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Ghosting - Ich zerbreche gerade

W
@BlueLagoon meine letzte Nachricht von Sonntag kam an. Wurde aber nicht gelesen. Ich weiß nicht, wie es aktuell ist. Natürlich würde mir ein abschließendes Gespräch helfen. Aber weiß Du vor was ich Angst habe? Wenn ich jetzt anrufe und er geht nicht ran, dann wird meine Spirale womöglich noch schlimmer. Gleiches wenn ich ihn anschreibe. Ich war ein paar Mal kurz davor einfach hinzufahren, aber was ist wenn er nicht aufmacht oder nicht Zuhause ist. Ist alles doof.

• x 2 #61


A


Ghosting - Ich zerbreche gerade

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B
Zitat von waldfee99:
@BlueLagoon meine letzte Nachricht von Sonntag kam an. Wurde aber nicht gelesen. Ich weiß nicht, wie es aktuell ist. Natürlich würde mir ein ...

Hinfahren würde ich nicht. Aber bitte ihn doch um ein Gespräch oder zumindest noch eine kurze Erklärung- damit du abschließen kannst.

Oder wenn du Fragen hast, stelle die Fragen, das hilft dir vielleicht. Auch wenn er kraftlos ist, eine Erklärung per Whatsapp wäre das Mindeste, nachdem ihr ja auch richtig zusammen wart.

• x 1 #62


Fanta1
Das Problem bei solchen " Abschlussgesprächen", die der Verlassene so vehement einfordert, ist die Erwartungshaltung. Ich habe damals bei meinem geschilderten Fall - der eigentlich fast 1:1 so ablief wie hier von der TE geschildert- auf einem Abschlussgespräch beharrt und mein Objekt der Begierde damit wirklich sehr genervt. Wusste ich auch aber ich konnte es einfach nicht abstellen.

Nun - mit etlichen Jahren Abstand zu dieser GEschichte- kann ich mir ehrlich eingestehen, was der Sinn und Zweck dieses Abschlussgespräches sein sollte. Wollte ich ganz ehrlich die Wahrheit hören ? Wollte ich echt hören: " Du, sorry, ja war anfangs echt super mit dir, emotionaler Höhenflug, daher habe ich auch Vollgas gegeben und damals habe ich echt gedacht, das könnte was werden mit uns, aber nach drei Monaten war der Rausch irgendwie vorbei, die Treffen, das Texten, das Anrufen war irgendwie nur noch lästige Pflicht und jetzt, ehrlich gesagt, jedes Mal wenn eine Nachricht von dir kommt, lese ich die nur noch kurz auf der Textvorschau, so dass sie als " nicht gelesen" bei dir stehen, weil ich wirklich gar keine GEfühle mehr für dich habe. "

Ehrlich ? Nein, sowas wollte ich natürlich nicht hören ! In Wahrheit wollte ich einfach Kontakt zu ihm, weil ich voll auf Liebes-Entzug war. Mir wäre jeder Kontakt REcht gewesen. Ein Anruf , eine Textnachricht, am allerliebsten natürlich ein persönliches Treffen. Dieses Abschlussgespräch war eigentlich nur ein vorgeschobener Grund , begleitet von der diffusen Hoffnung, wenn ich nur wieder Kontakt mit ihm haben könnte, dann würde vielleicht alles wieder so wie früher.

Du bist leider auch gerade auf diesem Entzug und das sorgt dafür, dass die Sehnsucht sich ins Unermessliche steigert- jedes noch so kleine Zeichen von ihm würde dir ein bisschen Erleichterung verschaffen. Ich will dir auch verraten, wie ich da damals rausgekommen bin und das widerspricht wirklich allem was hier im Forum geraten wird: ich habe ihn wirklich so lange mit meinen Abschlussgesprächs-Anfragen genervt, dass er irgendwann ( zu Recht wie ich finde) böse geworden ist und mir wirklich eine heftige Ansage gemacht hat nach dem Motto: du bedrängst mich, das gefällt mir nicht, lass mich in Ruhe etc......Genau DAS hatte ich gebraucht, danach war ich emotional frei.

Fun Fact: eben dieser schwer von mir genervte, angeblich an Depressionen leidende Mann schrieb mich dann auf einmal wieder an, nachdem offensichtlich bei ihm andere Optionen gescheitert sind . Da ich ja mittlerweile wieder völlig klar in der Birne war, habe ich ihm stets nur völlig distanziert, kurz angebunden, eher kalt geantwortet. Er wollte ganz klar wieder Kontakt zu mir, lud mich sogar irgendwann auf " ein Gläschen Sekt" zu sich nach Hause ein Lachendes Gesicht. Ich dachte, mein Schwein pfeift. Habe ihn daraufhin blockiert . Case closed.

