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Hoffnung vs Nicht-Hoffnung - What to do?

Laforge

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Hi zusammen, ich wende mich hier in meiner Sache einmal an euch, vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder sonstige Tiopps o.Ä. parat.

Wie Der Thread-Name schon sagt, geht es darum, ob es "sich lohnt", auf ein Revival mit der Ex zu hoffen. Ich (m) als auch die Ex (w) sind beide mitte 30 und seit Mitte Februar hat sie sich nach 2 Jahren getrennt. Ich weiß gar nicht einmal genau warum, ihre Begründungen waren in meinen Augen etwas fadenscheinig: "Sie hätte sich selbst in der Beziehung verloren, auf ihre eigenen Bedürfnisse nicht gehört, unglücklich gewesen und sie sei der Meinung, dass wir nicht zusammen passen würden".

Bei einem Treffen einer Woche nach der Trennung war sie kühler als das Gefrierfach im Kühlschrank und man musste die Meinung gewinnen, wir hätten uns noch nie im Leben gesehen. Sie führte ausschließlich schlechte Dinge, die zwischen uns passiert waren, ins Feld und alles Schöne wurde gar nicht erwähnt, war also quasi nicht vorhanden. Auch Gefühle seien bei ihr absolut keine mehr vorhanden.

Danach haben wir 3 Wochen absolut nix voneinander gehört und keiner hatte mit dem Anderen irgendwie Kontakt aufgenommen o.Ä. Vor ein paar Tagen sind wir uns zufällig auf der Straße begegnet und es hatte sich angefühlt, als würde Sie bei meinem Anblick wirklich richtig strahlen. Fragte mich aus, wie es mir geht, was ich mache, was ich die letzte Zeit gemacht habe und konnte ihre Augen kaum von mir abwenden. Wir beschlossen ein Stück zu gehen und haben ein wenig über uns gesprochen. Ich, getriggert, fing natürlich wieder an, "von einer gemeinsamen Zukunft" zu schwärmen, in der alles anders sei als zuvor. Sie meinte jedoch nur in etwa die folgenden Dinge: Derzeit ginge es ihr gut und es wäre gar kein Platz für jemand Anderes und/oder dessen Bedürfnisse und die Entscheidung zur Trennung empfinde sie nach wie vor als richtig; Ich sei der absolute Traum jeder Frau und ach soo toll; Sie sei momentan noch nicht soweit, über unsere Beziehung zu reden, da sie derzeit (noch) eher die schlechten Dinge vor Augen hätte; ein zweiter Versuch - wie solle das denn gehen durch die Vorbelastung des Ersten und überhaupt - so soll "Liebe" doch nicht sein"; wir könnten ja in ein paar Wochen rein freundschaftlich mal über unsere Beziehung reden, wenn jeder dies verarbeitet hätte, denn sie glaubt, dass wir momentan gerade in emotional zu uterschiedlichen Zuständen uns befänden und letztlich, dass ihre Gefühle "ja nicht mehr sooo arg" seien (ganz im Widerspruch zu unserem ersten Treffen, wo ja absolut keine mehr vorhanden waren). Ich hatte ihr daraufhin gesagt, dass "rein freundschaftlich" für mich absolut nicht in Frage kommt und ich das nicht möchte. Dies tat sie dann nur stoisch mit einem "Bis Bald" ab und wir gingen wieder getrennter Wege.

Unsere Beziehung vorher war sehr intensiv, jedoch gerade zum Ende hin überschattet von Problemen, die jeder für sich mit sich selbst hatte. Man muss weiter sagen, dass sie nach der Trennung ihre Sachen, die noch bei mir sind (und das sind nicht wenige) weder abholte noch erwähnte (ich habe kaum was bei ihr). Erwähnt sei hierbei, dass ich nach wie vor ihren Haus- und Wohnungsschlüssel habe.

Mir kommt das ganze irgendwie spanisch vor und es fällt mir schwer, richtig einzuordnen, was sie denkt (was ich natürlich nicht wissen kann) oder was das ganze zu bedeuten hat. Gerade der Hausschlüssel "triggert" mich immer wieder, denn wenn ich mich von jemanden trenne, der noch meinen Hausschlüssel - den Schlüssel in mein allerheiligstes privates Reich - hat, wäre das das allererste, was ich wieder zurückhaben wollte. Natürlich könnte ich ihn einfach zurückgeben, aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass ich ihn ja dennoch "irgendwie haben sollte". Natürlich würde ich liebend gerne einen zweiten Versuch wagen, denn ich glaube, da wir beide nun in Therapie sind, wir nun jeder für sich die Gründe für das erste Scheitern analysert haben bzw. dabei sind und dies letztlich der Beziehung zu gute käme. Ich weiß daher nicht, so ganz: Soll ich nun "kämpfen"? Oder ist dies ein aussichtsloses Unterfangen?

