HerzKaputt2019
Mitglied
- Beiträge:
- 64
- Themen:
- 4
- Danke erhalten:
- 21
- Mitglied seit:
Ich habe hier sehr viele Beiträge gelesen und möchte auch meine Geschichte teilen, versuche diese zumindest in Worte zu fassen und hoffe auf Feedback.
Freitag vor zwei Wochen bekam ich am helllichten Tag mitten am Vormittag eine fb-Nachricht.
Sie war von ihm. Ich freute mich, öffnete sie und die ersten beiden Worte waren schon ein Stich in mein Herz und ich spürte, dass was nicht stimme. "Liebe x." so begann die Nachricht und ging in der selben Tonalität und noch ärger weiter. Er habe eine andere, hätte sich verliebt, Blabla.
Ca. 6 Monate gab es diesen Mann, den ich schon seit Jahren kenne, doch waren wir beide in Beziehungen und hatten miteinander beruflicher Natur zu tun.
Das mit uns ist passiert, letzten Herbst. Wir sind viel gereist, er machte mich publik.
Ich behirne nicht, dass alles ein Fake gewesen sein soll. Er hat mich belogen, betrogen, hintergangen, hat sich mit anderen Frauen getroffen - aber da war nix. Mit einer allerdings schon. Sie hätte ihm ein Ultimatum gestellt, jetzt will er es mit ihr probieren. Ich sei perfekt, alles ist wunderbar, nur eines fehle ihm: Inspiration.
Die brauche er, er ist ja schließlich Künstler schreibender Natur, weswegen er mit mir schriftlich Schluss macht und nicht persönlich in einem Vieraugengespräch. Unreif, ein über 50-jähriger.
Er wurde von seiner Ex belogen, betrogen und hat gelitten. Ich war für ihn da. Nun tut er mir das selbe an, wie ihm widerfahren ist.
Ich habe mich in die Arbeit gestürzt und auch diese letzte Woche Dienstag verloren. Es kommt wohl alles zusammen .
Jetzt bin ich am Boden. Nur im Bett, auf der Couch oder phasenweise unter Familie und Freunden. Ich versuche mich abzulenken.
Seit Jahren gehe ich in Psychotherapie, sie weiß alles, steht mir bei. Am 16.4. hab ich wieder Termin - ich freu mich drauf. Es ist ein Highlight, also schaffe ich mir solche Termine und habe nun alle möglichen Ärzte aufgesucht und Termine zwecks jährlicher Kontrolle vereinbart. Ich bin kein Hypochonder, aber mache das jedes Jahr aus präventiven Gründen - kerngesund bin ich zum Glück. Doch bin ich somit beschäftigt und habe terminliche Highlights auf die ich mich freuen kann, auch wenn es sich um (eh harmlose) Arzttermine handelt.
Ich überlege zu reisen, ich will weg, weit weg von hier - wo Erinnerungen sind und nichts auf mich wartet. Kein Partner, keine Kinder, keine Haustiere, kein Job.
Ja, ich habe Eltern, Familie - die sind für mich da. Wir leben zusammen. Ich bin nicht einsam. Aber ich fühle mich so. Ich wurde verlassen. Von einem Tag auf den anderen ohne Anzeichen. Es gab 0 Signale in Richtung Trennung, niemals und das, nicht weil ich naiv bin, sondern weil wirklich alles pipifein war.
Er hat mich also wochenlang betrogen und war mit einer anderen Frau, die wir zudem gleichzeitig kennengelernt hatte, intim. Es graust mir davor, ich kann es nicht glauben und will nicht glauben dass das alles wahr sein soll.
Ich will aufwachen. Aus dem Albtraum. Ich zwicke mich und wache nicht auf. Ich saß vor ihm Stunden später nachdem seine erste Nachricht kam - wir chatteten stundenlang - und konnte nicht glauben was ich hörte, dass all das aus seinem Mund kam. Aus dem Mund kamen doch bitte bis dato nur positive, schöne, herzerwärmende Dinge. Und jetzt?Erbarmungslos, rücksichtslos, kaltherzig - was habe ich nur verpasst?
Ich bin am Boden zerstört. Die Zeit, die heilt, ich habe mich daher auch seit über zwei Wochen nicht gemeldet, er hat mir geschrieben, auch zum Geburtstag gratuliert - aber ich habe ihm auf seine Nachrichten wirklich nichts zu sagen. Auch keine Frage. Viel lieber will ich dass es so ist wie es war. Ich war glücklich, wie noch nie! Das sagte ich auch immer wieder - meine Familie, meine Freunde und mein Freund. Allen sagte ich wie glücklich ich sei. Job, Partnerschaft, Familie, Finanzen - alles war am Weg der Besserung und überhaupt schon positiv(st).
Dann die 180Grad-Wandlung in jeglicher Hinsicht. Leben eben. Aber ich schaffe es nicht mehr. Nicht auf Dauer.
Diese Schmerzen, diese Ungerechtigkeiten. Ich fühle mich gedemütigt, nach all dem was er mir auch gesagt hat, wie er mich dann behandelt hat. Mitten auf der Straße regelrecht im Regen stehen lassen - in den Bus gestiegen, der zufällig da war, nach Mitternacht, einfach unverzeihlich. Ich habe mich selber gedemütigt im Zuge meines Kampfes.
Aber ich kann nicht aufhören an ihn zu denken und ihn zu vermissen.
Ein gebrochenes Herz, das nie mehr Vertrauen kann und will.