• x 13 #63


Arnika
Liebeskummer ist in der akuten Verliebtheitsphase oft viel schlimmer als nach einer langen Beziehung. Wo man schon entzaubert ist. Und Ghosting ist sowieso Sch….

Vielleicht hat er wirklich eine Depression- und kann nicht anders. Falls dich das tröstet. Aber in Wahrheit hilft nur die Zeit. Tut mir sehr leid für dich. Kotz dich hier ordentlich aus, hilft auch etwas. Alles Gute!

• x 4 #64


Heffalump
Zitat von waldfee99:
@Heffalump Guten Morgen. Wenn's denn so einfach wäre 🙈 Dann wäre ich nicht hier.

Ich weiß.
Aber, du machst das Ganze größer als es ist. Wenn jemand Depressionen hat, ist der schon froh seinen Tag regeln zu können. Alles zusätzliche belastet extrem.

Schütze dich, kein anderer tut dies

• x 3 #65


alleswirdbesser
@Fanta1 ich bin da im Nachhinein auch recht Zwiegespalten, was solche Gespräche angeht. Wie viel Wahrheit würde man da tatsächlich zu hören bekommen. So ein richtiges Gespräch (war natürlich mein Wunsch, er wollte nicht) hatte ich weder nach dem Ende meiner Ehe inklusive Kinder (auch da ging er automatisch vom Residenzmodell bei mir aus und sah keinen Gesprächsbedarf) noch nach der kurzen Geschichte, die mich ins Forum führte (hier auch angeblich psychische Probleme). Bei beiden war eine andere Frau im Spiel, keiner hat nur ein Sterbenswörtchen davon verraten. Deshalb weiß ich heute, dass kein Gespräch die Wahrheit ans Licht gebracht hätte. Gut, ich hätte vielleicht zu hören bekommen, was ich alles schlecht gemacht habe, aber im Grunde weiß man das ja selbst. Wer ist schon komplett fehlerlos? Vor allem im Umgang mit psychischen Erkrankungen, wenn man sonst nie etwas damit zu tun hatte und der Erkrankte nicht reden möchte.

Na ja, jedenfalls habe ich gelernt, dass es überhaupt keinen Sinn macht, ein solches Gespräch einzufordern, wenn eins stattfindet, ist nichts dagegen zu sagen, aber danach betteln würde ich nicht mehr. Es kommt nur das auf den Tisch, was der andere auf den Tisch lässt, der Rest bleibt unter dem Teppich.

• x 7 #66


A
Zitat von waldfee99:
Natürlich würde mir ein abschließendes Gespräch helfen.

Ich finde deine Sicherheit da interessant. Denn so wie er sich verhalten hat, wäre ich mir da nicht sicher, ob das tatsächlich so wäre.

Aber ich verstehe, dass du dir das erhoffst.

Ich würde ihn nicht mehr kontaktieren. Man muss Grenzen achten, auch wenn es weh tut.

• x 2 #67


Aiyla
Zitat von alleswirdbesser:
Na ja, jedenfalls habe ich gelernt, dass es überhaupt keinen Sinn macht, ein solches Gespräch einzufordern

Das musste ich leider auch lernen.
Wenn das Gegenüber einen Schalter umlegt, hat man keine Chance mehr auf ein hilfreiches abschließendes Gespräch.

• x 7 #68


Femira
Ach Waldfee,

Ich kann dich verstehen...du hängst bei "wenn die Depression nicht wäre..." nichts lässt uns so kleben wie die eigene Hoffnung...

Deine Fantasie ist, dass wenn nur die Depression weg wäre, dann wäre nur das Schöne übrig, richtig?

Zitat von waldfee99:
dann wird meine Spirale womöglich noch schlimmer.

Das glaube ich auch.

Meine Erfahrung ist, dass der Hoffnung nachgeben und nochmal rein gehen - statt sich selbst und das schmerzende Herz zu versorgen- nochmal mehr Verletzung macht.

Feilen an einer Abschiedsnachricht ja, aber nochmal alles wieder gut machen wollen oder nur zu versuchen, nein. Das ist wie mit dem Messer im Herz dann noch rum rühren.

• x 7 #69


Arnika
Ich denke auch, dass das in den meisten Fällen nicht viel bringt, weil die Wahrheit würde man wahrscheinlich nicht hören wollen. Und viele verschweigen sie auch deshalb, um einen nicht zu verletzen.

