ist mir grade zu unemotional abgelaufen, obwohl ich schon geweint habe, aber eher um den Druck los zu werden.
Ich habe Angst das der Hammer für mich noch kommt. Ich weiss auch gar nicht wie er nun reagiert. Höre ich je wieder was von ihm, steht er morgen wieder vor der Tür? Was mache ich dann?
Ich würde auch gerne verstehen was hier passiert ist und warum?
Natürlich kann mir das niemand genau sagen, aber ich wüsste gerne ob jemand auch schon mal in so einer Situation war und wie er/sie das für sich aufgelöst hat?
Ich könnte noch tausend Gedanken schreiben, aber ich muss mich erst mal sortieren.
Danke fürs Lesen