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Frau flüchtet vor Familie

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Mein Gott, das macht einen richtig sprachlos. Ich habe auch ein kleines Baby daheim und gerade in der Anfangszeit, als mein Kind es mal auf 20 Stunden Schreien geschafft hat, wäre ich am liebsten in einen Zug eingestiegen und an der Côte d‘Azur wieder aus. 🙈

Trotzdem könnte ich mir niemals vorstellen, das in Realität umzusetzen, denn ich lasse mein Kleines nicht mal für eine Stunde bei Verwandten, weil es mich brauchen könnte. Ich stille auch voll, das kann Frau doch nicht einfach ignorieren. Mein Baby nimmt zum Beispiel nicht die Flasche, wie muss das sein, das von 0 auf 100 zu ändern. Entsetzlich!

Ob man Lust hat oder nicht, es ist die eigene Verantwortung und Kinder sind zu 100 Prozent abhängig von einem. Ich muss sagen, es geht komplett über mein Verständnis hinaus, ganz gleich ob Mutter oder Vater eine junge Familie verlässt. Es tut mir wahnsinnig leid für euch!

Über die Gründe kann man jetzt nur spekulieren, selbst wenn sie ihr Leben hasst, wie sie es gesagt hat, lässt man sein Neugeborenes nicht einfach zurück. Ich tippe stark auf eine Wochenbettdepression oder Hormone, die können einen schon mal durchdrehen lassen, wobei ich nicht weiß, ob in diesem Ausmaß. Aber in den Medien liest man so einiges. So oder so bräuchte sie meiner Ansicht nach sofort Hilfe.

Was mich wundert, ist, dass das alles aus heiterem Himmel zu kommen scheint. Gab es nie Anzeichen der Überforderung? Wut? Tränen? Gespräche über ihre Rolle als Mutter?

Eine Geburt stecken viele nicht so leicht weg, ich habe die ganze Wochenbettzeit daran zu knabbern gehabt. Aber ehrlich gesagt auch gar nicht wirklich die Zeit, um tiefer darüber nachzudenken, denn man funktioniert nur. Wie hätte sie da eine Beziehung mit einem anderen aufbauen können? Meine Vermutung ist, dass das schon länger geht.

Was dich und deine Familie betrifft: ein Notfallplan muss schnell her!

Als erstes würde ich den Arbeitgeber informieren, damit er über deine Notsituation Bescheid weiß oder krank schreiben, falls die Fehlstunden zu viel werden. Es geht halt jetzt nicht anders.

Zusätzliche Betreuungspersonen einbeziehen, die dir auf die Kinder schauen und zur Hand gehen können.

Du solltest deine ältere Tochter emotional so gut es geht auffangen, ich würde daher auf einen Kinderpsychologen zugehen. Damit sich kein Trauma manifestiert. Du kannst als Papa genauso gut für deine Kinder sorgen wie eine Mutter, davon bin ich überzeugt, aber die psychologischen Konsequenzen werden im ganzen Ausmaß noch nicht zu erkennen sein. Daher ist eine professionelle Begleitung aus meiner Sicht unerlässlich.

Sorge für Struktur und lass dich von deiner Frau nicht unter Druck setzen bezüglich Betreuungszeiten. Ich würde dir den Rat geben, eine Rechtsberatung einzubeziehen und ab sofort nur mehr über diese mit deiner Frau kommunizieren. Das Gericht soll alle Fakten haben und dann entscheiden, welches Betreuungsmodell geeignet ist. Kommuniziere das auch klar deiner Frau und lasse dich nicht auf ihre Spielchen und Wünsche ein.

Es gibt auch so etwas wie freiwillige Familienhilfen, die Familien in Notsituationen begleiten. Das wichtigste hierbei sind Kontakte: Kinderärzte, Hebammen, Stillberatung usw. Sie kennen die richtigen Adressen, wenn du Unterstützung brauchst.

Wenn es dir finanziell möglich ist, hole dir Unterstützung für den Haushalt und lass dir Einkäufe bzw. Essen liefern.

Ich finde dich bewundernswert, wie du das alles angehst und für deine Kinder da bist. Sobald du eine neue Struktur in eurem Alltag sichergestellt hast, kümmere dich auch unbedingt um dich. Damit du nicht zu kurz kommst!

• x 1 #46


A


Frau flüchtet vor Familie

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Liv211
Lieber @GustavPaul

Es tut mir sehr leid, was Dir und den Kleinen gerade passiert.
Wenn ich denke wie traurig meine Kinder waren… unvorstellbar. Von jetzt auf gleich:/
Ich finde es gut, dass Du Dir Hilfe holst auch für deine Tochter, dass sie wirklich gleich ein bisschen aufgefangen wird.
Puh… und die Mutter…
Die Kinder ihr „einfach“ geben, obwohl sie sie verlassen hat, gerade den Kleinen, der total von ihr abhängig war (Stillen) .
Ich kenne mich nicht aus… was ihr „zusteht“…
Nur mein Magengrummeln wäre groß.
Vielleicht gehst Du vorher zur einem Familienanwalt oder einer Beratungsstelle..
Alles Liebe Dir und viel Kraft.
Pass auch auf Dich auf.

• x 2 #47


alleswirdbesser
@Timeconsumption bei manchen reicht ein anderer Mann. Da muss ich an @Franek und seine Geschichte denken, auch zwei kleine Kinder. Hormone hin oder her, wir sind alle auch mit Hirn ausgestattet. Ein drei Monate altes Säugling, das durch das Stillen völlig abhängig ist von der Mutter, zu verlassen ist nun man nicht nur verantwortungslos, sondern auch hirnlos, und natürlich herzlos.

• x 1 #48


GustavPaul
Mein Hirn hätte allzugerne eine rationale Erklärung für alles. Der Punkt mit der Depression klingt für mich daher plausibel.

