Zitat von TonyDH84:Das ich mich trotz allem für sie entschieden habe damals, lag daran das ich sie als mensch mit allen ecken und kanten akzeptiert habe und nicht weil ich drauf stehe mich selbst zu verletzten.
Es kann mir wohl niemand erzählen das wenn er einen menschen trifft bei dem er sich wohl fühlt etc, er alles hinwerfen würde wegen sowas. es war mir klar das es ab und an steining werden würde doch ich entschied mich trotzdem für sie als mensch und wie gesagt nicht um mich selbst ins unglück zu stürzen.
Ich habe mich hier angemeldet und von meiner situation berichtet weil mir die trennung zu schaffen macht und nicht weil ich darauf gehofft habe analysiert und diagnostiziert zu werden.
Ich möchte dran glauben das jeder glück verdient hat ob gesund oder nicht, für mich ist eine "krankheit" kein grund jemand abzuweisen. ich weiß grad nicht wie ich es formulieren soll ob mich grad jemand versteht was ich meine.
Vielleicht hilft Dir eine etwas andere Sichtweise: Man kann ein Paar ja gewissermaßen als ein "System" sehen, in dem es diese scharfen Ich-Du-Grenzen nicht mehr gibt und sich eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Zwar versuchen viele, dieses "System" geschlossen zu halten und meinen, es müsse genau so und so laufen, möglichst ohne Abweichungen, Irritation, Ausfransungen usw. Daß das nicht funktionieren kann, ist offensichtlich, da der Mensch an sich ein offenes und eben kein geschlossenes "System" ist.
Es kommt also nicht vorrangig darauf an, wie jemand ist, sondern darauf, welches "System" und welche Dynamik sich in der Beziehung mit ihm ergeben. Selbst wenn jemand nach der psychologisierten Meinung "persönlichkeitsgestört" ist, hat das an und für sich nicht viel zu sagen. Sondern das Wesentliche ist, welches "System" sich in der Beziehung mit ihm ergibt und wie verträglich dieses für einen ganz persönlich ist, ganz egal, wie andere das aus ihrer eigenen Strukturiertheit heraus einschätzen - oder auch allein aufgrund ihrer angelesenen "Wahrheiten".
Ich z. B. würde es mit einer langweiligen Frau nicht aushalten, so ungestört könnte die gar nicht sein.
Was ich Dir also empfehlen würde, ist, Dir Eure Beziehung einmal aus der Außenposition anzusehen und dabei von Dir und Deinen Emotionen abzusehen. (Ebenso von den Beurteilungen anderer, denn jeder hat hier seine eigenen Hintergründe; und wenn nun jemand wie etwa Ex-Mitglied sagt, sie könne auch mit einem Borderliner eine Beziehung führen, eine halbwegs glückliche vielleicht noch dazu, so bringt das nahezu natürlicherweise alle auf, die dazu nicht imstande waren, weil es ihnen wie eine Anklage gegen ein eigenes Unvermögen klingt, oder es erscheint den Googleweisen zumindest als frecher Einwand gegen ihre letztgültigen Überzeugungen.)
Ich für meinen Teil kann es jedenfalls nicht beurteilen, wie es Dir mit dieser Frau ergangen ist, was sich zwischen Euch tatsächlich abgespielt hat, ob sie Dir überwiegend gut oder schlecht getan hat.
Ich glaube nur, man sollte, wenn man sich ernsthaft mit dem Leben und allen seinen Schattierungen einlassen will, von diesem ganzen Psychologisierungs- und Pathologisierungswahn wegkommen und einfach sehen und spüren, was einem bekommt und was nicht, was vielleicht eine Herausforderung, was ein Geschenk ist usw.
Leider hat es der Mensch, dem ja auch alles Mögliche Unkraut und Ungeziefer ist, was nicht gerade perfekt in seinen Kram paßt, offenbar schon völlig verlernt, das zu sehen und wahrzunehmen, was alles Natur ist und Natur sein kann. Ob es um die Natur im Allgemeinen oder um die menschliche Natur geht. Alles muß Rasen, alles muß gemäht sein, ein falsches Kräutlein in einer Ecke des wohlbestellten Gärtleins, und schon treibt es ihm die Ausrottungswut ins Hirn. Auch auf einen Berg fährt man heutzutage mit der Gondel, denn wer wird denn schon so behindert sein, um so einen behinderten wesensgestörten Steinaffen auch noch mühsam zu besteigen! Dazu müßte man ja an einem diskontinuierlichen trizyklischen Lunatismus mindestens 3. Grades leiden!
Alles nur eine Frage der Wahrnehmung. Und wer liebt, hat eben eine andere - ich nehme an vertieftere - Wahrnehmung als jemand, der dem nüchteren Zwang der Kategorisierung unterworfen ist.