31

Fehlende menschliche Nähe nach Trennung

jimmylight69

jimmylight69


118
256
Hallo Birkenfee
Also, du bewegst dich immer in diesem Spannungsfeld riesiger Sehnsucht nach Partnerschaft und gleichzeitig Scheu vor Partnerschaft, weil du eigentlich weisst, dass du erstmal an dir arbeiten willst. Und bist dann auch mal inkonsequent, weil deine Sehnsucht alle guten Vorhaben übersteigt und haderst dann wieder mit dir selbst, wegen der Inkonsequenz.
Ich meine, wie du die Sehnsüchte beschreibst in deinem Ausgangspost, das ist ja eigentlich was ganz normales. Dass man sich mal wieder diese Nähe wünscht, den Austausch am Ende des Tages, die Umarmung, das gemeinsame liegen auf der Couch, quatschen, sich berühren, gemeinsam lachen. Das ist doch das, was eben auch schön ist an einer Partnerschaft und was sicher viele hier vermissen, die einen Trennungsprozess durchmachen, ich eingeschlossen. Was es bei dir zum besonderen Problem macht ist, so scheint es mir, dass es der Kern deines ganzen Empfindens ist, dass du an diesem Widerspruch leidest, dass du das, was du dir am allermeisten wünschst, eigentlich gar nicht annehmen willst, weil es die Verarbeitung deiner Problematik (des mangelnden Selbstwertgefühls) verhindern würde. Dadurch scheinst du mir extrem auf dieses Dilemma fokusiert zu sein. Bei mir gibt es z.B. Tage, wo ich nichts vermisse oder nur ein kleines bisschen aber mit zuversicht weitergehe und fröhlich und zufrieden bin. Diese Zuversicht scheint dir zu fehlen.
Ich glaube aber, dass sich Selbstliebe zu geben, eine Lebensaufgabe ist aber nicht sie zu entwickeln. Das kann man lange vorher erreichen und man muss auch nicht warten, bis man sozusagen ein Meister der Selbstliebe ist, um sich wieder in eine Partnerschaft zu begeben. Nimm dir das Thema an und lenk dich zwischendurch mit all den anderen guten Tipps ab, die du bekommen hast.
Lies z.B. mal hier den Thread " Wieviel loslassen muss sein?" Da hat Begonie einen für mein Empfinden ganz tollen Kommentar zum Thema Selbstliebe geschrieben. Und vergiss nicht, dass deine Trennung noch nicht sehr lange her ist. Es ist normal, dass es schmerzt und dass man vermisst.

11.11.2020 00:16 • x 3 #16


BlueMan83

BlueMan83


122
4
119
Hallo Birkenfee,

Zitat:
Und, ja, mir ist das sehr bewusst! Bisher habe ich mich tatsächlich NICHT in Beziehungen geflüchtet, weil ich diesem Drang, dieser Sehnsucht, nie nachgegeben habe (weil ich ja wusste, dass ich ihr nicht trauen kann). Ich habe immer still gelitten und vor mich hingeschmachtet und mir und anderen, im Nachhinein betrachtet, wahrscheinlich großen Schaden erspart. Ich werde das auch weiterhin so handhaben.

Ich finde ehrlich gesagt hieran absolut nichts verwerfliches und es ist sogar wie ich finde der richtige Schritt, aber dass muss jeder mit sich selber vereinbaren. Ich selber gehöre in die selbe Kategorie. Während ich noch an mir und dem "alten" am aufarbeiten bin, gibt es andere Personen, die schon längst wieder in "see gestochen" wären. Das sind nicht nur vermutungen, sondern sogar aussagen aus Arbeitskreis, etc. Aber ist ja auch in Ordnung. Leben und leben lassen. Mich nervt dass ja zugegebener Maßen auch, dass ich mich verköpfe und zu sehr an alten hängen bleibe, was zudem ja noch negativ ist, während die Ex schon freudige Stunden wieder verbringt, aber nun gut, so bin ich, so bist du, so ist jeder doch auch einzigartig und da gibt es keine Norm, finde ich. Aber es tut gut gleiche oder ähnliche Leute zu finden, das gebe ich zu, denkt manN doch ab und an einmal, dass man der einzige hier ist, fast so wie ein "Marsianer" auf Erden


Zitat:
Und wenn ich dem aktuellen "Kandidaten" irgendwann mal sagen sollte (was aber wahrscheinlich nie passieren wird), was in mir vorgeht, dann auch nur, damit er es weiß und mir sagen kann, dass er es nicht erwidert. Ich hatte schonmal einen ähnlichen Fall (aber unverheiratet), da wurden meine Gefühle auch nicht erwidert. Ich habe es angesprochen, meine Abfuhr bekommen, und danach konnte die Beziehung "heilen" und sich zu einer guten Freundschaft entwickeln.

