Zitat von Torsten1976:Hallo zusammen! Ich habe genug gegrübelt, versuche mal alle relevanten Fakten zusammenzutragen. Meine Frau und ich sind seit 2014 verheiratet. Im Dezember 2025 meine Frau mir offenbart, das Gefühle weg sind usw. Versucht alles zu meistern. Bin jetzt seit Februar 2026 in einem Zimmer bei meiner Mutter untergekommen ...
Lieber @torsten1976,
herzlich willkommen und fühl dich mal (männlich) in den Arm genommen.
Dein Text liest sich als wenn du gerade im Funktionsmodus wärst aber da ganz viel unter der Oberfläche schlummerst das gerne raus möchte. Wisse das dies ein "Safe Space" ist wo wirklich über alles quatschen kannst.
Zu deiner Frage:
Wenn ihr euch wirklich sicher seid das nichts mehr zu machen ist, ihr aber noch gemeinsame Absprachen treffen könnt (danach klingt es für mich), arbeitet einen Scheidungsfolgenvereinbarung aus in der ihr alles regelt. Darin kann genau definiert werden was mit dem Kredit passiert, wer wem wieviel Unterhalt zahlt usw. Bei mir stand da auch drin wer die gemeinsamen Konten behält, was mit gemeinsamen bildern passiert (insbesondere das "anzügliches" zu löschen ist), wo der Hund verbleibt usw...... Es gibt ein paar Vordrucke dafür im Netz und mit etwas Verständnis für Rechtsdeutsch kommt man da gut durch.
Solltet ihr vielleicht doch noch irgendwo den Verdacht haben das da was sein könnte, könnte eine Paarberatung hilfreich sein. Die Kostenfreien sind total überlaufen und aber es gibt genug bezahlbare angebote. Da könnte man mal ein paar Stunden investieren und vielleicht lohnt es sich.
Das Zimmer bei deiner Mutter ist sicher eine gute Zwischenlösung bis eure Situation wirklich geklärt ist und ihr 130%ig sicher seid was ihr wollt aber ich rate dir eher früher als später etwas eigenes zu suchen.
An dieser Stelle empfehle ich den Menschen hier immer gerne sich eine oder mehrere Selbsthilfegruppen zu suchen. Ich selbst habe mich einer Trennungsgruppe und einer Männergruppe angeschlossen. Gerade die Männergruppe hat mir sehr dabei geholfen mit meinen eigenen Emotionen umzugehen und die Trennungsgruppe hat mir einiges aufgezeigt hinsichtlich unterschiedlicher Wahrnehmungen. Es gibt auch einige sehr gute Bücher die ich hier bereits mehrfach empfohlen habe... sag einfach bescheid wenn du interesse hast und ich geb dir ne Liste.
Mal konkret auf deine Situation (die sehr ähnlich klingt wie bei mir).... ich habe eine Depression und Angststörung entwickelt und war ein Ängstlicher Bindungstyp. Das heisst ich habe nie richtig Grenzen gesetzt und gegen Ende der Beziehung vieles in mich rein gefressen. Als dann noch ein familieninterner Streit dazu kam, ist die Situation eskaliert. Diese Aussage von Menschen das die Gefühle weg wären sind, in meinen augen, eher ein Zeichen für den "Alltag" der sich eingeschlichen hat. In unserem Alter haben wir keine Schmetterlinge mehr und wenn wir nicht bewusst und gemeinsam daran arbeiten einen gewissen Funken in der Beziehung zu erhalten dann wird das nix. Da hilft in der Regel die Paarberatung damit Paare lernen über Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen.
Ich hoffe das dir das irgendwie weiterhilft....