Andererseits sagt sie ja sie hat einen anderen Typ und der muss ja auch irgendwo her gekommen sein und der kann nicht nach der Geburt erst kennengelernt worden sein.

Elternzeit kann ich leider nicht von heute auf morgen, das muss ich 7 Wochen vorher verkünden. Wir haben das jetzt so geregelt dass ich erstmal Urlaub hatte, jetzt in einer Übergabephase bin und dann wieder Urlaub bzw. unbezahlten Urlaub nehme. Voraussichtlich kann ich bis Ende nächster Woche alle Themen einigermaßen versorgen.

Ich spreche jetzt heute erstmal mit der Psychologin um Input zu bekommen wie ich die Trauer der Kinder abfangen kann. Das hat mir grade die höchste prio.

• x 4 #49


alleswirdbesser
Zitat von GustavPaul:
Elternzeit kann ich leider nicht von heute auf morgen, das muss ich 7 Wochen vorher verkünden.

Das ist die gesetzliche Regelung für den Normalfall. Wird in der Praxis trotzdem vergessen vor lauter Babyglück. Du bist in einer Ausnahmesituation und da hilft es offen mit dem AG reden. Meinst du er würde dir Steine in den Weg legen? Ob du im Urlaub bist und nicht da oder in EZ, fehlst du so oder so. Aber ihr steht kein Elterngeld mehr zu, dem würde ich nachhelfen.

Und sobald du in EZ bist, hoffe ich, dass du ihr keinen Unterhalt bezahlen musst.

• #50


Stella31
Zitat von GustavPaul:
Meine Frau hat unsere Familie vor 3 Wochen verlassen. Sie ist samstags morgens weg mit der Ankündigung, dass sie das nicht mehr kann und will und auszieht. Nachfolgend hat sie mir geschrieben, dass sie ihr Leben hasst, sich eingeengt fühlt und das nicht mehr will.

Das ist so komprimiert geschrieben und dabei ist darin doch so viel,was bei mir Fragezeichen aufkommen lässt.

Ich weiß nicht, ob du noch komplett unter Schock stehst oder emotional nicht so an deine Gefühle kommst, aber mich irritiert, dass du weiter arbeiten gehst und die gesamte Gefühlswelt so gar nicht angesprochen wird.

Das soll kein Vorwurf sein. Vielleicht funktionierst du einfach nur. Weil die gesamte Situation ein völliger Schock ist
Nur muss doch in dir auch der Bär toben!

Ich denke auch, dass es am wichtigsten wäre, erstmal gar nicht zu arbeiten und alles in Bewegung zu setzen, was du an Unterstützung bekommen kannst.
So wie auch bereits geschrieben. Von der Hebamme über deinen Arzt, Caritas und Co. , psychologische Hilfe, Jugendamt, Anwalt.

Und dann natürlich am Wichtigsten deine Kinder!
Die brauchen dich zigfach mehr.
Und wenn deine Kleine gerade nicht in den kiga will oder nur ganz langsam, dann sollte sie die Möglichkeit bekommen.

Die Arbeit ist echt Nebensache gerade. Das kann man in einer solchen Ausnahmesituation regeln
Vor allem,wenn die Kollegen und der Arbeitgeber eh schon Verständnis hat.
Ein Arzt würde dich sicher auch krank schreiben für eine Zeit.

Wenn sich dann alles etwas geregelt hat, kannst du noch genug arbeiten.

• #51


Blind-Meg
Zitat von GustavPaul:
Der Punkt mit der Depression klingt für mich daher plausibel.

Ist er auch, nur hilft das keinem. Denn man wird die Frau nich einfangen, anketten und gegen ihren Willen hormonell oder antidepressiv behandeln können. Selbst bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung kann man Menschen zwar zwangseinweisen (und notfalls temporär fixieren), aber dennoch nicht zwangsbehandeln. Insofern ist zwar der Hinweis, dass es eine postpartale Depression sein könnte, richtig, aber dennoch nicht hilfreich.

Es muss auch nicht entweder Depression oder neuer Lover sein das eine schließt das andere nicht aus.
Ich denke sogar, dass die Kombination aus beidem die plausibelste Erklärung ist.
Hilft nur wie gesagt niemandem, solange die Frau sich nicht freiwillig in Behandlung begibt.

Das wichtigste ist, dass du zunächst die Versorgung der Kinder sicherst und deine eigene, aber da bist du ja dran. Alles Gute für euch, nimm bitte jede Hilfe an die du kriegen kannst.

• #52


Arnika
Zitat von GustavPaul:
Mein Hirn hätte allzugerne eine rationale Erklärung für alles. Der Punkt mit der Depression klingt für mich daher plausibel. Andererseits sagt ...

Es gibt eine Pflegekarenz, da kann der Arbeitgeber nicht Nein sagen, wenn die Person, die eigentlich in Karenz wäre, ausfällt. Ich denke, das nennt sich bezahlte Betreuungsfreistellung. Mach dich da mal schlau.

• #53


DieSeherin
Zitat von GustavPaul:
Der Punkt mit der Depression klingt für mich daher plausibel.

Andererseits sagt sie ja sie hat einen anderen Typ


ich bin gerade sehr zurückhaltend, mich innerlich auf die seite jener zu stelen, die die mutter "verurteilen". mich macht das ganze unglaublich misstrauisch!

vielleicht schiebt sie diesen vermeintlich anderen typen nur vor, damit keine fragen mehr kommen, die sie sich nicht mal selber beantworten kann, geschweige denn irgendjemand anderem!?

irgendwie habe ich das gefühl, dass deine frau gerade in einer sehr, sehr unguten ausnahmesituation steckt!

• #54


A


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