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen? Dann würde ich mich freuen, wenn ihr sie hier teilt

19.03.2020 10:23 • #1


Carolinga

Carolinga


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Hallo,
sie zeigt dir eigentlich mit Worten und Taten ganz genau auf, das sie keine Beziehung möchte.

Zitat von Laforge:
Soll ich nun "kämpfen"? Oder ist dies ein aussichtsloses Unterfangen?

Was bedeutet für dich kämpfen und welche Erwartung hast du in eure gemeinsame Zukunft?

Zitat von Laforge:
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen?

Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, wenn Gefühle für den anderen nicht mehr in Form von Liebe die eine Beziehung braucht da sind, dann ist es gesünder für einen selber, dieses zu akzeptieren und sich auf sich selbst zu fokussieren.
Kämpfen für etwas was zurzeit keinen Gegenwert auf den Anderen erwirkt, macht dich nur bedürftig und anhängig vom Verhalten und agieren des Gegenübers.
Du hast deine ganz eigene Wahrnehmung auf die Sache, wie sie die auch hat. Der Schlüssel muß nicht unbedingt Objekt für eine Einstellung gegenüber eurer Beziehung stehen.
Versuche die Fakten zu akzeptieren, in deiner Therapie alles für dich Wichtige aufzuarbeiten und geduldig zu sein.
Alles gute für dich!

19.03.2020 10:55 • x 1 #2



Hallo Laforge,

Hoffnung vs Nicht-Hoffnung - What to do?

x 3#3


marlon445


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Um einmal kurz auf die Eingangsfrage zu antworten: "Wie hoch ist die Chance, mit einem Ex-Partner wieder zusammen zu kommen?"

Sehr gering. Nichtmal annähernd zweistellig.
Wenn doch, dann mit umso höherer Wahrscheinlichkeit, dass die Beziehung früher oder später wieder auseinanderbricht.
Ich würde also nicht darauf bauen.

19.03.2020 10:58 • #3


Laforge


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Welche Erwartungen an die Zukunft habe ich - eine Beziehung mit ihr zu führen, die eben frei von "schlechten" Dingen ist, was letztlich hoffentlich durch unser beider Therapie ermöglicht wird bzw. werden kann.

Ja ich weiß, dass ich keine andere Wahl habe, als abzuwarten und meinen Fokus auf mich selbst zu richten (in den heutigen Corona-Zeiten hat man ja auch wenige andere Möglichkeiten...)

Es zehrt dennoch an den Nerven, dass ich nach wie vor den Schlüssel haben soll oder dass man für ein freundschaftliches Zusammenkommen "in Frage kommt" und dies auch so komminiziert wird (Bis Bald!), obwohl man selber klar und deutlich sagte, dass dies nicht in Frage komme. Weswegen sich dann die Frage stellt, ob dies letztlich nur ein Schrei nach "Gib mir einfach noch ein wenig Zeit" ist...

19.03.2020 11:11 • #4


Carolinga

Carolinga


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Zitat von Laforge:
Welche Erwartungen an die Zukunft habe ich - eine Beziehung mit ihr zu führen, die eben frei von "schlechten" Dingen ist,

Sei dir trotzdem immer bewusst, diese Trennung hat einen Riss in eure Beziehung gebracht. Er wird für immer sichtbar sein, egal wieviel man bei einem Comeback auch investiert und Zeit vergehen lässt. Nichts ist mehr so wie es mal war und der Umgang miteinander ist sensibler und vorsichtiger. Die Leichtigkeit und das unbeschwerte wie es mal war, wird nicht mehr so schnell Einzug in euere Beziehung finden.

19.03.2020 11:19 • x 1 #5


Laforge


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Das ist mir klar, dass dies anfangs vermutlich ein wenig "komisch" werden würde. Aber dies wäre ja dann das Entscheidende, insofern, als dass man schnell herausfinden würde, ob die Therapien der Beiden letztlich auch für das Zusammensein was gebracht hat oder nicht... Also quasi eine "Do-or-die-situation"...

Ich habe halt auch den Eindruck, dass sie mich auf jeden Fall in ihrem Leben behalten möchte, wenn auch mglw. nur als Freund. Obwohl ich ja klar sagte, dass das für mich nicht in Frage kommt...

19.03.2020 11:23 • #6


Carolinga

Carolinga


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Zitat von Laforge:
Ich habe halt auch den Eindruck, dass sie mich auf jeden Fall in ihrem Leben behalten möchte, wenn auch mglw. nur als Freund.

