Laura985
Gast
Vorab schonmal: ich freue mich immer über jede Antwort zu meinen Themen, aber ich habe eine Bitte an euch. Ich möchte keine Antworten wie: Ist doch jetzt egal, vergiss ihn, das geht irgendwann schon vorbei Denn darum geht es hier nicht.
Wie aus dem Titel schon hervorgeht, geht es um Glaubenssätze, Gedanken zu einem Thema, die so tief in uns verankert sind, dass wir sie nicht loswerden, selbst wenn wir uns einreden, dass sie Quatsch sind.
Jeder hat solche Glaubenssätze. Ich auch! Aber von einem ganz bestimmten möchte ich mich lösen.
Mein Exfreund wird in ein paar Wochen für ein Auslandssemester nach Thailand aufbrechen, das war schon länger klar, auch als wir noch zusammen waren. Was ebenfalls mittlerweile klar ist, dass ich im nächsten Frühjahr ebenfalls für ein Semester nach Italien gehen werde.
In unserer Beziehung ging es natürlich oft um die Zeit wenn er weg ist, denn ich hatte immer sehr große Angst davor. Wenn es um das Thema ging, kam ich mir immer minderwertig vor, weil er die große weite Welt bereist, während ich weiter in unserer Unistadt hocke und Unizeug lerne (was nebenbei bemerkt, für ihn bestimmt langweilig ist, weil er das ganze schon gemacht hat, so zumindest meine Gedanken). In meinem Kopf drehte sich immer alles darum, wie ihn die Zeit wohl verändert und ob er nicht, wenn er wieder kommt ein ganz anderer Mensch ist, der mich dann einfach nur noch langweilig findet, denn ich habe ja nichts erlebt. Er hat immer gesagt, dass das Quatsch sein und ich glaube ihm auch, dass er das so sieht. Fakt ist: diese Gedanken blieben bzw. Sind sie immer noch da. In meinem Kopf ist dieser Glaubenssatz so tief verankert, dass ich nur etwas wert bin, wenn ich auch so ein Auslandssemester oder irgendwelche Urlaube weit weg mache, obwohl es mich da momentan gar nicht hinzieht. Ich fühle mich auch schlecht, weil ich nicht so weltoffen, wie andere bin.
Schon in unsere Beziehung hat mich das Thema fertig gemacht oder andere Dinge, die auch im Zusammenhang mit diesem Glaubenssatz stehen. Ich würde sagen, dass das tatsächlich der häufigste Konfliktpunkt in unserer Beziehung war, wenn nicht sogar der einzig wirkliche (aber auch darum geht es hier nicht).
Ich möchte mich einfach nur irgendwie davon lösen können. Nur ich weiß nicht wie. Der Trennungsschmerz ist noch sehr frisch, aber diese Sache belastet mich zur Zeit am meisten: Ich kann mir nicht vorstellen ihm normal zu begegnen, wenn ich ihn nach diesem Semester nochmal wieder sehen sollte, denn in meinen Augen sehe ich ihn dann als ganz anderen Mensch und mich im Vergleich nur als Langweilig.
Es ist so verflixt! Ich habe es mir schon so oft probiert selbst zu beweisen, denn mir ist klar geworden, dass ich zwei sehr gute Freundinnen habe, die beide noch nicht viel außerhalb von Deutschland gesehen haben und die ich beide sehr interessant finde. Trotzdem glaube ich nicht, dass dies ebenso auf mein Umfeld zutrifft.