Lieber Tony,
Was mir nur auffällt, ist dass du einerseits ihre psychische Erkrankung hevorhebst, sie aber im gleichen Atemzug bewertest wie einen normal denkenden und fühlenden Menschen.
Also so scheint es mir bei deinem Eingangspost. Subjektive Wahrnehmung natürlich. Jedenfalls kannst du nicht davon ausgehen, mit jemandem der BL und Depressionen hat, eine normale Beziehung auf Augenhöhe zu führen. Ich verstehe dass man dennoch jemandem zur Seite stehen will, wenn sich jemand ein Bein bricht, macht man eben auch den Haushalt und kümmert sich um alles. Nur heilt das Bein auf absehbare zeit wieder. Bei dir liest sich das so, als wäre schon die gesamte Beziehung davon "überschattet" gewesen. Ist das deine Vorstellung von einer Beziehung auf Dauer?
Was aber eigentlich viel wichtiger ist:
Zitat von TonyDH84:für mich ist eine "krankheit" kein grund jemand abzuweisen.
Die Realität ist doch, SIE hat DICH jetzt abgewiesen. Trennung ist eine einseitige Willenserklärung. Und ich würde da jetzt nicht auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren, und orakeln, sie hätte es ja nur getan, weil sie sich selbst nicht geliebt fühlt und verachtet. Egal. Sie hat die Trennung ausgesprochen. Niemand hat sie dazu gezwungen. Weshalb sie das getan hat, soll sie mit sich ausmachen.
Dir sollte es darum gehen, selbst auf die Beine zu kommen.
Das wichtigste für dich ist keinerlei Kontakt. Zur Not lass dich wirklich paar Tage krank schreiben, damit du zur Ruhe kommen kannst. Der Prozess ist für jeden Trauernden hart. Such dir ansonsten auch selbst psychologische Unterstützung, manchmal helfen 2, 3 Sitzungen schon die Welt wieder klarer zu sehen. Bitte stell dich selbst in den Fokus. Trennung ist Trennung, egal ob der andere psychisch gesund ist oder nicht. Ich sehe keinen Grund das irgendwie zu entschuldigen.
Fakt ist, sie kann und will diese Beziehung jetzt nicht führen und es gilt das als Realität zu akzeptieren. Das wirst du auch schaffen, es braucht nur Zeit und wirklich Abstand.
Drücke dir die Daumen
LG