Das ist deine eigene Wahrheit und die Hoffnung die da aus dir spricht.

Zitat von Laforge:
Obwohl ich ja klar sagte, dass das für mich nicht in Frage kommt...

Damit hast du doch für dich eine Entscheidung getroffen.
Stütze dich bitte auf deinen Therapieinhalt und hoffe nicht, das sie evtl. beziehungstechnisch das gleiche in ihrer Therapie aufarbeitet. Womöglich bearbeitet sie ganz andere "Baustellen" aus ihrem Leben.
Wenn du dich weiterhin der Hoffnung hingibst, wirst du merken, das das dir sämtliche Energien zieht.
Sei klug nur mit dir selbst!

19.03.2020 11:33 • x 2 #7


Tuvalu123

Tuvalu123


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Hallo,

ich hatte bereits eine Antwort verfasst und dann ist mein Browser abgestürzt.

Zitat von Laforge:
ihre Begründungen waren in meinen Augen etwas fadenscheinig:

Zunächst, ich finde ihre Begründung nicht fadenscheinig. Ich denke eher, wenn Du tatsächlich an ein Revival denkst, solltest Du sie ernst nehmen. Häufig empfindet der Part, der die Trennung nicht wollte, jegliche Gründe als nicht plausibel. Wenn Du weiter in Deiner Verarbeitung bist, wirst Du evtl. anders darüber reflektieren, insbesondere da Du einen Therapeuten an Deiner Seite hast. Gute Entscheidung.


Zitat von Laforge:
Danach haben wir 3 Wochen absolut nix voneinander gehört und keiner hatte mit dem Anderen irgendwie Kontakt aufgenommen o.Ä. Vor ein paar Tagen sind wir uns zufällig auf der Straße begegnet und es hatte sich angefühlt, als würde Sie bei meinem Anblick wirklich richtig strahlen. Fragte mich aus, wie es mir geht, was ich mache, was ich die letzte Zeit gemacht habe und konnte ihre Augen kaum von mir abwenden. Wir beschlossen ein Stück zu gehen und haben ein wenig über uns gesprochen. Ich, getriggert, fing natürlich wieder an, "von einer gemeinsamen Zukunft" zu schwärmen, in der alles anders sei als zuvor. Sie meinte jedoch nur in etwa die folgenden Dinge: Derzeit ginge es ihr gut und es wäre gar kein Platz für jemand Anderes und/oder dessen Bedürfnisse und die Entscheidung zur Trennung empfinde sie nach wie vor als richtig; Ich sei der absolute Traum jeder Frau und ach soo toll; Sie sei momentan noch nicht soweit, über unsere Beziehung zu reden, da sie derzeit (noch) eher die schlechten Dinge vor Augen hätte; ein zweiter Versuch - wie solle das denn gehen durch die Vorbelastung des Ersten und überhaupt - so soll "Liebe" doch nicht sein"; wir könnten ja in ein paar Wochen rein freundschaftlich mal über unsere Beziehung reden, wenn jeder dies verarbeitet hätte, denn sie glaubt, dass wir momentan gerade in emotional zu uterschiedlichen Zuständen uns befänden und letztlich, dass ihre Gefühle "ja nicht mehr sooo arg" seien (ganz im Widerspruch zu unserem ersten Treffen, wo ja absolut keine mehr vorhanden waren). Ich hatte ihr daraufhin gesagt, dass "rein freundschaftlich" für mich absolut nicht in Frage kommt und ich das nicht möchte. Dies tat sie dann nur stoisch mit einem "Bis Bald" ab und wir gingen wieder getrennter Wege.

Ich kann beide Reaktionen verstehen. Davon abgesehen. Bitte nimm jetzt Abstand, versuche erst mal für Dich zu reflektieren. Du solltest nicht so sehr auf ein Revival setzen, sondern auf Verarbeitung, Selbstreflexion und Dich mit dem Gedanken anfreunden, dass es nicht wieder werden wird. Schon gar nicht, wie es war. Das hilft Dir unabhängiger und eigenständiger zu werden. Ist ein sehr gutes Gefühl, glaube mir.

Und es war eine gute Entscheidung Dich von einer Freundschaft zu distanzieren. Das funktioniert, wenn überhaupt, erst, wenn beide ausreichend Abstand gewonnen haben und es dann noch wollen.

Bleib jetzt bei Dir.

