Garamond
Gast
Eigentlich habe ich schon so lange gespürt, dass meine Sehnsucht keine Erfüllung finden wird. Die Sehnsucht nach DEM der mich nimmt wie ich bin, der mich kraftvoll und bestimmend nimmt, ohne mich dabei zu verletzen. Der mir seine Wärme zukommen lässt, mich in seinem Mantel birgt, bei dem ich mit einem einzigen tiefen Blick in seine klaren wachen Augen spüre: er liebt mich. Ohne dass es eines Wortes bedarf.
Ich versuche beides zugleich: tief blicken zu lassen aber auch zu verschleiern. Ich gewähre den Blick in meine Seele, meine Träume und Wünsche nur DEM, der auch in der Lage ist, meinen Schleier zu durchdringen. Nur durchdringbar für DEN der wirklich sieht .... der mich sehen WILL!
DIE Sehnsucht nach dem starken Wolf, der mich beherrscht ohne Herrschaft auszuüben, dem ich mich nur allzugern hingebe mit jeder Faser meines ICH's ... von dem ich empfange, wonach ich mich sehne, was ich selbst gebe! ... seinen Körper, seine Männlichkeit einerseits und seine Güte, sein Vertrauen, seinen Schutz, sein Verständnis andererseits.
Eine Frau, die ihre tiefste Sehnsucht nach wie vor in sich trägt. Die lieben möchte mit Haut und Haar und ihn sucht, der sie mit herber Männlichkeit und doch romantischem Herzen bestimmend aber gefühlvoll zu nehmen weiß.
Dann vergingen die Jahre und in jenen Momenten, wenn er mir leise zuflüsterte, dass er mich liebe, sich geborgen und doch frei fühlte und dabei nur noch leidenschaftslos und ohne zärtliche Berührung erschlafft seinen Arm um mich legte, begann ich leise zu weinen. Ich konnte es nicht ertragen. .. mein eigenes innerliche Betteln, dass danach schrie begehrt zu werden, nicht nur innerlich sondern auch körperlich.
Ich wusste, dass es keinen Sinn machte, dass meine Sehnsucht hoffnungslos war und ich wusste, dass ich gehen musste. Ich hatte mir ein Haus gebaut mit hellen Fenstern, einer einladenden Tür und einem hübschen kleinen Garten. ... bunt und fröhlich. Er sah all meine Mühe, meine Träume und farbenfrohen Ideen. Aber er konnte mir nicht geben worauf ich so sehnsüchtig hoffte, was mir fehlte. ... sein Begehren das Haus zu besitzen. .. er blieb nur ein Gast.
Hilflos sah er mich mit grossen Augen an und war sich bewusst, dass er eine edle duftende Blume stolz in sein Haus gebracht hatte, aber dann nicht mit Wasser versorgte und sie in der heißen Dürre ihrer Beziehung verkümmern ließ.
Nun bin ich weg, entsorgt. Er hat eine neue Rose nach hause getragen, wild entschlossen die vorhandenen Stacheln zu entfernen.
Er verschwendet keinen Gedanken mehr an die Knospe die blühen wollte unter dem Mantel seiner Zärtlichkeit. Er hat sie auf den Kompost geworfen, wo schon seine erste Rose lag. Und er ließ sie dort verwittern.
Um Liebe lohnt es sich zu kämpfen, denn alles ist so vergänglich wie Gras. Auch der Mensch. Es ergeht ihm wie der Blume im Steppenland: Ein heißer Wind kommt, schon ist sie fort. Und wo sie stand , bleibt keine Spur von ihr.
Nur wenn wir lieben sind wir unsterblich.
du hast so schön geschrieben, dein text hat mich sehr berührt. ich mag diesen kleinen abschnitt vom kleinen prinzen so gerne....