Tamina025
Mitglied
- Beiträge:
- 2
- Themen:
- 2
- Mitglied seit:
ich hätte gern euren Rat und eure Meinung, ob es noch Hoffnung für meinen Freund und mich gibt. Dieser Text könnte etwas länger werden. Danke an jeden, der ihn sich durchliest und mir einen Rat gibt.
Mein Freund (45) und ich (25) sind seit fast 3 Jahren ein Paar. oder waren, ich weiß nicht genau, wie ich unser derzeitiges Verhältnis definieren soll.
Als wir uns kennenlernten, verliebten wir uns ziemlich schnell ineinander und nach etwa 3 Monaten zog ich zu ihm (Februar 2019). Die ersten anderthalb Jahre zusammen waren wirklich wunderschön, doch dann fingen wir mehr und mehr an, in der Wohnung aufeinanderzuhocken in unserer Freizeit. Wenn ich so im Nachhinein darüber nachdenke, könnte ich mich ohrfeigen. Er wollte oft was mit mir unternehmen, vor allem im Sommer, weil er ein Mensch ist, der sowas braucht. Aber irgendwie hab ich meistens immer lieber gelesen oder gezockt. Weil er aber was mit mir machen wollte und ich nicht mitkam, blieb er auch Zuahuse und so saßen wir nach Feierabend und in der Freizeit aufeinander. Manchmal traf er sich in der Stadt für ein, zwei Stunden mit einem Freund oder fuhr für einen Tag zu seinen Eltern. Ansonsten war er arbeiten und danach mit mir in seiner Wohnung.
Nach den ersten anderthalb Jahren fingen wir immer öfter an zu streiten und ihn begannen Dinge an mir zu stören, z.B. das ich täglich putzte statt für die Schule zu lernen. Das ging immer so weiter und wir drehten uns im Kreis. In den letzten zwei Monaten wurde es sehr schlimm und wir haben fast ausschließlich wegen Kleinigkeiten gestritten. Wir schaukelten uns an banalen Aussagen hoch, weil wir sie in den falschen Hals bekamen. Er brüllte dann regelrecht rum, was ihn im Nachhinein erschreckte denn normalerweise poltert er nie so rum im Streit. Oft hat er in dieser Zeit die Frage aufgeworfen, ob wir uns überhaupt noch guttun.
Vor etwa 4 Wochen hat er mir gesagt, dass er nicht mehr weiß, ob er mich noch liebt. Da er uns aber nicht einfach aufgeben wollte, hat er vorgeschlagen, dass wir uns räumlich trennen. Er müsse mit sich selbst ins Reine kommen und bräuchte Zeit, um sich über sein Gefühlschaos klar zu werden. Ich hab dem traurig aber hoffnungsvoll zugestimmt und mittlerweile wohne ich jetzt seit 2 Wochen in meiner eigenen Wohnung. Zuletzt geküsst hat er mich übrigens Anfang September und das letzte mal Sex hatten wir Anfang August.
Ich muss dazu sagen, dass er seit Monaten Geldsorgen hat. Er arbeitet seitdem viel mehr als sonst, hat öfter eine 60 Stunden Woche und zur Zeit wenig Schlaf. Das stresst ihn unglaublich und er ist übermüdet.
Wir haben trotz getrennten Wohnungen noch Kontakt und wir treffen uns auch alle paar Tage. Am Mittwoch waren wir im Kino und anschließend sind wir noch durch die Stadt spaziert (so wie im letzten Jahr), da Lichtwoche ist. Das war wirklich schön. Das hab ich ihm am Abend auch geschrieben und er meinte, dass er es auch schön fand. Wir haben ausgemacht, dass ich ihm die Zeit gebe, die er braucht, wir Kontakt haben und uns auch ab und zu treffen. Bei diesen Treffen wollen wir einfach eine schöne Zeit zusammen haben, über schöne Dinge reden und nicht unsere Beziehung oder die Tendenz seiner Entscheidung wälzen.
Er ist auch trotz der Situation sehr lieb zu mir, hilft mir und unterstützt mich wo er kann und macht sich Sorgen um mich, da es mir mit der momentanen Situation nicht gut geht. Nach einem Treffen verabschieden wir uns mit einer Umarmung und er gibt mir einen Kuss auf die Stirn. Als wir letzte Woche einen Spaziergang machten, sagte er mir, dass es nicht so ist, dass bei ihm nichts mehr ist und das er sich immer freut, mich zu sehen. Allerdings möchte er nicht zu lange am Stück Zeit mit mir verbringen, weil er Angst hat, dass wir dann wieder zu streiten anfangen. Es tut ihm leid, dass es mir schlecht geht, aber er kann es gerade nicht ändern. Er weiß nicht, was er fühlt, ist gestresst von der Arbeit und auch von den Steuererklärungen, die er für ein paar seiner Freunde zusätzlich in dieser Woche, oft bis in die Nacht gemacht hat und möchte einfach eine Weile Ruhe und Zeit für sich.
Als wir heute telefoniert haben, sagte er mir, dass er das Gefühl habe, vor einem Burnout zu stehen und er deswegen nächste Woche mal zum Arzt gehen möchte. Das macht mir natürlich große Sorgen und ich werde schauen, dass ich ihn zum Arzt begleite.
Über WhatsApp fange ich immer an, mit ihm zu schreiben, beginnend mit einer guten Morgen - Nachricht. Daraufhin schreiben wir dann etwas hin und her und schauen, ob wir uns sehen oder nicht. Wenn ich ihm schreibe, dass ich ihn liebe und vermisse, kann er darauf nicht antworten, sagte er mir. Deswegen halte ich seit Tagen jegliche Emotionen aus meinen Nachrichten raus. Natürlich tut es sehr weh und ich fühle mich ohne ihn einsam in meiner Wohnung, aber ich möchte ihm Zeit geben.
Wie seht ihr das Ganze? Meint ihr, er wird wieder zu mir finden? Ich hab ja das Gefühl, dass seine Liebe nur durch den Stress und dem negativen Verlauf unserer Beziehung in den letzten Monaten verschüttet ist und ich glaube, wir brauchen einfach wieder schöne Erlebnisse miteinander und er muss erstmal zur Ruhe kommen. Abends und Nachts weine ich am meisten, weil dann die Sehnsucht und die Angst, ihn zu verlieren, am stärksten sind und ich muss dann immer an mich halten, um ihm nicht zu schreiben, wie sehr er mir gerade fehlt. Habt ihr eine Idee, wie es mir gerade abends etwas besser gehen könnte? Ich schwanke zwischen Hoffnung und Liebeskummer. Jeder Moment mit ihm ist wunderschön und ich möchte diese Augenblicke auch nicht missen aber umso schlimmer tut es weh, wenn wir uns dann wieder trennen und ich keinen Kuss oder ein "Ich liebe dich" von ihm bekomme.