„Sorry, ich glaub, ich war mehr in das Verliebtsein als in dich verliebt und bei näherer Betrachtung bist du einfach nur nervig“, sowas will ja keiner hören. Und auch wenn’s stimmt, würd ich das wohl kaum jemand so ins Gesicht sagen.

Was auch immer die wahren Hintergründe sind, vielleicht legt man sich einfach selbst die Version zu Recht, mit der man am besten zurechtkommt. Hier Entfernung oder was auch immer..

• x 5 #70


S
@waldfee99
Trauer hat verschiedene Anteile, Schmerz, Fassungslosigkeit, Wut, Verdrängen, feilschen, irgendwann kommt annehmen und Frieden. Da steckst du zur Zeit mitten drin.

Aber mein Eindruck ist, dass du die Wut auch gegen dich selbst richtest (alte Frau, unterdrückst deine Tränen). Aber du hast deine Wut nicht verdient. Mit 58 Jahren bist du keine alte Frau. Deine Tränen haben eine Berechtigung. Lass das Weinen zu und spüre, dass es dir gut tut. Nimm den Deckel von dem Kessel, damit der Druck nachlassen kann. Suche nicht nach Möglichkeiten, deinen Schmerz zu umgehen. Das ist nicht möglich. Lass ihn zu. Gefühle sind endlich, wenn wir sie zulassen.

Die Wut hat mMn er verdient. Er war aus meiner Sicht schon vor Anfang September innerlich weg. Die Telefonate waren schon länger eine lästige Pflicht für ihn. Da hat er es dir gesagt und ist auf Grund deiner Reaktion sofort zurück gerudert und hat das Gegenteil behauptet. Er ist feige und hat dich da schon in falschem Glauben gelassen. Wie du jetzt weißt, hat er entgegen seiner Behauptung keine Eier, um dir sagen zu können, wenn er die Beziehung aufgeben möchte. Wer weiß, wie lange er innerlich schon weg ist. Deine Wut ist berechtigt, aber nicht auf dich, sondern auf ihn.

Du bist auch mitten in einem Schock, da du nicht damit gerechnet hast, obwohl du seit Anfang September hättest damit rechnen können. Lass deinen Schmerz zu. Er bringt dich nicht um, er ist nur unangenehm. Versuche alle Gefühle auch in Worte zu fassen und aufzuschreiben. Ich meine, auch Selbstmitleid bei dir rauszulesen. Besser wäre mMn Selbstmitgefühl. Du hast Mitgefühl verdient. Es ist keine Schande, weinen zu müssen. Es ist Biologie. Die Seele teilt sich über Gefühle mit. Lass deine Tränen fließen und habe Verständnis für dich.

Du bist wertvoll, unabhängig davon, wie andere mit dir umgehen. Du hast es verdient, dass du gut mit dir umgehst. Deine Würde ist unantastbar. Diese Sehnsucht, nach gewollt und gesehen werden, kommt evt. aus der Kindheit, in der nicht genug davon da war. Diese Lücke kann man nur selbst füllen, u.a. auch damit, dass man diesen uralten Verlust anerkennt.

• x 6 #71


Nur-ein-Mensch
Hallo

Im aller Kürze,weil egal wie sehr wir das hier jetzt auseinander nehmen,
Du bist auf Entzug und das ist extrem anstrengend,wie du ja selber schon merkst.

Deine Hoffnung kannst du irgendwann begraben,aber das dauert noch.

Versuche einfach deine jetztige Struktur bei zu behalten also Arbeiten Haushalt,Körperpflege, Hobbys,Freunde und Familie zu pflegen bzw. weiterführen.

Mehr kannst du nicht tun.

Lass deiner Trauer freien Lauf,wenn du die Möglichkeit dazu hast.

Es wird dauern,bis sich das alles beruhigt,aber es beruhigt sich.

Ghosting ist nur schlimm wenn du keinen Fokus hast der stärker ist,als dieser Mann bzw.die Zeit mit Ihm.

Jeder hat das Recht weiter zu ziehen ohne sich zu rechtfertigen.

Du gehörst niemandem und niemand gehört dir.

Du darfst lernen damit umzugehen.

Alles gute für dich.

• x 5 #72


Y
Zitat von Nur-ein-Mensch:
Du gehörst niemandem und niemand gehört dir.

Zitat von Nur-ein-Mensch:
Jeder hat das Recht weiter zu ziehen ohne sich zu rechtfertigen.