Ja das Thema "zukunft" bzw. "neue Partnerschaft" ist wirklich auch ne eigene Kategorie. Zuvor sehe ich jimmylight69 auch erwähnt hat, erst mal die "Aufgabe" sich mit sich selber ins Reine zu kommen. Und dabei muss man verdamt erhlich sein. Was waren die Stärken, Schwächen, was ist mit der Eigenbewertung, sprich wie viel ist man sich selber wert (Eigenliebe), so setzt man Grenzen? Hatte manN doch in der alten Beziehung vielleicht immer nur gegeben und die eigenen Grenzen und sich doch auch abgegeben und vergessen... aber iwie, fragt mich nicht wieso, bin ich davon überzeugt, dass wir positiv denken (lernen) müssen. Auch wenns schwer fällt. Aber iwo iwann iwer, wird schon unseren "Topf" würdigen und dann unseren "Deckel" sein. Und dann ist das glaube ich auch ne ganz andere Grundlage als zuvor.

Zitat:
Ich weiß auch, dass das Problem im Selbstwert liegt und zwar weit vor meiner ersten Partnerschaft, das würde aber jetzt hier zu weit führen. Und ja, ich weiß auch, dass ich das nur selber bearbeiten kann, und dass das sehr viel Zeit braucht. Ich bin da auch schon dran, aber das löst sich eben nicht von heute auf morgen. Wahscheinlich ist das eine Lebensaufgabe.

Oh ja! Und wenn du hier von "haus aus" oder schon von früher nicht so viel mitbekommen hast, oder ggf. negatives erfahren hast, dann erst recht, Stichwort: Psychologie und Unterbewusstein.

Zitat:
Für mich ist im Moment wichtig: wie gehe ich mit meinen Gefühlen um, die eben jetzt so sind, wie sie sind; und da habe ich ja hier schon einige gute Impulse bekommen. Wenn jemand übrigens Tipps zu Literatur hat, gerne auch hier posten oder per pn. Oder gibt es ein extra Unterforum für sowas?

Geht mir auch so, wie gesagt, ich lebe derzeit auch "nur" von Tag zu Tag, nehme mir dies und das vor, aber dann kommt es doch auch wieder ganz anders^^ Aber ich bin auch über die Tipps hier und co gespannt, denn manN lernt ja nie aus. PS: ich habe viele Videos auf youtube angeschaut, wenn du da gewisse themen suchst, gibt es auch gute Berichte, wenn man mal nicht lesen möchte.

Zitat:
Problem ist eben, dass ich im Moment wenig Möglichkeiten habe, um auf andere Gedanken zu kommen oder Leute kennen zu lernen. Ideen habe ich ja schon, und auch schon angeleiert! Aber dank Corona ist ja kaum noch irgendwas in dieser Richtung möglich zurzeit. Aber das geht ja uns allen so. Wir bleiben einfach weiter dran, nicht wahr?

Ja, das ist nicht sehr förderlich aber naja, wir machen das beste daraus.
Wie hat eine Userin hier mir geschrieben: Vorteil von Corona: man lernt nicht gleich die falschen Leute kennen, auch ein Vorteil im Nachteil ^^
Also wir bleiben dran!

Viele Grüße und keep fighting,
BlueMan83

11.11.2020 11:41 • x 2 #17



Fehlende menschliche Nähe nach Trennung

x 3


Birkenfee


8
2
9
Danke, Leute, es hilft mir gerade sehr, mich mit euch auszutauschen! Das wollte ich nur mal zwischendurch anmerken

11.11.2020 11:53 • x 3 #18


Arjuni

Arjuni


971
2529
Zitat von Birkenfee:
Ich habe ein immenses Bedürfnis an körperlicher Nähe


Ein heißes Bad nehmen (oder Dusche), danach schöne Musik an, Kerzen anzünden, Duft, Dein Lieblings-Mass age-Öl... und Dich dann mal mindestens eine Stunde selber am ganzen Körper streicheln und mass ieren, Dich selber umarmen. Liebevoll mit Deinem Körper sein, achtsam sein, Dich selber verwöhnen, in Dich hineinspüren, voll und ganz in Deinem Körper sein, in Deine Weiblichkeit kommen - und Dir Liebe schenken.

