Satie
Gast
Zitat:Dieses "Glück" ist etwas, was man nicht schon als gegeben ansieht, sondern als Verheißung im Außen begreift. Es ist nicht wichtig was man hat, sondern was man noch haben könnte. Das gilt für das Leben und den Partner. Manche sind wie kleine Kinder, die immer wieder ein neues Spielzeug brauchen. Es ist die pure Konsumption. Deshalb hat auch das Wirtschaftsvokabular Einzug in die Beziehung zweier Menschen gefunden. Man redet vom "Team", von "Arbeit" und "Wert". Ich finde das sehr traurig.
ABER: wir haben auch den Freiheit, "Nein!" zu sagen und bewusst zu entscheiden, was uns im Leben wichtig ist. Muss ich unbedingt die Welt bereisen, muss ich unbedingt immer mehr Geld verdienen, muss ich einem Schönheitsideal hinterherrennen, muss ich immer und überall das Optimum haben? Freiheit bedeutet Verantwortung, die viele nicht mehr wahrnehmen. Die Menschen hasten durch ihr Leben, streben nach dem "Mehr" und verlieren sich und ihre geistige und körperliche Gesundheit oft aus den Augen. Die Wertschätzung für das was ist, bleibt aus und das macht unglücklich bzw. unzufrieden. Alles muss immer aufregend und neu sein. Eine gewisse Form der Routine wird als Stillstand und Langeweile empfunden. Überall wollen wir bespaßt und unterhalten werden. Wie Kinder eben. Man liest ja heute oft, dass die Menschen nicht mehr erwachsen werden wollen oder können. "Erwachsen" sein wird oft als langweilig empfunden. Über das, was uns medial als "Liebe" vorgegaukelt wird, rede ich erst gar nicht.
Liebe ist für mich dann möglich, wenn dieses infantile Stadium überwunden ist. Und dann kann eine Beziehung auch ohne das funktionieren, was Du als "harte Arbeit" bezeichnest. Ich möchte jedenfalls keine Liebe haben, die aus "Arbeit" besteht. Die Wertschätzung und Fürsorge für den anderen muss von ganz allein kommen. Dann wird die Liebe leicht und frei.
unglaublich schöner und wahrhaftiger Text! Gibt auch meine Sicht wieder.
Aber ob das infantil ist?
Ist es nicht eher ein sich Verrennen im Zeitgeist? Eine emotionale Verarmung? Wer all das nicht reflektiert, der lebt es halt einfach nach.