Wir gehören uns nur selbst. Und noch nicht mal das. Eigentlich gehören wir dem Staat.
Denn wenn wir uns selbst gehören würden, dürften wir sterben, wenn wir sterben wollen und Sterbehilfe in Anspruch nehmen ohne uns bewerben zu müssen, und abschlägig beschieden werden zu können.
Aber das am Rand.
Aber im allgemein so verstandenen Bereich, gehören wir uns selbst.

Schön wäre, dass Personen ihre eigenen Baustellen so bearbeiten, dass sie sich zwar nicht rechtfertigen müssen und sollen, aber sich dem anderen erklären.
Nicht jeder hat die Reife, und einige sind einfach Blender.
Leider.

• x 3 #73


M
Zitat von Fanta1:
Ehrlich ? Nein, sowas wollte ich natürlich nicht hören ! In Wahrheit wollte ich einfach Kontakt zu ihm, weil ich voll auf Liebes-Entzug war. Mir wäre jeder Kontakt REcht gewesen. Ein Anruf , eine Textnachricht, am allerliebsten natürlich ein persönliches Treffen. Dieses Abschlussgespräch war eigentlich nur ein vorgeschobener Grund , begleitet von der diffusen Hoffnung, wenn ich nur wieder Kontakt mit ihm haben könnte, dann würde vielleicht alles wieder so wie früher.

Ging mit mal genauso. Ich war per Mail verabschwiedet worden und heulte einen Tag an. Am Abend rief ich ihn an und bot ihm eine Freundschaft an. Es war wie ein Hileruf meinerseits, noch das Gefühl zu haben, dass ich noch irgendeiene Rolle in seinem tollen Leben führen würde. Ich hoffe, noch das ein oder andere zu erfahren. Erfuhr ich nichts, ging da Kopfkino an, erfuhr ich etwas von dem, was er vorhatte, entstanden Fragen in mir, die ich nicht stellen dufte, Wir waren ja ab jetzt nun noch befreundet.

Später verstand ich, dass ich hoffte, so noch etwas Anteil an einem Leben zu haben, die Verbindung nicht ganz zu kappen. Es war ein blödsinnige Idee, die mir um so länger in der Warteschleife hielt. Getrennt ist getrennt und auch wenn es momentan eine Rosskur ist, so ist sie doch am wirkungsvollsten.

Von diesen berühmten Abschlussgesprächen halte ich nichts, weil keiner zufrieden daraus geht. Entweder man merkt, dass man eh nicht mehr so ehrlich miteinander reden kann wie früher und dass etliches unter den Teppich gekehrt wird und dass kein ehrliches und offenes Wort mehr gesprochen wird. Es gibt kein Abschlussfgespräch, nach dem jeder rausgeht und sich sagt: Ach so war das, so sah er das, so empfend er es? Neue Erkenntniss sind nicht zu erwarten und es ist unmöglich, erleichtert daraus hervor zu gehen.Stattdessen fühlt man Trauer und stellt sich weitere Fragen-

Zitat von Nur-ein-Mensch:
Versuche einfach deine jetztige Struktur bei zu behalten also Arbeiten Haushalt,Körperpflege, Hobbys,Freunde und Familie zu pflegen bzw. weiterführen.

Mehr kannst du nicht tun.

Lass deiner Trauer freien Lauf,wenn du die Möglichkeit dazu hast.

Es wird dauern,bis sich das alles beruhigt,aber es beruhigt sich.

Den kann ich mich nur anschließen. In den Funktions-Überlebensmodus zu wechseln, sich mit Freunden zu treffen, auch wenn man keine Lust hat und lernen sich etwas Gutes zu tun. Das Schöne am Leben ist ja auch, dass man vieles in die eigenen Hände nehmen kann und ein "Geist" es nicht wert ist, um ihn zu trauern.Es wird dann schon wieder besser, nicht gleich, aber eben doch. Und jeder Schritt vorwärts ist ein Schritt nach vorne, auch wenn man manchmal wieder zwei Schritte zurückrutscht.

Nur weil einer nicht mehr will, mehr versprach, als er halten konnte und wollte, fliegt das eigene Leben nicht auseinander. Es ist nur die Sehnsucht, die uns das glauben lässt, aber auch die ist nicht ewig.

• x 3 #74


W
Danke an Euch. Ja, vom nochmaligen Kontaktieren bin ich mittlerweile komplett weg. Ich lass es jetzt mit der ganzen Erbärmlichkeit, die dahinter steckt stehen.
Es reicht Punkt.
Tut zwar noch weh. Aber nicht mehr so, wie zu dem Zeitpunkt als ich den Thread erstellt habe. Ist ein hin und her, was mein Nervenkostüm da mit mir anstellt. Aber ich werde täglich klarer.

• x 5 #75


A


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