Zitat von Birkenfee:
(damit meine ich nicht: S.)

Yupp. Ich auch nicht.

11.11.2020 12:49 • x 1 #19


Mad-Eye

Mad-Eye


243
2
298
Zitat von Birkenfee:
Ich habe ein immenses Bedürfnis an körperlicher Nähe.

Ja, das ging mir auch schon immer so. Ich bin total Anlehnungsbedürftig. Nicht, das ich so als Kerl nicht auch regelmäßig Bock auf "Spaß" habe, aber vom Stellenwert rangiert das weit unter der Sehnsucht nach körperlicher Nähe. Die Schwierigkeit ist halt immer, dass das sehr schnell zu Missverständnissen führen kann. Besonders in der Zeit, als mir persönlich das gar nicht so bewusst war. (Siehe dazu mein Profil)


Zitat von Birkenfee:
Ich sehne mich einfach nach jemandem, der mir vertraut ist, und mit dem ich einfach mal ein paar Stunden auf der Couch liegen, melancholische Musik anmachen und den Gefühlen freien Lauf lassen kann - so, wie es ein Partner vielleicht machen würde, wenn es einem in der Beziehung schlecht ginge. Oder einfach mal eine lange Umarmung, die über die relativ flüchtigen Umarmungen einer Begrüßung/ Abschied von Freunden hinausgeht, sich mal an jemanden anlehnen und tatsächlich auch körperlich fühlen, dass da jemand ist. Trost.
Ich leide extrem unter diesem Mangel,

Zitat von Birkenfee:
Aber an wen soll ich mich damit wenden? Oder auch nur wie damit umgehen/ fertig werden?

In dem du Menschen findest, mit denen du darüber sprechen kannst und die das akzeptieren können. Wichtig ist halt, das vorher die Fronten geklärt werden.
So etwas muss auch nicht immer zwingend mit dem gleichen Geschlecht funktionieren. Ich kann bei mir von Glück reden, das meine beste Freundin total gerne gestreichelt wird. Kommt mir zugute, ich streichle wahnsinnig gerne. Laut meinem Neurologen liegt das an meinem niedrigen Oxytocin-Level.
Aber auch der Lebensgefährte einer meiner Brüder hat damit überhaupt kein Problem, wenn ich mich bei ihm einkuschel. Nicht das ganz am Anfang irgendwann der Versuch von ihm nach mehr entstand, aber da habe ich dann interveniert. Ich steh nicht auf Kerle, aber ich bin eben auch nicht homophob.

Zitat von Birkenfee:
Ich weiß auch, dass das Problem im Selbstwert liegt und zwar weit vor meiner ersten Partnerschaft, das würde aber jetzt hier zu weit führen. Und ja, ich weiß auch, dass ich das nur selber bearbeiten kann, und dass das sehr viel Zeit braucht. Ich bin da auch schon dran, aber das löst sich eben nicht von heute auf morgen. Wahscheinlich ist das eine Lebensaufgabe.

Du musst das nicht zwingend alleine machen.
Inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, das bei mir in der Kindheit wohl was kaputt gemacht gemacht worden ist. Aber schon darüber reden und es aufzuschreiben oder mich mit anderen auszutauschen hilft dabei ein wenig. (Stichwort: verbalisieren)

Zitat von Birkenfee:
Problem ist eben, dass ich im Moment wenig Möglichkeiten habe, um auf andere Gedanken zu kommen oder Leute kennen zu lernen.

Ich mache das hier über das Forum. Also auch um mich von meinem Liebeskummer abzulenken.
In meinem Profil steht klar, das ich auf der suche nach Freunden bin.

Und im Grunde machst du ja auch nicht groß etwas anderes.

11.11.2020 17:50 • x 2 #20


GastTomte


Ich habe mir jetzt ehrlich gesagt nicht alles durchgelesen, ich war vor 3 Jahren in diesem Forum. Hat mir sehr geholfen. Ich lese nur noch hin und wieder mit. Antworte eigentlich nicht mehr, darum jetzt auch nur kurz via Gastaccount.

Probier es mal mit einer GEWICHTSDECKE. Das hat bei mir wahre Wunder bewirkt. Ich hatte ständig das Problem mit der Sehnsucht nach körperlicher Nähe. Mit Meditation und der Decke ist das komplett weg gegangen. Die sind relativ teuer aber mittlerweile gibt es günstigere Exemplare zu kaufen.

