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Gast
ich bin im Moment ziemlich ratlos, wie ich meine eigene Situation beurteilen soll. Seit 1 Monat bin ich (24) in einer Beziehung mit einer eigentlich lieben Frau (28). Der Altersunterschied von knapp 4 Jahren ist gar nicht das Problem, weswegen ich mich hier angemeldet habe, darüber habe ich mir am Anfang auch meine Gedanken gemacht, ob das funktionieren kann, aber habe es dann einfach so hingenommen, weil wir uns sehr gut verstehen. Ich habe mich ehrlich gesagt noch nie so gut mit einer Frau verstanden, wir sind aufgrund unserer beider Vergangenheiten sehr ehrlich zueinander und können über alles reden. Auch obwohl das Kennenlernen etwas holprig verlief anfangs, da sie im Februar für 4 Wochen im Urlaub war direkt nach dem Kennenlernen und der Kontakt danach mal für 1-2 Wochen abgebrochen ist, weil sie "emotional verkrüppelt" ist, wie sie selber von sich sagt und deshalb schon wieder einen Rückzieher machen wollte, bevor's losgeht. An die emotionale Geschichte knüpft auch ihre Vorgeschichte an, die ich in den letzten 1-2 Wochen von ihr gehört habe.
Nach dem Abi ist sie mit damals 19 ein Jahr für work and travel ins Ausland aufgebrochen und wurde dort nach der Hälfte der Zeit in einem Club von einem Kerl mit K.-o.-Tropfen betäubt und auf dem Klo verg. . . Das war ihr erstes Mal; einige Stunden später ist sie benommen heimgegangen, hat aber niemandem etwas davon erzählt und das Ganze zunächst verdrängt. Schrecklich das Ganze klar, ich wusste nicht so recht, was ich darauf sagen soll. Nach einigen Wochen hat sie dann realisiert, dass ihr Körper nur eine Hülle ist und hat angefangen mit mehreren Männern ONS zu haben, . Zurück in Deutschland hat sie das an ihrem Studienort auch noch 2x praktiziert und dann vorerst aufgehört. Danach war sie allerdings über einen längeren Zeitraum von 1,5 Jahren (nicht am Stück) vom Studium aus im Ausland und hatte dort erst eine Affäre, dann eine Beziehung. Die Beziehung entwickelte sich nach einem halben Jahr zur Fernbeziehung, bei der irgendwann unter anderem rauskam, dass er bereits 3 Kinder von 3 Frauen hatte, was verständlicherweise ihr Vertrauen vernichtet hat. Das hat sie dann emotional noch 2 Jahre beschäftigt, in dieser Zeit hatte sie direkt danach noch eine halbjährige Affäre im Ausland.
In der Zeit von der letzten Affäre bis heute hatte sie über die letzten 3 Jahre dann so ziemlich alles abgeblockt, weil sie wieder zurück in ihre Heimat (wo ich wohne) wollte; es kam dann hier nochmal zu einer Affäre mit einem Bekannten von ihr aus der Kindheit, in den sie verknallt war, der allerdings vergeben ist, was mir auch in moralischer Hinsicht nicht so ganz gefällt, aber ok. Diese hat sie letzten Sommer beendet. Zu diesen ganzen Geschichte meinte sie, sie hätte seit der Tat im Ausland ihre Gefühle mehr oder weniger abgetrennt und nur das Körperliche gesucht, also im Prinzip das eine und das andere getrennt.
An dem Punkt fängt nun meine leichte Ratlosigkeit an. Ich kenne die genaue Anzahl der Sexualpartner nicht, sie meinte aber irgendwas zwischen 12-15. Einerseits habe ich damit ein bisschen ein Problem, weil ich nur 2 Beziehungen davor hatte (bin allerdings auch jünger als sie); andererseits stört es mich, dass sie kaum eine einzige richtige Beziehung geführt hat und nur ONS und Affären hatte. Erstens einmal bin ich anders aufgewachsen und habe solche Dinge (vor allem ONS) immer verabscheut, weil ich's für falsch hielt und zweitens macht es mir Sorgen nach meiner letzten verkorksten Beziehung, seit der ich Probleme mit dem Vertrauen habe, dass sie eventuell nicht in der Lage ist, eine Beziehung zu führen.
Außerdem habe ich manchmal die Gedanken, was los wäre bei der Vorgeschichte, wenn es mal zu Problemen kommt, ob sie dann sofort sich wieder einen anderen Kerl sucht, sie redet selber ab und zu davon sie hätte sich ausgelebt und ihren Spaß gehabt. Wir haben bereits 2-3 mal darüber gesprochen, sie weiß, dass ich ein Problem damit habe und meinte, sie wäre auch nicht stolz auf das, was sie getan hat, aber sie könne es nicht mehr rückgängig machen, das ist mir auch klar. Und ich glaube ihr auch absolut, dass sie's ernst meint mit mir und dass ich keine dieser Affären bin, die sie sonst hatte; sie selber meinte lächelnd ich wäre die Nummer 1 auf ihrer Liste von allen bisherigen, also ich zweifle nicht daran, dass die Geschichte zwischen uns ernst ist (nur um das erwähnt zu haben).
Allerdings habe ich seitdem ich das alles weiß ein mulmiges Gefühl und weiß selber nicht, an wen ich mich wenden soll oder was ich denken soll. Muss vielleicht dazu sagen, dass ich ein etwas anderes Weltbild habe als sie und in der Kirchengemeinde aktiv bin (da ich entsprechend gläubig erzogen wurde) - das nimmt mich im Moment etwas mit, sie selber meinte lachend "meine Welt trifft auf deine Welt". Ich musste darüber auch lächeln, auch wenn das mulmige Gefühl nicht verschwindet bei mir und ich keine Ahnung habe, wie ich damit weiterhin umgehen soll. Vielleicht kann mir ja jemand irgendwas dazu sagen, Meinung, Feedback, Rat etc. - wäre sehr dankbar dafür.
Vermutlich liegt es einfach nur an mir, weil ich etwas verklemmt zu der Geschichte stehe bzw. eine verklemmte Einstellung habe, aber nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. ich will, dass das Ganze klappt und die Beziehung schön wird, aber im Moment sehe ich nicht, wie ich damit klar kommen soll in der Zukunft. Mir schweben da einfach grad zu viele Fragezeichen in der Luft, die dafür sorgen, dass ich mich die letzten Tage etwas von ihr distanziert habe, was sie auch mitnimmt. Die Situation überfordert mich im Moment und ich schaffe es nicht mehr, klar zu denken.
Liebe Grüße