19.03.2020 11:53 • #8


Laforge


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Das Wort fadenscheinig ist vermutlich auch ein wenig falsch gewählt - natürlich nehme ich das ernst, was sie sagte bzw. vorbrachte und es ist auch nicht die volle Unwahrheit - die letzten 1, 2 Monate waren nicht so schön und es ist naheliegend, dass da beide sehr viel Energie investierten und dass das natürlich anstrengend ist. Es kam dennoch für mich sehr überraschend, da unser tägliches Zusammenleben mehr als liebevoll und intensiv war (mir ging es gar nicht gut von der Arbeit her...).

Was meinst du damit, dass du beide Reaktionen verstehen könntest?

19.03.2020 11:57 • #9


Tuvalu123

Tuvalu123


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Zitat von Laforge:
Das Wort fadenscheinig ist vermutlich auch ein wenig falsch gewählt - natürlich nehme ich das ernst, was sie sagte bzw. vorbrachte und es ist auch nicht die volle Unwahrheit - die letzten 1, 2 Monate waren nicht so schön und es ist naheliegend, dass da beide sehr viel Energie investierten und dass das natürlich anstrengend ist. Es kam dennoch für mich sehr überraschend, da unser tägliches Zusammenleben mehr als liebevoll und intensiv war (mir ging es gar nicht gut von der Arbeit her...).

Was meinst du damit, dass du beide Reaktionen verstehen könntest?

Na, deine in der Hinsicht, dass du emotional noch nicht so weit bist und ins Schwärmen kommst. Und ihre die eben weiter ist, ob das wirklich so ist, wird sich zeigen und sie sagt, sie möchte gerade nur freundschaftlich verbleiben.

19.03.2020 12:09 • #10


Laforge


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Ja, es ist wohl tatsächlich so, dass ich emotional noch nicht so weit bin, obwohl ich mir gleichwohl denke, dass ich schon viel über mich, insbesondere auch über meinen Part in der Beziehung, gelernt habe oder das zumindest glaube. Schließt sich das aus?

Ich danke, dass ich eben noch einige Muster aus der Kindheit in mir habe, die ein völliges, sich-auf-die-Bedürfnisse-Anderer-einlassen erschweren und das merkte wohl das Gegenüber.

19.03.2020 12:14 • #11


Tuvalu123

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Zitat von Laforge:
Schließt sich das aus?

Nein tut es nicht. Aber ein Neuanfang erfordert eine gewisse emotionale Distanz. Meist ist es dafür zu früh und dann trennt man sich ein zweites Mal.
Zitat von Laforge:
Ich danke, dass ich eben noch einige Muster aus der Kindheit in mir habe, die ein völliges, sich-auf-die-Bedürfnisse-Anderer-einlassen erschweren und das merkte wohl das Gegenüber.

Das ist es ja meistens.

Sei nicht traurig. Es wird, vielleicht anders als Du es Dir wünscht und jetzt denkst.

19.03.2020 12:24 • #12


nova


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Noch ein Tipp: ich würde sie ihre Sachen inkl. Haustürschlüssel schleunigst aus deiner Wohnung holen lassen. Sonst klammerst du dich unterbewusst an diesen metaphorischen Schlüssel zu ihrem Herzen. Hilft dir sicher, einen klaren Kopf und in den nächsten Wochen emotional Distanz zu bekommen. Ich denke sie hat sich diesbezüglich noch nicht gemeldet, weil sie eventuell einen Fuß in der Tür bei dir und dich im Orbit behalten will. Das was du wie du ihr richtig kommuniziert hast, nicht willst.

Ach und sie hat emotional schon Wochen zuvor Abstand gekommen, den Trennungsgedanken langsam aufkeimen sehen, ihn dann irgendwann akzeptiert und ausgesprochen. Die Trennung kommt meistens nur für die Verlassenen überraschend.

Würde hier jetzt nen Cut machen, Sachen abholen lassen und Kontaktsperre. Tut dir sicher gut.

19.03.2020 14:59 • x 1 #13


Laforge


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Zitat von Tuvalu123:

Nein tut es nicht. Aber ein Neuanfang erfordert eine gewisse emotionale Distanz. Meist ist es dafür zu früh und dann trennt man sich ein zweites Mal.

Was genau meinst du damit, emotionale Distanz in der Situation?

20.03.2020 07:12 • #14


Laforge


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Zitat von nova:

Ach und sie hat emotional schon Wochen zuvor Abstand gekommen, den Trennungsgedanken langsam aufkeimen sehen, ihn dann irgendwann akzeptiert und ausgesprochen. Die Trennung kommt meistens nur für die Verlassenen überraschend.




Ich hatte irgendwie eher den Eindruck, in den letzten Wochen war es viel schöner als zuvor (als es mir wirklich schlecht ging...)

20.03.2020 07:13 • #15




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