Essra
Mitglied
- Beiträge:
- 38
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 120
- Mitglied seit:
Seit erst drei Monaten bin ich in einer neuen Beziehung, leider werden meine Zweifel immer stärker, ich kann mich momentan selbst nicht mehr verstehen.
Mein Freund (29) wohnt nur 3 Minuten Fußweg von mir entfernt, das führt dazu, dass wir uns täglich sehen. Anfangs fand ich es total schön, ich habe die Zeit mit ihm sehr genossen, mittlerweile verspüre ich immer mehr das Bedürfnis nach Abstand.
Ich kann die Zeit nicht mehr richtig genießen, ich fühle mich eingeengt, ich bin jedesmal froh, wenn ich wieder zuhause bin. Mein Freund liebt mich sehr, er war schon früher stark verliebt, wir kennen uns seit fünf Jahren, waren damals aber nur gute Freunde. Er möchte mich natürlich jeden Tag bei sich haben, er ist auch wirklich total lieb und super fürsorglich.
Bei mir ist es so, dass ich mich schon jetzt sehr schnell gereizt und genervt fühle, ich habe schon oft total blöd reagiert, was mir im Nachhinein so leid tat.
Wenn ich bei ihm bin, möchte ich gerne für mich sein, ich suche Abstand auf dem Sofa, er will immer kuscheln, für mich fühlt es sich aber nicht schön an, eher gezwungen. Das komische daran ist, ich kenne mich so nicht! In meinen vorherigen Beziehungen war es immer so, dass auch ich nicht genug bekommen konnte, auch ich wollte am liebsten jede Sekunde bei meinem Partner sein, ich vermisste stark, ich war nie genervt, suchte immer die Nähe. Bei ihm ist es das komplette Gegenteil und ich frage mich, ob das noch normal ist, ich habe noch nie so gefühlt, es kommt mir zu wenig vor, als wären die Gefühle immernoch mehr freundschaftlich und nicht dieses verliebt sein, wie es eigentlich sein sollte, ich vermisse diese Schmetterlinge.
Wir können uns das erste Mal bis Samstag nicht sehen, während er total traurig ist und es gar nicht mehr aushält, bin ich total glücklich zuhause, ich fühle mich gerade total wohl und freue mich auf meine Zeit alleine.
Gestern wollte er telefonieren, ich hatte überhaupt keine Lust dazu, ich hatte irgendwie gar kein Verlangen danach, obwohl ich gerne telefoniere, ich wollte einfach nur abschalten und alleine sein, ich redete noch mit Freunden, das tat mir gut.
Ich bin total verwirrt, ich fühle mich total sicher bei ihm, ich kenne ihn halt seit Jahren, ich weiß, dass ich mit ihm etwas gutes habe, es ist auch nicht so, dass ich irgendwo etwas auszusetzen habe, ganz im Gegenteil, aber irgendwie fehlt mir das Besondere, dieses schöne Gefühl, richtig verliebt zu sein. Es macht mich unendlich traurig und mir auch Angst, endlich habe ich jemanden, der eigentlich so gut zu mir passt, mit dem ich alles habe und teilen kann, wir sind uns so ähnlich, nun scheitert es an meinen Gefühlen?
Ich habe ihm schon öfters mitgeteilt, dass ich etwas Distanz brauche, dass ich durcheinander bin, auch heute morgen erst wieder, er akzeptierte es, auch wenn er natürlich traurig darüber ist, davon gehe ich stark aus, doch fühlt es sich falsch an.
Ich hatte vorher nie eine schöne Beziehung, ich wurde schlecht behandelt, sehr oft belogen und auch betrogen, meine Ex Partner lebten auch alle weiter weg, da sah man sich nur 2-3 mal die Woche. Heißt, ich kenne so eine Beziehung wie jetzt gar nicht, es ist alles so neu.
Ich hatte immer stark geliebt, wurde aber nur enttäuscht.
Nun ist es das komplette Gegenteil, eigentlich sollte ich total glücklich sein, doch warum kann ich es nicht? Ich fühle mich so schlecht, dass ich gerade jetzt anscheinend keine richtigen Gefühle empfinden kann, ich bin irgendwie total überfordert mit allem. Ich weiß nicht, was jetzt noch richtig ist, ob meine Gefühle einfach nur durcheinander sind, ob sie Zeit brauchen, oder ob da tatsächlich irgendetwas fehlt.
Ich mache mir Sorgen, dass dann auch unsere Freundschaft kaputt wäre.