Nachdem ich eine Weile nichts habe von mir hören lassen, möchte ich euch vom aktuellen Stand berichten. Ich habe mir eure zahlreichen und sehr unterschiedlichen Rückmeldungen noch länger durch den Kopf gehen lassen - gerade diejenigen, welche zur Vorsicht mahnten und von der Weiterführung des Kontakts zum Trainer abrieten. Irgendeine Seite in mir fand diese Lösung klug und vernünftig…
Ich habe mich schließlich aber trotzdem an meinen ursprünglichen Plan gehalten und sehe den Trainer seit Mitte Mai wieder regelmäßig. Die Gründe, aus denen heraus ich mich dazu entschlossen habe, sind vielfältig. Der fortbestehende Wunsch nach Nähe hat sicher eine Rolle gespielt, aber auch das Nicht-Akzeptieren-Wollen, dass man derartigen Gefühlen nur durch eine „Kontaktsperre“ beikommen kann. So als wäre ich ein hormon- und triebgesteuertes Wesen ohne jegliche Kontrolle über mein Sein und Tun, das nur durch Kontrolle und Zwang vernünftig agieren kann.
Die mehrwöchige Trainingspause hat am Ende allerdings leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht, das muss ich schon auch feststellen. Mit dem ersten (trainingsunabhängigen und zufälligen) Wiedersehen war meine Gefühlslage fast identisch wie vorher, Schmetterlinge im Bauch und Herzklopfen eingeschlossen. Was zudem neu ist, ist, dass der Trainer zwischenzeitlich von sich aus thematisiert hat, dass wir uns so gut verstehen würden (worauf er meine guten Trainingserfolge zurückführt) und begonnen hat, mich ab und an nach den Trainingsstunden freundschaftlich zu umarmen. Das erfolgt aber auf eine Art, die mir keine Sorgen bereitet, dass da jetzt noch mehr kommen könnte. Wollte euch diese Entwicklung aber nicht vorenthalten

Ich selbst merke, dass ich mit der Situation besser umgehen kann als noch vor einigen Wochen. Ich schlafe nachts wieder halbwegs vernünftig und denke auch deutlich weniger und mit weniger intensiven Gefühlen an ihn, die Verliebtheitsgefühle haben sich seit einigen Tagen auch merklich abgekühlt. Komischerweise macht mich das ein bisschen wehmütig. Es ist schwer zu beschreiben: Fast so als hätte ich Angst, dass die bitter-süßen Verliebtheitsgefühle vollständig verschwinden… Dabei ist das ja gleichzeitig mein Ziel, ein neutrales oder - noch lieber! - freundschaftliches Verhältnis zum Trainer aufbauen und meine „Liebes-Energie“ voll in die Ehe fließen lassen. Die Ehe läuft übrigens weiterhin gut und mir fällt da momentan trotz intensiven Nachdenkens nichts ein, was ich verändern oder verbessern möchte.
Nun fragt ihr euch bestimmt, warum ich hier überhaupt nochmal schreibe, wenn alles so toll ist und zudem nach Plan verläuft? Das hängt damit zusammen, dass ich zwar denke, die Situation soweit unter Kontrolle gebracht zu haben, aber weiterhin keine rechte Antwort auf die Frage finde, wieso diese intensiven Gefühle überhaupt entstanden sind, ob sie jetzt wirklich weniger werden (oder plötzlich wieder mehr?) und wie ich solche Entwicklungen in Zukunft vermeiden kann. Habe den vagen Eindruck, dass es vor allem um meinen Selbstwert geht, aber so ganz sicher bin ich mir nicht… Vielleicht habt ihr ja noch Gedanken und Ideen dazu?