Vlt hilft dir das. Ich wünschte mir hätte jemand diesen Tipp schon viel eher im Leben gegeben. Hätte mir so manch verzweifelte Nacht erspart Wünsche dir alles Gute

11.11.2020 18:49 • x 2 #21


Birkenfee


8
2
9
So, hallo mal wieder

Wieder sehr interessante Gedanken, die ihr hier aufgeschrieben habt!

Zitat von jimmylight69:
Was es bei dir zum besonderen Problem macht ist, so scheint es mir, dass es der Kern deines ganzen Empfindens ist, dass du an diesem Widerspruch leidest, dass du das, was du dir am allermeisten wünschst, eigentlich gar nicht annehmen willst, weil es die Verarbeitung deiner Problematik (des mangelnden Selbstwertgefühls) verhindern würde.


Das ist ein Gedanke, der mir selber noch gar nicht gekommen ist. Interessant!
Ich glaube aber nicht, dass es SO krass ist. Wenn Mr. Right an die Tür klopfen würde, würde ich schon aufmachen, auch wenn ich ihn vll nicht gleich aufs Sofa bitten würde Ich würde von Anfang an viel mehr klarmachen und reden, ich meine, wachsen kann man ja auch miteinander. Momentan "passiert" mir sowieso auffällig viel Gutes (von alleine), was sich fügt; und wenn es die eine Abkürzung im Wald ist, die ich gesucht habe, oder der letzte gute Pilz... Ich nehme das sehr aufmerksam wahr zurzeit.

Zitat von Mad-Eye:
Die Schwierigkeit ist halt immer, dass das sehr schnell zu Missverständnissen führen kann.


Ja, wem sagst du das...

Das ist genau das, was mich so hemmt! Die Leute/ Freunde, die dafür in Frage kämen (und von denen ich tsl keinen S. will), sind beide männlich und verheiratet. Also ich ergehe mich da schon hin und wieder in Andeutungen, aber konkret was unternehmen oder eben darum bitten, dass X mich mal in den Arm nimmt, weil ich es eben gerade brauche, das ist für mich gerade ein unüberwindbares Hindernis. Ich habe da auch große Angst vor Ablehnung. Und ich möchte bitte KEIN Eifersuchtsdrama seitens der zugehörigen Partnerinnen...


Zitat von arjuni:
Ein heißes Bad nehmen (oder Dusche), danach schöne Musik an, Kerzen anzünden, Duft, Dein Lieblings-Mass age-Öl... und Dich dann mal mindestens eine Stunde selber am ganzen Körper streicheln und mass ieren, Dich selber umarmen. Liebevoll mit Deinem Körper sein, achtsam sein, Dich selber verwöhnen, in Dich hineinspüren, voll und ganz in Deinem Körper sein, in Deine Weiblichkeit kommen - und Dir Liebe schenken.


Ja, das klingt gut. Akzeptanz der eigenen Weiblichkeit ist auch so ein Thema... Lauter Themen überall.

Momentan helfe ich mir mit Tieren über das Schlimmste hinweg (kann sein, dass ich das weiter vorne schonmal geschrieben habe). Eine Freundin von mir hat ein Kaltblutpferd, und wenn du dich an 700 kg warmes, weiches Pferd lehnst, ist das schon ein sehr schönes, stabiles Gefühl. Das andere Pferd ist zwar nicht ganz so massiv, will aber selber von sich aus dauernd schmusen (was nicht selbstverständlich ist!). Das ist echt schön! Tiere sind schon was Tolles!


Danke auch für den Tip mit der Gewichtsdecke!

15.11.2020 16:51 • x 1 #22


sowaht


7
2
Hi Birkenfee, jaa verstehe dich so wie viele andere auch. Was man da tun kann ist echt ne knifflige Frage, wenn es um ein allgemeines Anliegen geht.
Für dich liegt die Lösung in deiner mentalen Einstellung.
Stell dir Fragen und beantworte sie.
Wie sieht es aus mit deinem Selbstwertgefühl
Tauchen Ängste auf bei Gedanken des Berührens und berührt zu werden und wenn ja welche und warum.
Oft tanzen in unserem Gehirn irgendwelche Moralgespenster umher die auf den ersten Blick unsichtbar bleiben.
Sieh es dir an und kommuniziere
Du weißt was alles möglich ist, handle nach deinem Wohlbefinden.

16.11.2020 18:48 • #23




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag