VOLKER
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Auch ich möchte Euren Rat einholen. Nach 22 jähriger Ehe trennten sich meine Ex-Frau und ich aus gewissen Gründen, um die es jetzt auch nicht so sehr geht. Nach 3-jähriger Singlezeit lernte ich 2003 eine Frau kennen.
Sie hat einen Sohn, der jetzt 16 Jahre ist. Ich muß dabei sagen, dass meine Ex-Frau damals immer Kinder haben wollte und ich der Meinung war, bzw. bin, daß ich diese nicht unbedingt zu meinem Lebensglück brauche. Jeder denkt diesbezüglich anders. Es klappte damals auch nicht. Trotz ihres Sohnes, entschloß ich mich damals für diese neue Frau. Ich bin ja auch beileibe kein Kinderhasser. Im Gegenteil. Diese neue Lebenserfahrung, was Erziehung eines Kindes, usw. betrifft, kann auch sehr lehrreich sein. Die ersten 2 Jahre unserer Dreier-beziehung liefen auch fantastisch. Seit Mitte 2005 habe ich etwas mehr Freizeit und bekomme deshalb natürlich auch mehr mit, was so alles in der Beziehung Mutter-Sohn so läuft. Mal abgesehen von den negativen Begleiterscheinungen eines Heranwachsenden (wir waren damals auch nicht anders), bekam ich mit, daß die Mutter, in meinen Augen, die falschen Erziehungsmethoden benutzte. Der Sohn benutzte Schimpfworte der übelsten Art, beleidigte und „erniedrigte“ seine Mutter bei jedem passenden und unpassenden Moment. Seit Zeit vor dem Computer wurde immer länger (bis zu 14 Std. täglich), die Schulnoten wurden natürlich auch schlechter, usw., usw. Ich habe meiner Freundin immer wieder gesagt, daß sie ab und zu auch ihrem Sohn mal seine Grenzen zu zeigen hätte. Nein. Sie traute sich nicht. Aus Angst davor, daß ihr Sohn weiter abgleiten könnte. Also ging es munter weiter: Beleidigungen, Computer – Streit Mutter/Sohn. Immer weiter und böser. Und seine Mutter ließ sich alles gefallen. Leichte Versuche unternahm sie zwar, aber eben nur leichte. Trotzdem gingen die Boshaftigkeiten weiter. In dem letzten halben Jahr habe ich meine Freundin so häufig bedrängt, ihren „Führungsstil“ doch zu ändern. Grenzen zeigen. Ich konnte einfach nicht verstehen, daß sich eine Mutter immer und immer weiter beschimpfen und erniedrigen zu lassen, ohne zu reagieren. Sie traute sich halt nicht. Diese ganze Situation eskalierte zischen meiner Freundin immer mehr, daß wir manchmal einige Tage nicht miteinander redeten, ich ihre Wohnung verließ und zu mir ging. Dann wieder 1-2 glückliche Tage und dann wieder von vorne. Ich wollte doch nur erreichen, daß meine Freundin einsieht, daß sie mit ihrem Erziehungsstil falsch liegt. Ich wollte einfach nur das Beste für sie. Die Person die ich liebe. Vor einigen Tagen beichtete sie mir dann, daß sie diese Kälte in unserer Beziehung nicht mehr ausgehalten hätte. Sie lernte vor 4 Wochen einen anderen Mann kennen, wobei es auch schon einmal passierte. Der Seitensprung. Jetzt ist auch sie emotional hin- und hergerissen. Sie ist ansonsten eine treue Frau. Aber weil es nun mal passierte, ist seit Sonntag Trennung angesagt, Ob ich die Beziehung noch retten kann, werden wir sehen. Hätte ich mich in die Erziehung überhaupt nicht einmischen sollen ? Aber ich wollte doch immer nur ihr Bestes. Das ich mit meinen Reaktionen (Schweigen, Weggang) total falsch lag, ist mir logischerweise klar. Ich habe aus meiner inneren Wut so gehandelt. Ich konnte doch nicht zulassen, wie meine Freundin ständig von ihrem Sohn „misshandelt“ wird. Wie denkt Ihr darüber ? Hätte ich mich mehr raushalten sollen ?
Gruß VOLKER
